Was bringt ein Laktattest?

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5 Antworten

Im Prinzip hat sabsine Recht, bei einer Spiroergo liefert die Atemgasanalyse alle wichtigen Informationen. Dennoch ist man bei der Testauswertung häufig froh, wenn einem die Laktatwerte als zusätzliche Information zur Verfügung stehen.

Das liegt zum einen an der etwas unzuverlässigen O2-Messmethode; die meist auf chemoelektrischem Weg ermittelten Werte wechseln gerne sprunghaft. Zum anderen kann die Messung auch durch das Atemverhalten des Probanden (z.B. durch erzwungene besonders tiefe Atemzüge) beeinflusst werden.

Aber auch die Laktatmessung birgt, obwohl sie heutzutage sehr präzise Werte liefert, insbesondere durch die Ernährung beeinflusst, das Risiko der Fehlinterpretation. Mit beiden Systemen gemeinsam kommt der erfahrene und sportinteressierte Diagnostiker fast immer zum richtigen Ergebnis.

In der Praxis erlebe ich übrigens viele Patienten, bei denen das Leistungsniveau über Jahre hinweg annähernd konstant (hoch) bleibt. In diesen Fällen ist es dann sicher ausreichend, einmalig eine umfassende Spiroergo mit Laktatmessung durchzuführen, in den Folgeuntersuchungen aber auf die Laktate zu verzichten, zumal auch bei Veränderungen der Ausdauerleistungfähigkeit die Herzfrequenzen an den Schwellen meist ziemlich konstant bleiben.

Oha, da habe ich ja wohl die Frage völlig falsch verstanden. Wenn es nur um Laktattests ohne Spiroergo geht, dann ist die Antwort eindeutig nein, wakra hat's begründet. Vielleicht ist mein obenstehender Text trotzdem für den einen oder anderen interessant.

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Wenn du in die Leistungsüberprüfung investierst, dann ordentlich! Einmal ist keinmal! Der Laktattest hat zu viele Schwachstellen um eine Aussage aus einem einzigen Test zu machen. Regelmäßig, angepasst an die jeweiligen Trainingsphasen ist er sicher zu empfehlen.

Spiro ist besser, Laktatschwellentest zusätzlich gibt noch mehr Infos zu deinem Laktatverhalten. Bitte auch nicht von einem einfachen (Hand)Analysegerät auswerten lassen!

Lies mal da nach: http://tinyurl.com/6bf6n8p

Der Link ist wirklich der Hammer! Bei den haarstäubenden Empfehlungen weiß ich wirklich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Aber es wird ganz klar, warum erfahrene Diagnostiker sich an die Hierarchie der Kriterien halten:

erstens das klinische Erscheinungsbild des Probanden

zweitens Spirometrie

und erst drittens Laktatwerte.

Die Wettkampfzeiten hätte ich allerdings auch ohne die beiden ersten Punke gesehen zu haben aus tausend km Entfernung auf 3min. genau prognostizieren können.

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Der bringt auch etwas für Amateure. Über den Laktatest bestimmst du deine Anaerobe Schwelle, also den Punkt wo der Muskel anfängt vermehrt Laktat anzuhäufen und in seiner Leistung abbaut. Über den Laktattest kannst du deine Trainingseinheiten/Intervall sehr gut über den Puls abstimmen. Für einen Sportler der an Wettkämpfen teilnimmt, egal ob Amateur oder Profi, ist dieser Test sehr sinnvoll um das Optimum an Leistungsentfaltung heraus zu holen.

Für einen Amateur würde ich sagen ist ein Laktattest rausgeschmissenes Geld. Aus folgenden Gründen:

Mit einem Laktattest bestimmt man die anaerob-aerobe Schwelle. Das macht die Auswertungssoftware. Verschiedene Programme verwenden unterschiedliche Werte. Außerdem ist der Punkt, an dem die kurve abknickt nicht so ausgeprägt wie in der Theorie.

Für einen Amateur ist bei systematischem Training ein pulsgesteuertes Training - wenn man seine maximale herzfrequenz per Test bestimmt hat - ein gutes, preiswertes und auch in der Praxis zu handhabendes Mittel.

Wenn du nicht ambitioniert trainierst (mit Wettkampfzielen), dann ist es meiner Meinung nach rausgeworfenes Geld, weil sich Trainingsbereiche auch unblutig bestimmen lassen.

Ein einmalig gemachter Laktattest bringt dir mMn relativ wenig. Das ist eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt X, d.h. er zeigt dir deine Leistungsfähigkeit zum Zeitpunkt X in Bezug auf Grundlagenausdauer und Tempohärte. Er kann dir aufzeigen, wo deine Schwächen oder Stärken liegen und worauf du deine Trainingsschwerpunkte hinsichtlich deines Trainingsaufbaus (im Hinblick auf deine Wettkampfziele) legen solltest. Die ermittelten Daten sollten sich bei richtigem Training relativ schnell (ca. 6-8 Wochen) verändern - wenn eine Veränderung (Leistungsverbesserung) angestrebt wird.

Sinnvoll wird eine Laktatkinetik mMn erst, wenn du sie regelmäßig machst (mit den gleichen Geräten, unter den gleichen Bedingungen), weil du dann Vergleichswerte hast, die dir anzeigen, ob du für deine Trainings-/Wettkampfziele richtig trainierst oder nicht.

Wenn du nicht damit arbeitest, ist es rausgeworfenes Geld. Die ermittelten Daten sollten in eine individuelle Trainingsplanung einfließen, dann ist das Geld sinnvoll(er) angelegt.

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