Warum soll man die Finger an kleinen Griffen beim Klettern nicht abknicken?

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4 Antworten

Man sollte beides können - Leisten mit aufgestellten und mit hängenden Fingern halten. Wenn Du dir überhaupt nicht vorstellen kannst, eine Leiste hängend oder halb-aufgestellt zu halten, dann solltest du das üben und bewusst in leichteren Routen die Leisten nur mit hängenden Fingern halten. Dadurch entwickelst du ersten ein größeres Greif-Repertoire und zweitens schonst Du deine Fingergelenke und Bänder, da sie nicht so einseitig belastet werden. Zum Thema Verletzungsgefahr hat Sandro schon was geschrieben - allerdings ist die Verletzungsgefahr vor allem dann groß, wenn man nicht gescheit aufgewärmt ist oder einen Griff krampfhaft versucht zu halten, auch wenn man ihn eigentlich nicht ordentlich erwischt hat oder die Füße wegrutschen.

Soweit ich informiert bin, trainierst Du beim offenen Greifen die Muskulatur genauso bzw. sogar besser. Daher mache ich oft am Ende eines Klettertages noch zu Trainingszwecken "offenes Greifen", d.h. konsequent jeden Griff mit hängenden Fingern nehmen.

Bei der Übung merkt man dann aber zugleich auch, wie oft man an Griffen aufstellen muss. Das ist übrigens zugleich auch eine gute Tretübung, weil man dabei kraftschonend Klettern muss.

Wenn du die Finger aufstellst entwickelst du deutlich mehrt Kraft, als mit hängenden Fingern. Aber der Druck auf die Ringbändern, v.a. das A-2 und A-3 Ringband, steigen auch deutlich an. Meistens muss oder kann man bei Leisten aufstellen, bei Slopern (Auflegern) lässt man die finegr eh hängen.

Ja, die Belastung geht bei aufgestellten Fingern ja voll ins Gelenk und das auch noch in einem ungewoehnlichen Winkel und ueber einen Hebelarm (die ersten Fingerglieder).

Es ist aber auch klar, dass Du nicht alle Griffe ohne die Finger aufzustellen halten kannst. Kleine Griffe und Tritte sind halt eine der Stellen, an denen Klettern definitiv kein Gesundheitssport mehr ist.

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