Welchen Gang wähle ich am Besten beim Radfahren?

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3 Antworten

Die Grundfrage ist, was will ich in welcher Situation (im leistungssportlichen Sinne). Wenn ich es rein biomechanisch betrachte, bin ich am schnellsten, wenn ich einen großen Gang mit hoher Frequenz fahre. Das scheitert meistens an begrenzter Dauerleistungsfähigkeit. Für kurze Strecken oder Enspurt sollte man den größten Gang auflegen, den man flüssig treten kann.
Für lange Strecken ist das ungeeignet, weil man zwar mit größeren Gängen weniger atmet (Energie verbraucht), aber einen größeren strukturellen Muskelverschleiß provoziert. Kleinere Gänge mit höheren Frequenzen sind muskulaturschonender, beanspruchen mehr das Herzkreislaufsystem, das heißt man atmet mehr.
Für einen letzten Anstieg kann man also auchmal einen größeren Gang riskieren. In einer mehrtägigen Rundfahrt sollte man eher haushalten. Wenn ich genügend Sauerstoff im Blut transportieren (und ihn dann auch verstoffwechseln) kann (wie auch immer ich dazu gekommen bin, vgl. Armstrong), sind also kleinere Gänge besser zu tolerieren, wenn man sie entsprechend trainiert hat (vgl. FatCat).
Wer in Physik aufgepasst hat, kennt die Goldene Regel der Mechanik: Was man an Kraft einspart, muss man an Weg (hier Ausdauer) zusetzen.
In - zugegebenermaßen sehr wenigen - Labors kann man seine optimale Trittfrequenz ermitteln (lassen). Es wird dazu (hoffentlich irgendwann) ein sogenanntes Leistungsschwellenkonzept geben, wo die Drehzahl ermittelt wird, bei der man die größte Leistung - z.B. bei Blutlaktat 3 mmol/l - erreicht. Inwieweit dieses Messergebnis mit dem Gefühl des Fahrers korreliert, bleibt abzuwarten.

naja längere Rundfahrten mache ich nicht, aber interessant die erklärung.Danke!

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ich seh das etwas anders als fatcat. wieso sollte der kleinere gang besser sein? ich denke, dass dies eher auf die beschaffenheit des fahrers ankommt. es gibt viele fahrer die eher größere gänge bevorzugen, weil sie einfach die muskelkraft dafür haben. im alltag fahre ich zb singlespeed, heißt also ohne gangschaltung, nur in einem schweren gang.

Prinzipiell ist es besser du fährst einen kleineren Gang und eine höhere Trittfrequenz. Das ist anfangs aber anstrengender, man gewöhnt sich jedoch dran. Einige Radprofis, z.B. Lance Armstrong haben es ja vorgemacht und diese Art des Tretens findet mittlerweile immer größeren Anklang. Gelenkschonend ist es noch dazu!

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