Welcher Fahrradsattel ist wirklich zu empfehlen?

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9 Antworten

Am besten, Du gehst auf die Seite von www.sq-lab.com. Dort suchst Du Dir einen Fahrradhändler, der Dir die Sitzknochen vermisst. Anhand Deines Sitzknochenabstandes und Deiner Sitzposition auf Deinem Bike, kann der Händler Dir einen Sattel entsprechend Deines Beckens empfehlen. Ein weicher Gel-Sattel ist nur für Seltenfahrer und kurze Strecken, ansonsten drückt der an Stellen, wo er nicht drücken soll.

Es gibt Fahrradsattel welche speziell für Frauen oder Männer konstruiert wurden. Hier zum Beispiel einer für Frauen Specialized Ruby Woman Sattel - http://www.twenga.de/dir-Sport,Radsport,Fahrradsattel

sattel - (Radfahren, Schmerzen, Empfehlung)

Das ist eine äußerst schwierige Sache. Denn kein Sattel passt jedem. Es hängt vor allem vom Aufbau des eigenen "Sitzgestells" aus, sprich: vom Abstand des Sitzhöckers. Sehr gute Händler lassen dich (nackt, aber natürlich allein) auf ein Stück Wellpapier setzen und kann dann aus den Abdrücken den Abstand ermitteln, wenn nicht, dann kannst du das auch zu Hause machen. Dann kann er dir ein paar Sättel zeigen, die passen könnten.

Setze nicht allzu große Hoffnung auf super-gepolsterte oder Gel-Sättel, die sind in vielen Fällen für einen sportlich ambitionierten Fahrer, der am Wochenende im Training vier und mehr Stunden auf dem Rad sitzt, ungeeignet, weil sie an falschen Stellen polstern oder, viel schlimmer, im Dammbereich drücken, was man nicht merkt, weil dort nur wenige Nerven verlaufen, dafür aber viele Adern, die bei Männern ein wichtiges Körperteil versorgen. Im schlimmsten Fall droht Impotenz. Ich selbst habe nach jahrelanger Suche einen völlig ungepolsterten Sattel für mich gefunden: einen mit einer glatten Carbon-Schale. Sieht zwar hart aus, aber durch die Biegefähigkeit federt er auch leicht. Allerdings mit 350 Euro nicht ganz billig.

So viel musst du natürlich nicht ausgeben, für 50 bis 100 Euro findest du vernünftige Modelle, aber du musst ausprobieren. Ein guter Fahrradhändler, nicht im Baumarkt, gibt auch schon ein paar Probemodelle für ein paar Stunden zum Testen mit (natürlich nicht gleichzeitig, sondern nacheinander).

