Warum überhaupt Selbstverteidigung lernen?

2 Antworten

DENNOCH besteht die Gefahr in diese Situation zu geraten,  und Selbstverteidigung dient nicht nur zur Kontrolle anderer Personen sondern auch Kontrolle über sich selbst , ausserdem ist selbstverteidigung eine Leidenschaft ähnlich wie Fußball,  Yoga, schwimmen etc. ;)

Weil's Spaß macht? Im Ernst: Natürlich kannst Du Dir eine Waffe anschaffen (die dann auch zur Hand sein sollte, falls man angegriffen wird), aber auch mit der wirst Du üben müssen. Die Hemmschwelle eine Waffe abzufeuern, dürfte höher sein, als zuzuschlagen oder zu treten, eine Waffe lässt eine Situation unter Umständen in Sekunden eskalieren. Eine Schlagwaffe hat man als Ungeübte höchstwahrscheinlich nicht lange selber in der Hand, sondern liefert sie dem Angreifer sozusagen mit. Also: Ums Üben wirst Du, wenn Du Dich effektiv verteidigen willst nie drumherum kommen. Es geht ja nicht nur ums rein Körperliche.

Ich lerne in der Kampkunst, einen kühlen Kopf zu bewahren, mich auch mitten in einer stressigen Situation mal kurz zu distanzieren, um nicht blind "ins Verderben" zu rennen. Ich schule meine Intuition, lerne das Gegenüber einzuschätzen, mich nicht einschüchtern zu lassen, vorwärts statt rückwärts zu gehen, auch mal zu agieren, statt zu reagieren. Ich lerne aus der Philosphie, die hinter den Bewegungen steht, meinen Alltag eskalationsfreier zu gestalten, Dingen die angemessene Priorität zuzuweisen, nicht immer mit dem Kopf durch die Wand zu wollen, sondern mit der Kraft des Gegenübers in meinem Sinne zu arbeiten. Ich trete bestimmter auf, seit ich Wing Tsun Schülerin bin, riskiere auch da einen zweiten Blick, wo ich früher einfach einen großen Bogen um Ärger gemacht habe, weil ich denke, da könnte jemand Hilfe brauchen, minimiere durch das Auftreten das Risiko als Opfer "ausgesucht" zu werden. (Nicht falsch verstehen, ich bin schon immer bestimmt aufgetreten, aber mittlerweise denke ich nicht darüber nach, es ist meine Natur geworden, wo ich früher auf theaterpädagogische Übungen zurückgegriffen habe, was auch funktioniert hat, aber mehr Energie gekostet hat.) Mir gibt es Sicherheit, zu wissen, wie eine körperliche Auseinandersetzung aussehen könnte, einen Plan zu haben, wie ich mich wehren kann, meine Chance vielleicht nur minimal, aber überhaupt zu erhöhen. Das Bild von mir zu haben, dass ich sehr wohl einen und mehrere schmerzhafte Treffer landen kann, auch wenn der/die andere kräftiger ist als ich.

Ich trainiere nicht für den Moment, in dem ich vielleicht (unwahrscheinlicherweise jemals) angegriffen werde. Ich trainiere für mich, weil's mir gut tut. Wenn ich nur für diesen einen unwahrscheinlichen Moment trainieren würde, wäre ich längst nicht mehr dabei. Aber auch nach 6 Jahren bin ich jede Woche wieder fasziniert, was mein (absolut unfitter) Körper so bewältigen kann, wie ich mit Technik nicht versierte Männer ins Schwitzen bringe und immer an meinen und mit meinen Trainingsbrüdern und Schwestern weiter wachsen kann.

Probier's doch einfach aus! Besuche Schnuppertrainings, lass Dir von den Leuten direkt erzählen, was sie fasziniert. Jede Geschichte und jede Motivation ist anders und spannend.

Viel Spaß!

Kitkatsake

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