Was ist der "Runde Tritt" beim Radfahren eigentlich genau?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Leider sind diesmal alle Antworten ziemlich falsch.

Erster Irrtum: Zugbewegung nach oben ist wichtig. Die umfangreichste Untersuchung auf diesem Gebiet (Martin Hillebrecht u.a.) ergab selbst bei einem erlesenen Feld von 8 deutschen Spitzen-Bahnfahrern, daß dieses ziehen nach oben weitgehend ohne jede Relevanz ist. Ist auch nicht notwendig, denn es zählt immer das Drehmoment beider Beine (Summe), und da das Drehmoment, das in der Abwärtsbewegung eines Beines erzeugt wird, bis zu dreimal so hoch ist, wie das, das in der Schub- und Gleitphase von beiden Beinen bewirkt wird, kann das aufwärts bewegte Bein ohne Weiteres mit "Null" in diese Rechnung eingehen.

Zur Erklärung der Begriffe: Man bezeichnet die Phasen meist so: Druckphase halbzwei bis halbfünf, Gleitphase halbfünf bis halbacht, Zugphase halbacht bis halbelf, Schubphase halbelf bis halbzwei.

Gleitphase und Schubphase sind die schwierigsten Abschnitte, ihnen sollte in der Vorbereitungsphase im Training Aufmerksamkeit geschenkt werden. Im weiteren Saisonverlauf sollte aber dann nicht mehr darüber nachgedacht werden, der Fahrer solltete vielmehr einfach aus dem entwickelten Gefühl heraus treten und seine Aktionen den Bewegungen des Körpers folgen lassen.

Zweiter Irrtum: Der "biomechanische Wirkungsgrad" gibt an, wie effektiv der Tritt ist. Dieser nach wie vor in der Literatur verwendete Begriff ist schlicht und ergreifend falsch. Er wurde von dem in der Reha arbeitenden Physiker Wolfgang Petzke widerlegt. Nach seinen Untersuchungen muß die vom Fahrer ausgeübte Kraft nämlich NICHT tangential zur Kreisbewegung der Pedale verlaufen. Es genügt, daß überhaupt Kraft auf die Pedale ausgeübt wird, die in der Summe nicht auf eine Rückwärtsbewegung hinausläuft - den Rest besorgt die Kurbel, die die Pedale in die Kreisbahn zwingt.

Dritter Irrtum: Die in Tangentialrichtung verlaufende Resultierende der Kräfte sollte rund um gleichmäßig sein. Auch das ist im Flachen und bei Steigungen bis ca. 4% nicht erforderlich, weil der Schwung des Gesamtsystems Fahrer/Rad und die kinetische Energie der kreisenden Beinmassen dem Fahrer über die o.g. "schwachen Phasen" hinweghilft. Am Berg fallen diese Trägheitskräfte geringer aus, deshalb muß der stärkere Krafteinsatz in der Abwärtsbewegung früher einsetzen und später enden, was das Fahren am Berg so anstrengend macht und aufgrund der Notwendigkeit entsprechend verlängerter Erholgungsphasen die am Berg i.d.R. niedrigere Trittfrequenz erzwingt.

Vierter Irrtum: den Runden Tritt trainiert man vor allem mit kleinen Übersetzungen und hoher Trittfrequenz und Übungen wie Einbeinpedalieren u. dergl. Vielmehr ist es so, daß gerade das Fahren mit erhöhtem Krafteinsatz, aber auch mit variablen Trittfrequenzen die Muskelkoordination verbessert. Übertrieben hohe Trittfrequenzen können sogar schädlich sein, weil sie Muskeleinsätze provozieren, die kontraproduktiv sind. Statt Runde wird der Tritt dann hakelig. Einbeinpedalieren ist schlicht deshalb unsinnig, weil der Mensch ZWEI BEINE hat.

Insgesamt ein Thema, bei dem man sich von liebgewordenen Märchen trennen muß.

Gruß

A.

ist eig. schon alles gesagt worden ;) beim runden tritt fährt man sehr gleichmäsig ;)

Der runde Tritt beschreibt einen flüssigen Ablauf der Tretbewegung den du durch eine fließende/gleichmäßige Bewegung zwischen ziehenden und drückenden Bewegungen der Beine erreichst. Vom oberen Pedalpunkt bis zur unteren Hälfte übst du ja Druck auf die Pedale aus. Wenn du von der unteren wieder in die obere Position gehst hast du eine Zugbewegung. Das gleichmäßige Verhältnis dieser beiden Bewegungsformen nennt man dann runder Tritt. Wenn du bewußt darauf achtest ein gleichmäßiges Tempo zu fahren, dann übst du mehr oder weniger schon automatisch diesen runden Tritt aus.

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