warum ist die kniearthrose statistisch häufiger als die sprunggelenksarthrose ?

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2 Antworten

Das Kniegelenk ist als „transportables Scharniergelenk“ wesentlich komplexer aufgebaut als das obere Sprunggelenk (= Scharniergelenk) und das untere Sprunggelenk (= Scharniergelenk). Aufgrund der Struktur lässt das Kniegelenk nicht nur ein Beugen und Strecken um etwa 150°, sondern auch eine Rotation (des Unterschenkels) um etwa 60° zu. Demgegenüber beträgt das Bewegungsausmaß im oberen Sprunggelenk etwa 80° und im unteren Sprunggelenk etwa 30°.
Diese hohe Beweglichkeit des Kniegelenkes wird durch Bewegungen der aus Knorpel bestehenden Gelenkflächen in mehreren Raumebenen ermöglicht, wobei die Gelenkflächen aufeinander gleiten, rotieren und rollen, während es bei den Sprunggelenken nur Gleitbewegungen gibt. Die Oberfläche des Gelenkknorpels (Knorpel des Schienbeinplateaus, Knorpel der beiden Oberschenkelgelenkknorren, Knorpel der beiden Menisken, Knorpel der Knieschiebenrückwand, Knorpel der Gleitrinne für die Kniescheibe auf der Oberschenkelvorderseite) beträgt ein Vielfaches des Gelenkknorpels der Sprunggelenke. Die mechanische Belastung der Gelenkflächen darf nicht allein durch die reine Gewichtskraft bemessen werden, sondern durch die Drehmomente des Körpergewichtes, die im Kniegelenk durch die wesentlich längeren „Lastarme“ ein Mehrfaches der Sprunggelenksbelastung darstellt.

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Ich würde vermuten, dass das mit den großen Hebeln im Kniegelenk zusammenhängt. Das Körpergewicht spielt ja nicht unbedingt eine Rolle, sondern mehr die Kräfte, die auf das Gelenk einwirken. Bei zwei langen Hebeln sind die deutlich größer. Ausserdem ist der Bewegungsradius viel größer. Und die Knorpelmatrix im Knie ist vielleicht auch anfälliger bzgl. Degeneration.....

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