Was zeichnet Eurer Meinung nach einen guten Kletterer aus?

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7 Antworten

Für mich ist nicht wichtig wie schwer einer Klettern kann, sondern eher wie komplett ein Kletterer ist. Klettern gehört zum Bergsport/Alpinismus, will sagen, in je mehr "Spielarten" ein Kletterer tätig ist, umso besser ist er. Jemand der Fb8a Bouldert oder den 10. Grad Klettert, das aber ausschließlich an/in Blöcken/Halle/Klettergarten, wird schon in alpinen 7er Touren z.B. die Knapp-Köchler (ausgesetzte Plattenkletterei) gehörig mit den Ohren schlackern, wenn Er/Sie, sie überhaupt vorsteigen kann. Ein guter oder die besten Kletterer sind wohl die, die sackschwere Boulder ziehen, harte Touren im Klettergarten machen, im Alpinen sowohl schweres Sportklettern als auch Klassisches Abenteuerklettern betreiben. Im Winter in Eis/Mixed/Firn Touren/Wänden unterwegs, Höhenbergsteigen,...... Je mehr man (in den Bergen) unterwegs ist, desto sensibilisierter wird man auch gegenüber objektiven Gefahren, das Auge wird geschult bzl. Wegfindung und Neuland. Das Gesamterlebnis zählt für mich mehr, als 4 Std. an irgendeinem Felsbrocken rumzuturnen und immer noch keinen Meter weiter über´m Boden zu sein :o( Fazit: Ein Alter Kletterer ist Guter Kletterer :o)

Ein guter Sportkletterer sollte vielseitig gute Kletterleistungen erbringen, nicht nur in den Touren die ihm liegen. Schwirigkeitsgrad aber auch der Begehungsstil ist ein Maß für seine Fähigkeiten. Eine gute Ästhetik sowie eine gewisse psychische Stärke sollte er aufweisen. Wenn man zwei Kletterer miteinander vergleichen will spielt auch die Anzahl der Versuche, sowie die Zeit die der jeweilige benötigt um eine Tour durchzusteigen eine gr. Rolle.

Ein guter Kletterer hat für mich zumindest in jeder Disziplin ein gewisses Grundlevel. Jemand, der zwar eine athletische 8a-Ausdauerroute klettern kann, aber eine plattigere 6b nichtmal auf den 2. Versuch raufkommt gehört da für mich zumindest nicht dazu. Genauso sollte er sein Level auch zu einem gewissen Grad ins Alpine übertragen können und dabei das Risiko gut abschätzen können.

Ein gutes Beispiel für einen guten Kletterer ist für mich der Alex Huber. Man kann zu seiner Person stehen wie man will, aber wer über so viele Jahre in so vielen Spielarten immer wieder Top-Leistungen gebracht verdient in jedem Fall großen Respekt.

Die Zeiten, wo ein guter Kletterer auch ein guter Alpinist sein muss, sind schon lang vorbei. Wenn man Spitzenleistungen bringen will, dann muss man sich ganz auf seine Sportart konzentrieren, siehe Chris Sharma, Adam Ondra, usw. Natürlich gehört ein sicherheitsbewusstes Denken und Umgehen mit Gefahren und Risiko dazu, das schult aber die Erfahrung. Man muss einfach die Disziplinen voneinander teilen und kann nicht alles über einen Kamm scheren und sagen, dass ein guter Kletterer auch alpin einen 8er klettern muss. Dann ist er nämlich ein guter Alpinkletterer. Und wenn einer einen 10er klettert, aber keinen Keil legen kann, ist er halt ein guter Sportkletterer. Aber das Eine schließt das Andere ja nicht aus.

Kletterer001 06.03.2009, 16:14

Hi Sandro! Ich seh das Boulder/Sportklettern klar als eigenständige "Spielarten" des Klettern an. Aber worum geht´s den beim Klettern im eigentlichen Sinn? An Plastik und Popelfelsen rumzuturnen oder um FELSklettern im eigentlichen Sinn? Sprich das Bouldern und Sportklettern (im Winter notgedungen in der Halle/am Plastik) als Training zu sehen um klassische Wände und Grate draußen in den Bergen begehen zu können! Und so enden wie der Ondra, der nicht mal seinen eigenen Rucksack zum Einstieg tragen darf, "weil er ja dann an den Oberschenkeln zulegen könnte" will ich nicht. Dann eher ein Kurt Albert, Glowacz, Huber, Kammerlander,.. die spielen oben mit und alles „Allround“ Kletterer!!

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MarkusStadler 06.03.2009, 21:45
@Kletterer001

Ich muss sagen, dem Ondra zolle ich trotzdem großen Respekt - auch wenn er vielleicht kein geborener Sherpa ist. Der ist nicht nur im Klettergarten saustark, sondern ist sich auch nicht zu schade, die psychisch anspruchsvollen Kammerlander-Routen im Rätikon zu probieren und dann auch gleich noch zu klettern. Dazu ist der Knabe erst 16, ihn da z. B. mit einem Kurt Albert vergleichen zu wollen ist wie wenn Du die berühmten Äpfel mit Kürbissen vergleichen willst.

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Nicht zu vernachlaessigen sind auch die anderen Aspekte des Bergsports, vornewege Risikomanagement.

Wenn Du von Hallenkletterei sprichst, faellt das alles heraus, und dann aehnelt die Sache doch enorm dem Turnen: Wer die schwierigste Uebung beherrscht, hat gewonnen. Beim Turnen zaehlt aber zusaetzlich zum Klettern auch noch der Stil. Weil beim Klettern keine Stil-Kriterien festgelegt wurden, wuerde ich sagen, dass nur die Schwierigkeit einer Route, evtl. gepaart mit der dafuer benoetigten Zeit, ein Mass fuer die Leistung eines Kletterers ist.

Es waere aber interessant, objektive Stilkriterien festzulegen. Dadurch wuerde vielleicht fuer Anfaenger die Moeglichkeit geschaffen, zu erkennen, auf welche Weise man am effizientesten klettert. Diese Kriterien sollten daher die Praezision und Sicherheit mit der die Bewegungen ausgefuehrt werden messen. Allgemein von "Style" zu schwafeln, wie es in manchen Funsportarten geschieht, halte ich fuer wenig zielfuehrend.

Klar ist der Schwirigkeitsgrad ein maß. Ich finde aber es ist auch entscheiden wie lange er klettern kann, dass heißt also effiziet er Klettert, das ist ein zeichen für gute Technik meiner Meinung nach!

einen guten Kletterer misst man NICHT an der Gradzahl, da einige Kraftmenschen die 6-8er Routen hocheilen können, aber nur ein-zweimal. Ein guter Kletterer macht geschmeidige, sichere Bewegungen, kommt mit jeder Situation klar und klettert sicher ohne Herabzufallen, also kann im Vorstieg den einen Schritt mehrmals sicher wiederholen, bis die Exe wirklich drin sitzt. So etwas imponiert !!

Spasi

auch: http://www.educatium.de/klettertechnik/

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