Was sind denn die pos.und neg. Auswirkungen beim Schwimmen (kraulen) auf die Wirbelsäule?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wenn dein „kleiner Bruder“ offensichtlich vom Brustschwimmen Rückenprobleme bekommen hat, dann ist die Ursache höchst wahrscheinlich eine schlechte Gleitlage, bei der Körper nicht von den Fingerspitzen bis zu den Füßen horizontal im Wasser liegt, sondern „im Kreuz“ nach unten durchhängt. Dies lässt sich in der Regel durch Anspannen der Bauch- und Gesäßmuskeln vermeiden. Da der Mensch im Wasser dem Auftrieb unterworfen ist, benötigt man zur Verbesserung der Gleitlage kein besonders ausgeprägtes Kraftniveau.
Es kann aber auch sein, dass die Gleitlage durch eine eingeschränkte Schulterbeweglichkeit leidet. In diesem Fall gelingt es nicht, die Arme in Verlängerung der Wirbelsäule zu bringen, was für eine gute Gleitlage unerlässlich ist. Da dies auf einer knöchernen Hemmung beruht, also weder durch Krafttraining, noch durch Dehnungstraining wegtrainiert werden kann, bleibt nur, den bevorzugten Schwimmstil zu wechseln. Dazu bietet sich in der Tat Kraulschwimmen an; denn hier brauchen nicht beide Arme gleichzeitig in Verlängerung der Wirbelsäule gebracht werden. Dadurch lassen sich Defizite in der Schulterbeweglichkeit durch stärkeres Rollen um die Längsachse etwas ausgleichen, der Rumpf bleibt in sich gerade (kein Durchhängen im Hohlkreuz) und Rückenprobleme bleiben weitgehend aus.
Was nun für deinen Bruder zutrifft, muss er selbst ausprobieren.

Abhängig von den Problemen und dem Alter deines Bruders gibt es verschiedene Möglichkeiten, ohne auf Schwimmen zu verzichten.
Generell soll dein Bruder mit dem Trainer sprechen über diese WS-Probleme und vor allem das Beintempo reduzieren und sich auf Technik konzentrieren, noch nicht auf maximale Geschwindigkeit.
Bei seitlicher Verkrümmung sind Brust und Delphin, aber auch Rücken Gleichschlag (Altdeutsch) sehr gut, da damit die Symmetrie der Muskulatur betont wird. Delphinbeine mit Flossen (aber ohne aktives Beintempo) ist auch sehr gut.
Wenn es nicht um die Symmetrie geht, sondern zu starkes Hohlkreuz oder ähnliches, ist Schwimmen auch nicht automatisch schädlich, es geht immer um die Art, wie man sich bewegt und trainiert - es ist aber eine persönlichere Betreuung als bei einem üblichen Schwimmtraining notwendig (bis sich das WS Problem durch das Wachstum und die Behandlung/Training gebessert hat und auch die Schwimmtechnik gut genug ist).
Kraul und normales Rückenschwimmen muß nicht schädlich sein, sollte aber genauer kontrolliert werden (am besten durch einen erfahrenen Schwimmtrainer oder einen Physiotherapeuten mit Schwimmerfahrung, der sich auf Haltung und Bewegung spezialisiert hat). Ich würde ihm außerdem Einzelstunden empfehlen (zusätzlich zum Schwimmtraining, gerade zu Beginn ändert sich sein Stil sehr schnell), damit er die Gefahren beim Schwimmtraining und deren Anzeichen für weitere Probleme für die WS erkennen kann.

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