Was bedeutet "Alpinstil" beim Bergsteigen?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

igseilsport hat es zwar schon ganz richig wiedergegeben, ich möchte es aber nochmal anders erklären:

Der Alpinstil ist sowas wie das Gegenteil des Expeditionsstils. Der Expeditionsstil wurde für die speziellen Erfordernisse der hohen Berge zwischen 6000 und 8880 m entwickelt (in einer Zeit als die notwendige Ausrüstung noch ungefähr das doppelte wog als heute!).

Dabei werden von einem Basislager aus im Laufe mehrerer Tage und Wochen Hochlager errichtet, in die ein Teil des Materials im Zuge einer Logistikkette hochgebracht und verteilt werden. Das hat einerseits den Vorteil, dass die Bergsteiger sich besser an die Höhe anpassen/gewöhnen können und zwischendurch im Basislager wieder erholen können. Bei den meisten Expeditionen, insbesondere kommerziell organisierten, übernehmen den Großteil des Materialtransports dabei die einheimischen Träger.

Beim der finalen Gipfelbesteigung kann dann der ausgeruhte Bergsteiger relativ schnell mit leichtem Gepäck (er findet ja alles Notwendige unterwegs in den eingerichteten Zwischenlagern) entlang der Hochlagerkette zum Gipfel aufsteigen.

Beim Alpinstil wird in erster Linie auf die aufwendige Logistik, sowie die Hilfe von Trägern verzichtet. Die Bergsteiger starten mit der kompletten Ausrüstung die sie bis zu ihrer Rückkehr ins Basislager benötigen und schleppen immer alles mit. Alleine schon aus Gewichtsgründen (aber auch aus sportethischen Erwägungen) scheidet auch die Verwendung von Flaschensauerstoff aus. Fixseile können aber vorübergehend schon mal angebracht werden (z. B. eine schwierige Stelle von einem Lagerplatz aus, um am nächsten Tag diese schneller zu bewältigen).

Eine Besteigung im Alpinstil ist daher in der Regel deutlich anspruchsvoller als im Expeditionsstil. Neben einer besseren Kondition benötigen die Bergsteiger eine souveränere Technik und eine bessere Höhenanpassung. Bei objektiv gefährlichen Bergen kann es aber auch sicherer sein, weil man weniger oft in die Gefahrenzone muss.

Vielen Dank, super Antwort.

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Hallo rochus, der "Alpinstil" ist ein Form des Bergsteigens, bei der auf die gut vorbereitete Einrichtung von Hochlagern (durch Materialträger), die Anbringung von Fixseilen, die Zuhilfenahme von Sauerstoffflaschen sowie auch auf Fremdträger (z.B. Sherpa´s) verzichtet wird. Die Besteigung im "Alpinstil" wird heute mitlerweile auch im Hochgebirge über 8000 Meter vorgenommen - in Anlehnung an eine "normale" Alpentour. Die zur Benutzung kommenden Ausrüstungsgegenstände werden dabei selbst getragen. Die Hochlager werden dabei auch selbst auf- und wieder abgebaut. Als Begründer des "Alpinstils" gelten die Herren: Marcus Schmuck, Fritz Wintersteller, Kurt Diemberger und Hermann Buhl, die 1957 am Broad Peak mit dieser "Technik" erfolgreich waren. Richtig bekannt aber wurde der Begriff "Alpinstil" erst durch Reinhold Messners und Peter Haberlers Besteigung des Everests 1978. Wikipedia schreibt auch was darüber, siehe unter: de.wikipedia.org/wiki/Alpinstil

Danke für die Antwort

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