Was wird als Kraftdefizit bezeichnet?

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In der Trainingswissenschaft ist das Kraftdefizit eines Muskels derjenige Betrag an Kontraktionskraft, der bei einem statischen (=isometrischen) Maximalkrafttest fehlt gegenüber einem mit dem gleichen Muskel durchgeführten exzentrischen Kraftstoß. Dies wird dadurch erklärt, dass bei einem exzentrischen Kraftstoß durch den Dehnungsreflex zusätzliche motorische Einheiten des Muskels aktiviert werden, die bei einer reinen Willküranstrengung (ohne Reflexanteil) unerregt bleiben. Es wird angenommen, dass der Betrag dieses Defizits je nach Muskel bei rund 20 bis 40% der isometrischen Maximalkraft liegt. Dies können aber nur grobe Schätzwerte sein, weil die Messergebnisse der statischen Maximalkraft und der exzentrischen Maximalkraft nur schwer vergleichbar sind, da sich die Messmethoden nicht angleichen lassen. Es besteht weiterhin die Theorie, dass durch ein „Training zur neuronalen Aktivierung“ sich das Defizit dadurch reduzieren lässt, dass der Körper „lernt“, auch einige derjenigen motorischen Einheiten zu aktivieren, die eigentlich zur „reflektorischen Reserve“ gehören. Ein Absenken des Defizits auf 10% soll möglich sein.

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