Wann muss man mit dem Rennrad auf dem Radweg fahren?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Die rechtliche Lage ist klar. Du mußt mit dem Rad den Radweg benutzen wenn er vorhanden ist. Dabei ist unerheblich welches Rad du fährst. Ich selbst kenne als Radsportler die Problematik mit den Radwegen und fahre von daher auch auf der Strasse. Du hast hier natürlich immer wieder Autofahrer die meinen dich zusammen hupen zu müssen. Da meine Radtouren mich hauptsächlich durch das Bergische führen haben ich jedoch den Vorteil nicht all zu viel Radwege zu haben. Von daher kann ich dann auch nur die Strasse nutzen.

Auch mit dem Rennrad bist Du an die Radwegebenutzungspflicht gebunden. Die STVO kennt nur im Zusammenhang mit der Beleuchtung Ausnahmeregeln fuer Rennraeder. Dass Du glaubst, Dein Fahrrad auf Radwegen kaputt zu machen, ist nicht Sache des Gesetzgebers, und der Autofahrer, den Du behinderst, kann auch nichts dafuer.

Sind Radwege tatsaechlich nicht benutzbar, erlischt automatisch die Benutzungspflicht. Das ist bei Schnee, Laub und aehnlichem der Fall. Die blosse Tatsache, dass ein bestimmter Fahrradtyp nicht mit beliebiger Geschwindigkeit darauf bewegt werden kann, reicht nicht aus.

Eine Ausnahme gibt es allerdings, obwohl auch diese nicht rennradspezifisch ist: Gruppen von mehr als 15 Fahrradfahrern duerfen einen geschlossenen Verband bilden und dann die Strasse benutzen, obwohl es benutzungspflichtige Radwege gibt. Sie duerfen dann sogar in Zweierreihen nebeneinander fahren. Erfahrungsgemass wird man aber auch dann noch von Autofahrern, die diese Regelung nicht kennen, angehupt.

Grundsätzlich muss sich auch ein Rennradfahrer an die Radwegebenutzungspflicht halten, es sei denn, deren Benutzung ist nicht zumutbar, wenn sie in einem nicht ordnungsgemäßen und somit nicht zumutbaren Zustand sind. Das heißt: Schnee/Laub nicht geräumt, stark verschmutzt, zugestellt/zugeparkt, Baustelle usw. Diese Einschränkung gilt für alle Radfahrer. Allerdings ist diese Interpretation leider sehr dehnbar und somit Auslegungssache.

Grundsätzlich müssen laut Straßenverkehrsordnung (StVO) Radwege nur dann benutzt werden, wenn das entsprechende Schild "Zeichen 237", also ein weißes Fahrrad auf blauem Grund vorhanden ist. Ansonsten darf die Straße benutzt werden.

Benutzungspflichtig sind ebenfalls Wege, die mit den "Zeichen 240" und "Zeichen 241" gekennzeichnet sind, also bei denen ein Fahrrad in Kombination mit Fußgängern dargestellt wird.

Diese Benutzungspflicht gilt formell für alle Radfahrer, also egal ob er sich auf einem City-Bike oder einem Rennrad fortbewegt.

Ausnahmen von dieser Regel gibt es bundesweit für geschlossene Verbände von 15 und mehr Radfahrern (STVO §27 Abs. 1), die dürfen generell auf der Straße und in Zweier-Reihe fahren und in einigen Regionen/Städten für Radsportler, die eine Wettkampf-Lizenz des Bundes Deutscher Radfahrer haben.

HotSpot 17.08.2009, 09:25

Ja sehr gut danke. Aber gibt es nicht auch für Gruppen Ausnahmen?

0

Es gibt einige gute Gründe, als Radfahrer den Radweg zu meiden. Der gravierendste ist die Unfallforschung, die belegt, dass für Radfahrer auf Radwegen ein deutlich höheres Risiko besteht, in einen Unfall verwickelt zu werden. Grund hierfür sind meistens unübersichtliche Einmündungen, in denen Autofahrer Radfahrer nur schlecht erkennen oder nicht erwarten bzw. unerwartete Hindernisse auf dem Radweg.

Eine Radwegebenutzungspflicht darf nurangeordnet werden, wenn dies für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer erforderlich ist. Eine eventuell mögliche Behinderung des fließenden Verkehrs darf bei dieser Anordnung nach der aktuellen Rechtslage keine Rolle spielen.

Ist aber die Benutzungspflicht durch ein aufgestelltes Schild gegeben, so müssen sich auch Rennradfahrer daran halten. Fehlt bei der Zufahrt auf einen Radweg dieses Schild (der blaue Radfahrer), besteht auch keine Benutzungspflicht.

Was möchtest Du wissen?