Sturztraining und Seilbelastung beim KLETTERN

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Ein richtiges Sturztraining ist ein sehr umfangreiches Kapitel und wenn - wie bei Dir - noch eine anscheinend recht ausgeprägte Sturzangst dazukommt, dann sollte man das ganze systematischer angehen. Ich würde dir raten, an jedem Klettertag mindestens 10 Stürze zu absolvieren. Damit meine ich jetzt nicht richtige Vorstiegsstürze von Positionen mehr oder weniger weit über dem Haken, sondern vor allem am Anfang sollten dabei die allermeisten im Toprope oder im Vorstieg mit Anseilpunkt in Hakenhöhe oder sogar unter Hakenhöhe stattfinden. Der Sicherer sollte dabei das Seil so locker lassen, dass Du das Seil nicht spürst, so lange Du Dich noch an der Wand festhältst. Alleine durch die Seildehnung wird dann schon ein halber Meter oder vielleicht sogar ein Meter Sturzhöhe zustande kommen. Wichtig ist erstmal, dass Du die Angst vor dem Loslassen verlierst - erst dann kannst Du die Sturzhöhe langsam steigern.

Wegen dem Seil solltest Du dir keine großen Sorgen machen. Natürlich wird es ein wenig stärker beansprucht als ohne Stürze - aber dafür ist ein Seil ja da oder? Wenn der Mantel dann an den Enden anfängt aufzupelzen, dann läßt Du am besten in einem Kletterladen das Seil um einige Meter kürzen und den verschlissenen Teil wegschneiden.

Ich habe meine Sturzangst mit der "Clip and Drop" Methode überwunden. Das heisst, du kletterst im Vorstieg und klippst die Exen. Bei jeder Exe ab der dritten lässt du dich ins seil fallen. Du fängst dabei in der Höhe an, wie du dich wohlfühlst. Erst auf Schulterhöhe, dann Gurt, Knie, Füsse, ... Meine Kletterpartnerin hat auch grosse Sturzangst und wir haben genau diese Methode bei ihr auch angefangen. Sie hat sich da ziemlich schnell von Gurthöhe auf über Fusshöhe gesteigert und sich nicht unwohl gefühlt. Das Wichtigste dabei ist, dass du immer nur die Höhe wählst, in der du dich noch wohl fühlst. Mit vielen Wiederholungen kommst du dann automatisch zu dem Punkt, wo dir das Stürzen egal wird und sogar Spass macht. Bei mir gehört das Stürzen zum Klettern dazu, sonst kommt man nicht weiter. Hier gibt es ein Video, wie die Methode funktioniert: http://chrissla.org/index.php/698/clip-and-drop-methode-sturzangst-loswerden

Ganz wichtig ist das Sturtztraining auch für den Sicherer. Wenn Du oben nie stürtzt (oder springst) dann wird er (sie) unten es auch nie können. Ich mache das so, daß ich in den Routen (wenn Platz ist) den Umlenker nicht klinke und in die letzte Expresse springe. Dann bleibt der Kletterer und Sicherer immer im Training. Achja und nur mit freiem Kopf (keine Sturtzangst) kann man wirklich an sein Limit klettern.

Motocross. Nach Unfall immer schlechter

Hallo zusammen, ich habe ein Problem, dass mich momentan sehr quält. Ich fahre seit einigen Jahren leidenschaftlich gerne Motocross. Auch Rennen und Wettbewerbe fuhr ich bis vor 1 Jahr recht erfolgreich mit.

Nun hatte ich vor ca einem Jahr 2 Unfälle hintereinander, die beide sehr schmerzhaft waren und eine lange Pause erzwangen.

Lust auf diesen Sport habe ich weiterhin und übe ihm nach der Genesung auch weiterhin aus. Allerdings habe ich das Gefühl, dass ich mit jedem Training schlechter werde. Ich kann nichtmehr das bringen, was ich vor den Unfällen geschafft habe. Auch die Ursache kann ich ausmachen: Es ist Angst!

Ich fahre Hindernisse und Sprünge immer langsamer bzw gar nicht mehr. Nehme ich mir dann den Mut und will in der nächsten Runde eben diese Hindernisse so wie früher bewältigen, bekomme ich wenige Meter davor diesen abrupten Angstimpuls im Kopf, bremse und fahr nebenher.

Jede kleine "Ausserplanmässigkeit" beim Fahren zwingt mich wieder weiter nach unten. Also rutsche ich mal kurz weg, ohne dass etwas passiert, ohne bin ich knapp einem Sturz entgangen, so kann ich auch diese Stellen nichtmehr unbezwungen befahren.

So wie es momentan ist, macht der Sport keinen Spass, bzw auch keinen Sinn. Ich weiss nicht wie ich die Blockade aus meinem Kopf gelöst bekomme.

Ich fahre so gern, ich übe auch mehrmals wöchentlich, wie damals. Aber ich schaffe einfach keine Verbesserung mehr.

Ich möchte den Sport nicht wechseln, sondern einen Auslöser finden, der mich wieder weniger ängstlich fahren lässt. Rein technisch und körperlich kann ich so ziemlich jeden Sprung und jedes Hindernis meistern, aber mein Kopf stellt sich da in den Weg.

Ich hoffe nun, dass ich einige ähnliche Erfahrungen hier lesen kann, bzw man mit Tips geben kann, wie ich aus diesem "Teufelskreis" wieder herauskomme.

Ich danke Euch sehr.

Viele Grüße Marco

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