Es gibt zwei Gruppen von Sätteln a) die Wettbewerbssättel (da klebt die Polsterung in der Hose am Hintern der Rennradler oder Bergradler o.a. und die Alltagssättel (da muß ein gewisses Maß an Polsterung vom Sättel vorgesehen werden ). Die Wettbewerbssättell sind extrem hart und leicht (z.B. Verwendung von Carbon für den Sattelrahmen und Titan für die Sattelschienen ). Diese Sättel sind auch extrem teuer : ab 100 € und nach oben fast unbegrenzt. Der Alltagsfahrer braucht einen Sattel, auf dem er sich wohlfühlt. Das hängt von seinem Fahrstil und seiner Sitzhaltung ab : Die Tendenz ist etwa : je schneller er fährt, desto mehr nach vorn geneigt wird er fahren, umso schmaler wird er auch den Sättel wählen. Die Sitzknochen sollten aber auf jeden Fall auf der Sitzfläche Halt finden (Nicht daneben hängen!) Den Sitzknochenabstand findet mit man überraschend leicht (auch mit normaler Kleidung!), indem man sich für 30 Sekunden auf ein Stück Wellpappe setzt, das auf einer festen Unterlage (Treppe oder Hocker)ruht. Die beiden leicht elliptischen Abdrücke sowie den Mittelpunkt markiert man mit einem Filzschreiber. Der Tempobolzer wählt einen schmalen Sattel, der Einkaufsradler einen breiteren, wobei man entweder den Mittelpunktsabstand oder die Außenkonturen des Abdrucks zugrundelegt. Konkret : Ich habe 105 mm Mittelpunktsabstand und 153 mm Außenkonturabstand. Mein Wohlfühl-Sattel der Marke Velo "Ergo Pro Cromo"(ich habe davon 2 im Einsatz !)ist 160 mm breit und 270 mm lang. Die Länge ist für den Komfort nicht so entscheidend. 270 mm Länge sollten aber für eine Person mittlere Größe (ich bin 1,79 cm)eine gute Orientierung sein. Damit sind zwei Kriterien für die Geometrie des Sattels gefunden : Länge und Breite. Man sollte auf dem Sättel in der Länge etwas hin und her rutschen können. Damit verändert man die Druckstellen und sorgt für gute Durchblutung der in der letzten Sitzposition beanspruchten Stellen. Zum Rutschen ist ein Echtlederbezug (Nicht zu verwechseln mit dem klassischen Kernledersattel zB. der Fa Brooks !) am vorteilhaftesten, dieser sorgt auch für die beste Feuchtigkeitsabführ gegenüber Kunstleder oder Plastik. Feuchtigkeitsabfuhr ist auch das Stichwort für die Polsterung unter dem Lederbezug : ein Formschaumstoff (Mit verschiedenen Raumgewichten lassen sich unterschiedliche Härtegrade einstellen !) ) ist optimal : der Schaumstoff passt sich dem Hintern gut an, ohne daß er sich an den stark belasteten Stellen (Sitzknochen!) allzu sehr wegdrücken läßt. Tendenz : Je läger die Strecke desto härter die Polsterung ! Schaumstoff hat natürliche Feder- und Dämpfungseigenschften, was man z.B. von einem Gelmaterial nicht sagen kann. Gel transportiert auch die Feuchtigkeit nicht gut ab und läßt sich wegdrücken, wodurch die Sitzknochen durchschlagen können und andere Stellen stärker belastet werden. Also starke Vorbehalte gegenüber einem Gelee-Sattel ! Sinnvoll und richtig ist es, das die Sattelform im Bereich der Dammnaht des Fahrers eine Vertiefung besitzt, die unter Umständen auch aus einem Schlitz besteht(Jargon "Durchpuper(-Sattel)"). Achten sollte man darauf, daß sowohl Rinne als auch Schlitz an den Rändern ordentlich verrundet sind und z.B. keine scharfen Kanten oder Nähte (vom Bezug !) besitzen. Ein Problem beim Durchpuper könnte sein, daß bei Kerzensattelstütze und Sattelkloben die Gefahr besteht, daß Wasser über das Sattelrohr in das Tretlager gelangt und sich dort solange aufhält bis das Lager korrodiert ist. Hier könnte ein wasserdichter, abnehmbarer Schutzbezug, der auch für einen Echtlederbezug sinnvoll ist, falls das Fahrrad öfter im Regen stehen bleibt, gute Dienste leisten. Hauptproblem bei der Auswahl der richtigen der Härte der Polsterung ist, daß außer der Fa. SQ-Lab kein anderer Hersteller einen Härtewert angibt. Das Problem mit dieser Polsterhärte hatte ich vor ca. 2 Wochen auch : Bei meinem Velo-Sattel war der Lederbezug an zwei Stellen durchgeschabt und sollte, obwohl sonst noch alles top war, nach 6 Jahren und 8000 km durch einen neuen ersetzt werden. Leider war der gleiche Sattel nicht mehr aufzutreiben. Auch ein entsprechendes Ersatzexemplar ( ich nahm den alten Sattel immer mit, um an Hand des Daumeneindrucks einen Sattel vergleichbarer Härte fest zu stellen) ließ sich nicht finden. Das Problem löste ich dadurch, daß ich den alten Sattel skalpiert und mit einem neuen Echtlederbezug ausgestattet habe.) Nun liegen die Sättel bei den meisten Anbietern unsystematisch a la Schlußverkaufs-Wühltisch irgendwie auf einem Haufen oder hängen kunterbunt an der Wand, so daß man sich gar nicht wundert, daß mehr als 50% der Radler über Gesäßbeschwerden klagen, weil sie mit dem falschen Sattel fahren. Mit 4 Breiten und 4 Härtegraden, wobei man sicher mit 8 der 16 Elemente der Matrix auskommen könnte ( ein sehr breiter Sattel braucht nicht sehr hart sein ) könnte sich für jedermann die richtige Sattel-Auswahl durchführen lassen. Die Wirklichkeit wird den optimistischen Käufer frustrieren: Es fehlt bei den meisten Händlern im Laden, aber auch bei den Internet-Anbietern an den zur Auswahl vollständigen Informationen, die ich hier nochmal anführe : 1)Länge und Breite 2)Geometrieform (Abbildung,Augenschein) 3) Rinne oder Schlitz 4)Echtlederbezug 5)Formschaumstoff 6)Härtegrade 7)Gewicht . Benutzt man diese Angaben als Ausschlußkriterien, so bleiben nach meinen Erfahrungen von 100 Sätteln 3 übrig, die in die engere Auswahl kommen : Für eine endgültige Entscheidung muß man die ausgewählten Sättel Probefahren sein (pro Sattel je nach Geschmack vielleicht 5 Stunden oder 100 km). Die meisten Radler verlieren warscheinlich vorher die Lust wegen der endlosen Suche oder Anstrengung und kaufen dann in einer Kurzschlußreaktion das nächste beste (schlechteste !) Teil. Ich hoffe mit dieser Zusammenstellung Anregungen für die Auswahl des richtigen Sattels gegeben zu haben. H.S.

