Verbessert man seine Körperspannung über Training der Bauchmuskulatur?

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4 Antworten

Die „Körperspannung“ ist abhängig von der „Spannung“ deiner Muskeln, nicht nur der Bauchmuskeln, sondern nahezu aller Muskeln des Rumpfes und der Beine. In der Biologie/Physiologie unterscheidet man nur 2 verschiedene Muskelspannungen:

  1. passive Spannung (Ruhetonus)
  2. aktive Spannung (kontraktiler Tonus)

Die passive Spannung ist diejenige Spannung, die ein Muskel bei völliger Inaktivität zeigt, also dann, wenn er nicht durch das Nervensystem zur Kontraktion angeregt wird. Ihre Ursache liegt in elastischen Eiweißfäden (den Titinfilamenten). Sie ist abhängig vom Muskel-Dehnungsgrad d.h. von der augenblicklichen Gelenkstellung. Kurzfristig lässt sich die passive Spannung geringfügig (etwa um 5-10%) durch Aufwärmen absenken. Langfristig steigt die passive Spannung bei Hypertrophie (Anstieg des Muskelquerschnittes) und sinkt bei Hypotrophie (~ Muskelschwund)

Die aktive Spannung ist diejenige Spannung, die ein Muskel zusätzlich zur passiven Spannung erzeugt, wenn er kontrahiert. (Sie wird erzeugt durch Querbrückenbildung zwischen den Aktin- und Myosinfilamenten innerhalb der Muskelfasern). Die aktive Spannung ist äußerst variabel, je nachdem wie viele Muskelfasern im jeweiligen Augenblick kontrahieren und in welcher Intensität. Sie ist entsprechend niedrig im Schlaf und beim Liegen und entsprechend hoch beim Heben schwerer Gewichte. Das sind aber nur graduelle (keine prinzipiellen) Unterschiede. Langfristig lässt sich die Möglichkeit zum Erzeugen hoher aktiver Spannungen durch Hypertrophietraining verbessern. Bei Hypotrophie nimmt geschieht das Gegenteil.

Wenn du also deine „Körperspannung“ erhöhen willst, musst du langfristig ein Krafttraining für alle an der aufrechten Haltung beteiligten Muskeln durch führen (Rückenmuskeln, gerade und schräge Bauchmuskeln, Skalenusmuskeln, Glutaeus, Hüftbeuger, hintere und vordere Oberschenkelmuskeln). Dadurch steigt die permanente passive Muskelspannung, sowie die Möglichkeit zur Erzeugung aktueller aktiver Spannung.

Die gesamte Rumpfmuskulatur trägt zu einer besseren Körperhaltung und Körperspannung bei. Nur die Bauchmuskeln trainieren ist nicht gut, man muss immer Spieler und Gegenspieler bei den Muskeln trainieren sonst ergibt sich ein Ungleichgewicht und Dysbalancen.

So gestellt, ist deine Frage schwer zu beantworten. Wie schon geschrieben, wird die Muskelspannung auch Tonus genannt. Hier unterscheidet man in.

  1. Grundtonus ( während des Schlafs )
  2. Ruhetonus ( im Liegen )
  3. Haltetonus ( Sitzen, Stehen )
  4. Aktionstonus ( Muskelspannung in der
    Bewegung )

Der Tonus kann normal, niedrig (hypoton ) oder (zu)hoch (hyperton sein). Es kann sein, dass in bestimmten Körperbereichen die Muskelspannung sehr hoch und in anderen Bereichen wiederum sehr niedrig ist.

Um die Körperspannung im Allgemeinen zu verbessern, um beispielsweise einen aufrechteren Gang zu erreichen, oder aber als SportlerIn größere Stabilität im Rumpf,in Beinen, oder sonstwo zu erreichen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Wichtig ist noch: Je kleiner die Unterstützungsfläche, desto höher muss der Tonus sein, d. h. konkret. Einbeinstand erfordert höheren Tonus, als beidbeiniger Stand. Zehenspitzenstand erfordert höhere Muskelspannung als Einbeinstand auf dem ganzen Fuß. Dies gilt für alle Ausgangsstellungen. Sitzen auf der Stuhlkante oder auf einem Balken, erfordert höheren Tonus als Sitzen im Sessel.

Trampolinspringen, Balancieren, Seilspringen einbeinig, Schlittschuhlaufen, Yoga, Tai Chi sind Möglichkeiten, die mir spontan einfallen. Gibt mit Sicherheit viele, viele weitere Möglichkeiten.

Du müsstest schreiben für welche Aktivität du mehr Spannung brauchst. Im allgemeinen gilt, dass Sport die Muskelspannung steigert. Die Muskelspannung nennt man in der Medizin: Tonus. Mit der potentiellen Muskelstärke hat Tonus aber nichts direkt zu tun.

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