Welche Trainingsprinzipien gelten für Ausdauersportler?

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Für den Ausdauersport gelten die gleichen Prinzipien, wie für jede andere Sportart auch. Siehe Trainingslehre: Prinzip (1) des trainingswirksamen Reizes, (2) der ansteigenden (progressiven) Belastung, (3) der Variation der Trainingsbelastung, (4) der optimalen Gestaltung von Belastung und Erholung, (5) der Wiederholung und Kontinuität, (6) der Periodisierung und Zyklisierung, (7) der Individualität und Altersgemäßheit, (8) der zunehmenden Spezialisierung, (9) der regulierenden Wechselwirkung einzelner Trainingselemente.

Übersetzt: (1) Der gesetzte Trainingsreiz (die Belastung) muß über 65% HFmax liegen. Darunter findet kein Trainingsreiz für Deinen Körper statt. (2) Woche um Woche die Belastung in Umfang und Intensität steigern. Um maximal!! 10% der Vorwoche. Je langsamer der Aufbau desto länger der Erfolg! Gilt v.a. für das Kinder- und Jugendtraining, ist aber auch für Späteinsteiger zu beachten, v.a. wenn bei Null angefangen wird (3) Abwechslung in der Belastungsintensität, d.h. nicht immer mit der gleichen Herzfrequenz (Herzfrequenzbereich) laufen, sondern mal schneller mal langsamer; Untergrund wechseln: bergauf, bergab, Sand, Waldboden, Asphalt etc., Crosslauf, Strassenlauf, Tartanbahn etc. (4) Zyklisierung: Mesozyklus : 2 Belastungswochen : 1 Entlastungswoche oder 3 B. : 1 E. auch im Microzyklus 3 Belastungstage : 1 Entlastungstag; dabei kann der Entlastungstag eine Regenerative Einheit oder ein Ruhetag sein, je nach sportlichem Niveau und Ambition. (5) Metabolischen und enzymatischen Umstellungsvorgänge vollziehen sich in ca. 2-3 Wochen. Strukturelle (morphologische) Änderungen benötigen mindestens 4-6 Wochen. Die steuernden und regelnden Strukturen des Zentralnervensystems benötigen die längste Anpassungszeit (Monate). Ebenso benötigt die Entwicklung vom Grobmotoriker zum Feinmotoriker (bezogen auf die Bewegungsausführung) je nach Bewegungsintelligenz u.U. einen sehr langen Zeitraum. Bleiben regelmäßige und dauerhafte Belastungsreize aus, so stellt sich eine Rückbildung der funktionellen und morphologischen Umstellungen ein (Deadaptation). (frei nach Grosser/Starischka)D.h. Bewegungsabläufe müssen so lange geübt werden, bis sie sitzen und automatisch ausgeführt werden können auch über einen längeren bis langen Zeitraum. (6)siehe auch (4) plus Periodisierung: Je nach Anzahl der Saisonhöhepunkte: 1 oder mehrere Macrozyklen, die eingeteilt sind in Vorbereitungs-, Aufbau-, Wettkampf-, Übergangsperiode. (7) Anpassung an Deine Verhältnisse: Leistungsniveau, Persönlichkeitsstruktur, Ziele, Trainingsalter, biologisches Alter, Zeitbudget, Gesundheit, Familie, finanzielle Möglichkeiten, etc. (8) Sportartspezifischer trainieren (z.B. Training allgemeiner koordinativer Fähigkeiten <-> Training sportartspezifischer koordinativer Fähigkeiten) (9) Abstimmung von Technik-, Kraft-, Stabi-, Dehnungs-, Ausdauer-, Schnelligkeits-, (hab ich was vergessen?)-, Schnellkrafteinheiten. Viel Erfolg. Gruss. ND

Gerade beim Ausdauertraining sollte man auf Herzfrequenzwerte achten, denn ein kontrolliertes Training ist auch ein effektives Training.

Zu den einzelnen Bereichen habe ich hier schon etwas geschrieben: http://www.sportlerfrage.net/frage/wenn-ich-mit-joggen-anfange-wie-hoch-sollte-dann-mein-puls-sein

Der ideale Bereich, um die Ausdauer zu verbessern, ist also der HF-Bereich 70 bis 80 Prozent der HFmax. So manchem wird es bei der Belastung so vorkommen, als ob es zu langsam wäre. Aber da die meisten in zu hohen Bereichen trainieren, stellt sich bei vielen auch kein Erfolg ein. Ausdauer erfordert auch Ausdauer hinsichtlich der Geduld. Aber auch der Körper braucht hin und wieder gewisse Anreize, um einen Effekt zu erzielen. Deshalb sollte man während des Trainings desöfteren auch Fahrtspiele machen, das heißt, kurzzeitig schneller werden, die Herzfrequenz mal auf 80 bis 90, seltener und sehr kurz mal auf 100 Prozent der HFmax (maximal 30 Sekunden!) zu bringen um dann wieder in den oben genannten Bereich zu kommen.

Natürlich sind für ein effektives Training noch weitere Faktoren wichtig: keine Zigaretten, wenn, dann nur wenig Alkohol, genügend Schlaf und eine generell gesunde Lebensweise.

Was möchtest Du wissen?