Wow, du bist für mich ab jetzt mit Pooky zusammen der "Sattel-Spezialist", weiter so ;-)

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Nach vielen Fehlinvestitionen (Selle Italia Flite, Brooks B17..., Gel und Air-Sätteln) hab ich mir den unscheinbaren Feinwerk Herrensattel, den die Firma Maxcycles bei ihren Fahrrädern verwendet, zugelegt (Frauensattel gibts natürlich auch, der ist ergonomisch anders geformt), und den man auch einzeln im Fachhandel bekommt, wenn dort Maxcycles als Marke geführt wird. Bisher mein günstigster Sattel (29,50 EUR) und ein absoluter Volltreffer. Endlich sitz ich bequem, dieser Sattel ist absolut zu empfehlen, Preis-Leistung ist der Hammer, die jahrelange Sattelsuche beendet. Er ist schmal und hart genug, dass man auf den Sitzhöckern sitzt, aber nicht so steinhart wie etwa ein Rennsattel, hat ein ziemlich straffes Polster. Völlig ohne Naht. Ich empfinde das als ideal. Hab vorhin zufällig ein Bild vom SQlab-611 (130 EUR) gesehen und war etwas erstaunt, dass die Bauform exakt genauso aussieht wie die vom Feinwerk.

Eine weitere Möglichkeit ist, mal eine Analyse auf Deinem Rad durchführen zu lassen. Dafür wird so eine Sensorfolie auf Deinen Sattel gelegt, und Du fährst einfach ganz normal. Danach kann man direkt sehen, wo bei Dir der Sattel noch drückt oder ob vielleicht auch die gesamte Sitzposition schuld an den Sitzbeschwerden ist. Ich hab sowas machen lassen und bei mir hat allein die Veränderung der Sattelposition (etwas nach vorne) für eine Verbesserung gesorgt. Hier findest Du Informationen dazu: www.gebiomized.de

Der beste Sattel ist der, der am Besten passt!

Der Abstand der Sitzknochen ist das entscheidende Maß genauso wie die Sitzposition.

Würde Dir auch zunächst SQlab empfehlen.

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