Trainingsplan für Kampfsport???

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3 Antworten

Erstmal würde ich anmerken, dass Du mit Muskelmasse im Allgemeinen und Bodybuilding im Besonderen vorsichtig sein solltest.

Durch "Muskelaufbau" wirst Du eine Gewichtsklasse aufsteigen und nur mittelmäßig viel Kraft gewinnen.

Durch funktionelles Krafttrainig wirst Du viel Kraft gewinnen und nur vielleicht eine Gewichtsklasse aufsteigen.

Meine wichtigste Emfpehlung wären Kettlebells. Viel Arbeit mit Kettlebells. Als rein funktionelles Training, dass Kraft, Ausdauer und teilweise Beweglichkeit trainiert sind Kettlebells im MMA-Bereich sehr sehr beliebt.

Liegestütze sind immer gut, v.a. einarmige.

Klimmzüge sind immer gut, mit viel Training können die auch einarmig werden.

Kreuzheben ist auch immer gut.

Für die Beine sind einbeinige Kniebeugen (aka "Pistolen") ja mein Favorit.

Für die schrägen Bauchmuskeln als Rotationsübung würden sich Russian Twists oder noch besser Full Contact Twists nach Pavel Tsatsouline anbieten.

Wozu ein extra Trainingsplan? Wozu mehr Masse? Mehr Masse bedeutet nicht automatisch auch mehr Kraft. Das ist Trugschluss! Kraft ist Masse mal Beschleunigung (F=m*a). Ich bin davon überzeugt, dass der eigentliche Ansatzpunkt für die Steigerung des Kampferfolgs nicht die Steigerung des Körpergewichts (d.h. der Muskelmasse) ist, sondern die Technik selbst.

Ein gutes, ausgewogenes Kampfsporttraining bietet alles, ohne dass man noch zusätzlich besondere Trainingspläne für Kraft und Kondition benötigen würde.

Außerdem sollte ein wichtiger Aspekt nicht vergessen werden: Kampfsport-Techniken kann man nicht mit besonderen Trainingsplänen für Kraft und Kondition üben, sie können allenfalls das Training mehr oder weniger sinnvoll ergänzen. Für fortgeschrittene Kampfsportler mögen spezielle Trainingspläne hilfreich sein. Doch gerade für Einsteiger sind Trainingspläne, die auf Kraft Kondition ausgerichtet eher hinderlich, denn von Vorteil.

Das beste Training ist noch immer Technik-Training. Je besser, je intensiver das Technik-Training ist, desto mehr kann man aus dem Training mitnehmen. Eine verbesserte Technik ermöglicht zugleich eine intensivere Trainingserfahrung.

Je besser die Technik wird, desto mehr kann man sich der Trainings-Intensität hinwenden. Mit der Intensität des Trainings nimmt auch die Kraft und die Kondition zu. Durch das spezifische Training werden zudem genau die Muskeln gestärkt und aufgebaut, die speziell für die jeweilige Kampfsport-Technik benötigt werden.

Andererseits aber: Wozu braucht man Kraft und Kondition, wenn die Technik nicht da ist?

Meine persönliche Erfahrung als langjähriger Trainer bestätigt immer wieder: Wer über viel Kraft und wenig Technik verfügt, ist bestrebt den Mangel an Technik durch Kraft auszugleichen. Dies wiederum führt in aller Regel zu noch schlechteren Techniken.

Zuerst kommt die Technik. Mit dem Verständnis für die Technik kommt die Kraft und die Kondition.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich halte ein gezieltes, ausgewogenes Kampfsporttraining für deutlich zielführender als irgendwelche ergänzenden Trainingspläne.

Mit dem Kampfsporttraining wird die Technik verbessert. Ein gutes, zielgerichtetes Kampfsport-Training verbessert, die Technik direkt und hat damit unmittelbar Einfluss auf die eigenene Fortschritte im Kampfsport.

Einschränkungen der Beweglichkeit sind aufgrund der kampfsportspezifischen Belastung im Kampfsport-Training nicht zu befürchten

Kraft und Kondition nehmen parallel mit dem Verständnis der Technik durch das reguläre Training zu, ohne dass es zusätzlicher Übungen bedarf.

Die ganze Kraft und Energie kann direkt dem Kampfsport gewidmet werden, was bei zusätzlichen allgemeinen Trainingsplänen nicht möglich wäre.

Hier noch ein paar Link, wenn Du trotzdem gern auf Masse trainieren möchtest:

http://www.dr-gumpert.de/html/trainingsplan_masseaufbau.html

Danke für die Antworten!! Ja ich weiß das Masse nicht gleich Kraft bedeutet allerdings sollte ich zumindest gewichtsmässig ziemlich gleich sein denn 10 Kilo und mehr machen sicher nen Unterschied!!!

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@Rachegott

10 Kilo machen einen Unterschied, aber nur dann, wenn die Technik nicht stimmt. Bei korrekter Technik kann man auch einen körperlich (Gewicht) deutlich überlegenen Gegner schlagen. Kraft und Gewicht sind eben nicht alles. Die Gesetze der Physik richtig angewandt, bringen selbst den stärksten Gegner zu Fall. Dazu kommt, dass ein höheres Gewicht automatisch auch mehr Trägheit bedeutet. Man braucht also umgekehrt mehr Kraft, um sich überhaupt zu bewegen ... Jede Medaille hat zwei Seiten. Auch vor diesem Hintergrund bleibe ich dabei, dass Techniktraining wohl erheblich mehr Fortschritte bringen dürfte. Man sollte die Kontraktionsfähigkeit der Muskeln steigern. Damit kann man die Schnelligkeit verbessern und mehr Schnelligkeit bedeutet automatisch auch mehr Kraft.

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Hey Rachegott, erstmal auch meine Empfehlung zu "Masse aufbauen". Erfahrungsgemäß ist es besser wenn du in deiner natürlichen Gewichtsklasse bleibst. Soll heißen: Die Gewichtsklasse die du von allein ohne speziell stimulierende Ernährung/Training bei regelmäßigem Training hast. Bei wird das höchstwahrsheinlich -75kg oder u.U. auch -80kg sein. Zum Training. Das du bereits Kickboxen gemacht hast ist gut, das gibt dir ein paar Grundlagen. Was dir allerdings komplett neu sein wird, ist, dass jemand deinen Kick fängt und dich auf dem Boden zerraucht. Daher musst du wahrscheinlich im Bodenkampf inklusive aller dazugehörigen Muskeln dein Training forcieren. Übungen dafür wirst du wahrscheinlich zu genüge im Training kennenlernen. Wenn du gern etwas zu Hause machen willst, könntest du über die Anschaffung eines G&P Trainingsdummies nachdenken. LG Murmel

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