Trittwechsel beim Klettern (Anfängerfrage)

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

So, wie du es schilderst, ist es kein "Trittwechsel-Problem". Ein Trittwechsel wird so definiert, dass man auf einem Tritt steht und die Füße austauscht. Aber das ist nur eine Begrifflichkeit.

Ich hatte am Anfang auch Probleme im Überhang. 2 Dinge haben mir sehr geholfen.

  1. Achte noch mehr auf deinen Körperschwerpunkt. Am Anfang dreht man sich noch nicht so gezielt ein, was aber im Überhang sehr wichtig ist. Falls ihr eine stark überhängende Wand mit weichen Matten drunter habt, dann bouldere die Einstiege aus und zwar immer nur eingedreht. Übertreibe das ruhig ein bisschen. So bekommst du ein besseres Gefühl dafür, wie du im Überhang Kraft sparen kannst. Im Boulderraum kann man das auch gut üben. Falls du dann doch mal geblockt an der Wand hängst, dann versuche wiederum, deinen Körperschwerpunkt zu verlagern. Entweder durch Eindrehen, oder du lässt den angeblockten Arm gezielt hängen (dein Körper geht also ein wenig nach unten, wie eine Art "Frosch-Position"). Das hilft oft, wieder anders anstehen zu können. Irgendwann geht es natürlich auch darum, die Blockierkraft zu verbessern, aber das wird erst so ab dem 7. bis 8. Grad relevant.

  2. Versuche, auch mal an der Wand anzustehen. Das gibt Stabilität zum Weiterklettern. Man muss sich nur trauen und daran gewöhnen.

Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen weiterhelefen.

Hallo Climbingkirsche, vielen Dank für deine ausführliche Antwort, und sorry für das Vertauschen der Begriffe. Was meinst du mit "an der Wand anstehen" genau?

0
@malecon666

Das heißt, dass du keinen eingeschraubten Tritt benutzt, sondern mit dem Fuß irgendwo auf der Wand stehst. Fast alle Kletterhallen haben rauhe Wände (und keine glatten), daher geht das sehr gut. Vor allem, wenn man klein ist, muss man sich irgendwann angewöhnen, auch mal an der Wand anzustehen, um weiterklettern zu können. Das geht besser, als man anfangs denkt. Wenn du damit Schwierigkeiten hast, dann übe das erstmal in einer geraden oder nach hinten geneigten Wand (=Platte). Nimm keinen Tritt, sondern versuche, auf der Wand zu stehen und so zu klettern. Das verbessert auch automatisch deine Fußtechnik.

0
@Climbingkirsche

nur noch so "for the records", es geht jetzt viiiel besser, obwohl ich nicht mehr damit gerechnet hatte, jemals Fortschritte zu machen. Das Hauptproblem war eigentlich, dass ich eine ständig im Hinterkopf präsente, diffuse Sturz/Ausrutschangst mit mir herumschleppte, so dass ich beim kleinsten Hindernis verkrampft an den Griffe hängte. Als ich begann, diese systematisch (ständiges Sturztraining) zu bekämpfen, verbesserte sich die Situation schlagartig.

0

Hmm, einen Griff auf Brusthöhe zu halten, ist eher kein Anfängerproblem. Das ist in leichten Routen, auch seicht überhängend, nämlich gar nicht nötig, da der Griffabstand das nicht verlangt. Es sei denn, Du solltest extrem klein sein. Hört sich demnach eher nach einem Bewegungsproblem an. Versuche mal, geeignete Trittpositionen zu finden, um zum nächsten Griff zu gelangen, ohne Dich in die beschriebe Situation zu manövrieren. Als Anfänger hat man in der Regel gar nicht genügend Kraft, um einen Griff auf Brusthöhe zu blocken. Mit "an der Wand anstehen" meint "Climbingkirsche" das sogenannte "Antreten auf Reibung". Du nutzt dabei keinen eingebohrten Griff/Tritt, sondern trittst irgendwo dazwischen an der Kletterwand mit möglichst großer Fläche des Kletterschuhs an. Ist in leichten Routen aber auch nicht erforderlich. Später benötigt es dafür jedoch in der Tat eines Trittwechsels. Mein Tipp einstweilen: an der Technik und Beweglichkeit arbeiten. Powern kommt später und wird dann auch zusehends wichtiger - kann aber nur effektiv umgesetzt werden, wenn die anderen Faktoren stimmen.

Grüße Eddie

Wenn Du sagst, dass die Wand leicht überhängt, und Du die Arme angewinkelt (auf Brusthöhe!?) hast, klingt das nach einer sehr verkrampften Position. Vielleicht versuchst Du einmal, den Arm doch lang zu lassen, und zu gucken, wie Du Dich in der Hüfte bewegen könntest, um den Fuß doch zum Tritt zu bewegen. Nur so eine Idee, muss nicht immer klappen ;-)

Manchmal hilft auch Stützen....

Viel Erfolg, Stefan

Was möchtest Du wissen?