Welche Auswirkung hat der Maximalpuls auf mögliche erreichbare Leistungen im Sport?

1 Antwort

Tach auch!

Die maximale Herzfrequenz ist ein individueller Wert und liefert keine direkte Aussage zur Leistungsfähigkeit. Mit der Herzfrequenz kannst Du die Intensitäten deines Trainings steuern und die Trainingsbereiche berechnen.

Bei einer Wettkampfdauer von 1: 30 bewegst du dich in einen Bereich mit einem sehr hohen anaeroben Anteil. Bei einer so hohen Intensität wird sehr viel Laktat gebildet und deine Muskeln übersäuern. Das wird der Grund sein, warum du dich am Ende etwas platt gefühlt hast. Du warst vermutlich "blau".

Um dich zu verbessern, wäre es bei einer Wettkampfdauer von ca. 1:30 sinnvoll die maximale Sauerstoffaufnahmekapazität zu steigern und die maximale Laktatbildungsrate zu reduzieren.

Zur Verbesserung der VO2max kannst du z.B. sogenannte HIT-Intervalle machen, wie z.B. 10 x 30'' Belastung mit ca. 110% deiner Schwellenleistung. Hierbei sollten die Pausen auch ca. 30" lang sein. Ausgiebiges Aufwärmen nicht vergessen! In der Aufbauphase wären auch Intervalle von z.B. 8 x 2' mit 60" Pause denkbar. Du solltest bei diesen Einheiten nicht in den Bereich der Schnelligkeitsausdauer kommen (B6 ca. >115%), da dann zu viel Laktat gebildet würde.

Hiermit sollte sich eine VO2max verbessern und als Folge auch deine Schwelle und wärst so mit einem höhe aeroben Anteil unterwegs. Die Belastung steuerst du am Besten über die Pace oder über einen Leistungsmesser (falls vorhanden). Der Pulsmesser macht hier keinen sinn, da die Puls zu langsam reagierte und zu ungenau ist.

Ergänzen solltest du das HIT-Training durch wirklich lockeres Ausdauertraining (unteres GA1 bzw. B2) bei einem Umfang von ca. 45' bis 60'. Nicht zu lang, um nicht zu langsam zu werden - du willst ja 90" ballern und keinen Marathon laufen, oder? Hier darf auch der Pulsmesser seine Arbeit machen. :-)

In den Wochen vor dem Wettkampf wäre dann allerdings ein Training mit wettkampfspezifischen Belastungen angesagt, das dann vermutlich einen hohen anaeroben Anteil haben dürfte.

Da ich deinen Sport nicht kenne, kann ich dir nicht raten, welchen Anteil ein Training im Bereich der Fettverbrennung oder im anaeroben Bereich haben sollte.

Um deine Schwelle oder den VO2max-Bereich nährungsweise zu bestimmen, gibt es eine bessere Methode als eine Ableitung von der maximalen Herzfrequenz (die kann man eigentlich nie wirklich bestimmen). Hier ein einfacher Feldtest:

Nach dem Aufwärmen (15-20') zunächts eine Belastung (volle Kanne!) von 5' (Durchschnittspuls, Strecke und ggf. Leistung ermitteln), dann 5' Rekom (z.B. gehen) + 10' B1-B2 (traben) + 5' Rekom; dann 20' Belastung (volle Kanne, aber nicht zu schnell anfangen!). Wieder die zuvor genannten Werte ermitteln.

Auswertung:

5'-Test = VO2max-Bereich (Tempo für das HIT)

20'-Test x 0,95 = Schwelle (Puls / Pace / Watt)

Den Test alle 4 bis 8 Wochen wiederholen!

Noch genauer geht die Bestimmung der oben genannten Parameter natürlich im Labor, es ist aber die Frage, ob und wann die Investition von ca. 250 Euro Sinn macht. Den oben genannten Feldtest kannst du quasi immer machen und man kann ganz gut damit arbeiten (ich jedenfalls).

Ich hoffe, ich konnte helfen!

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