Was ist der Unterschied zwischen dem aeroben und dem anaeroben Trainingsbereich?

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2 Antworten

pooky hats schon sehr gut erklärt. Es gibt hier keinen "besseren Bereich". Anaerob bedeutet, dass man eine Sauerstoffschuld eingeht, und somit schnell viel Energie vom Körper zur Verfügung gestellt bekommt, die aber schnell verbraucht wird. Dies ist zum Beispiel beim 100-Meter-Lauf de Fall, wo man nach einer kurzen Belastungszeit noch länger nachschnaufen muss. Für Ausdauerbelastungen über einen längeren Zeitraum ist der aerobe Bereich zuständig, in welchem durch den Zitronensäurezyklus des Körpers unter Sauerstoffzufuhr die Energiegewinnung langfristig gesichert werden kann. Aber eben nicht so viel Energie pro Zeiteinheit wie im anaeroben Bereich.

Im aeroben Bereich wird der Energiebedarf des Körpers überwiegend durch Fettverbrennung unter Sauerstoffeinwirkung gedeckt. Durch die hohe Energiedichte von Fett sind die Reserven schier unendlich, während die Glukose-, also Kohlenhydratspeicher schon nach kurzer Zeit leer sind.

Eine Beispielrechnung:

Im Schnitt kann der Körper pro Kilogramm Körpermasse etwa sechs bis sieben Gramm Kohlenhydrate speichern, macht bei einem 70-Kilo-Mann 490 Gramm (nimmt man sieben Gramm pro Kilo zugrunde). Bei einer Energiedichte von 3,3 KCal pro Gramm Kohlenhydrate können aus dem Glykogenspeicher also 1.617 KCal Verbrauch gedeckt werden.

Bei Fett sieht das anders aus. Gehen wir von einem (eher niedrigeren) Körperfettanteil von zehn Prozent aus, hat der genannte Mann satte sieben Kilo Fett. Bei der Energiedichte von 9,1 KCal pro Gramm Fett ergibt das unglaubliche 63.700 KCal.

Natürlich können diese wegen anderer Faktoren wie Müdigkeit und aufgrund der Tatsache, dass es keine reine Fettverbrennung geben kann, nie erreicht werden. Aber es ist deutlich erkennbar, dass der Fettverbrennungsbereich der deutlich effizientere ist. Deshalb ist es wichtig, im Bereich der aeroben Ausdauer, also bis 80 Prozent der maximalen Herzfrequenz zu trainieren.

Trainiert man zu hoch, also im anaeroben Bereich, dann gerätst Du in den Bereich, in dem die Stoffwechselvorgänge im Körper weniger oder ohne Berücksichtigung von Sauerstoff erfolgen.

Hierbei wird viel Laktat gebildet, in höheren Bereichen mehr, als der Körper abbauen kann. Die Folge ist, dass die Muskeln irgendwann übersäuern und die Belastung abbrechen können.

Außerdem wird in diesem höheren Bereich vermehrt Kohlenhydrate zur Energiegewinnung herangezogen, daher spricht man von einem anaeroben Kohlenhydratstoffwechsel. Durch die höhere Komplexität des Stoffwechsels hat der Körper zudem eine größere Schwierigkeit, Anpassungsvorgänge zu realisieren, so dass die Ökonomisierung länger dauert.

Aus diesem Grund sollte man Ausdauerbelastungen überwiegend im aeroben Trainingsbereich absolvieren, da man hier eine ökonomischere Energiebereitstellung hat und somit länger eine Belastung aufrecht erhalten kann. Das ist in erster Linie der Bereich 60 bis 70 Prozent der individuellen maximalen Herzfrequenz.

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