Warum fahren die Radfahrer nicht häufiger in Zeitfahrposition?

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Im Radrennen geht es zunächst nicht darum, immer absolut die bestmögliche Zeit zu fahren, sondern lediglich schneller zu sein, als die anderen.

Daher ist eine solche Zeitfahrposition zur Verbesserung der Windschnittigkeit und zur Zeitersparnis gar nicht erforderlich, zumal die Ausgangsvoraussetzung für jeden Fahrer dieselbe ist.

Außerdem bringt eine solche Sitzposition beim Fahren in der Gruppe/im Peloton keinen Vorteil, da durch die Pulkbildung schon ein Windschatten entsteht, der auch ohne Zeitfahrposition ausgenutzt werden kann.

Beim Zeitfahren, wo jeder Fahrer oder jedes Team auf sich gestellt ist und Windschattenfahren verboten ist, hat eine solche Position dagegen Sinn.

Abgesehen davon, dass ein nach vorn gerichteter Zeitfahrlenker beim Fahren in der großen Gruppe eine erhebliche Gefahr darstellen kann, schließlich könnte man den Vordermann "auf die Hörner" nehmen. Daher sind Zeitfahrlenker außerhalb der entsprechenden Wettbewerbe auch laut UCI-Reglement verboten.

Des Weiteren lässt ein echter Zeitfahrlenker keine so präsise Lenkung und Kontrolle des Rades, außerdem nicht so viele Griffpositionen zu, wie ein klassischer Rennlenker, es gibt hier eigentlich nur die liegende Position. Aber etwa Anstiege, auch wenn sie kurz sind, Sprints und auch die längere Distanz im Gegensatz zum Zeitfahren - schließlich muss man den Körper auch einmal in eine andere Position bringen, um ihn zu entspannen - erfordern andere Griffpositionen.

In der Gruppe stellt der Zeitfahrlenker einen Unsicherheitsfaktor dar, da in der vorderen Position schlecht gesteuert werden kann, geschweige denn Kurven richtig zu fahren. Darum sind sie im herkömmlichen Rennen auch verboten. Darüber hinaus bewegen sich die meisten Einzeletappen im Flachen zwischen 180km und 250 Km. Und auf die Distanz gesehen ist das Fahren in der Zeitfahrposition schon recht unbequem.

Vielen Dank euch dreien!

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