Stärkt Karate das Selbstbewußtsein?

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3 Antworten

Als Kind war ich ebenfalls sehr zurückhaltend und schüchtern, ich besaß kein Durchsetzungvermögen und konnte mich nicht gegen meine Klassenkamaraden behaupten.Aus eigener Erfahrung kann ich sagen das Karate schon dazu beigetragen hat das ich Selbstbewußter und auch Offner meinen Mitmenschen gegenüber geworden bin. Dies kommt u.a durch die Freundschaftliche atmosphäre im Dojo, so lernt u.a ein Kind sich Durchzusetzen. Dies ist jedoch ein Prozess der sich erst nach einiger Zeit einstellt.

Hallo lunana,

ich bin mir sicher, dass Karate das Selbstbewusstsein stärkt. Man sollte sich nur immer wieder damit auseinander setzen, wie und vor allem ob überhaupt man diese Kampfkunst auch einsetzen soll. Es sicher ein tolles Gefühl, den anderen "normalen" Menschen durch diese Kampfsportart überlegen zu sein, dennoch muss man sich auch bewusst sein, dass man durch diese Überlegenheit in gewisser Weise auch eine Gefahr für andere sein kann. Mit diesem Bewusstsein wird auch sicherlich das Selbstbewusstsein Deines Kindes steigen.

Sehr schade, dass Du Karate auf Kampf reduzierst. Physische Auseinandersetzungen oder das Gefühl körperlicher Überlegenheit haben nichts mit Selbstbewusstsein zu tun. Ersteres zeugt von einem schwachen Charakter, letzteres von Überheblichkeit. Beides sind Extreme, die nicht Ziel des Karate-Trainings sind.

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Karate stärkt so wie jeder andere Kampfsport auch das Selbstbewusstsein. Grundsätzlich ist jede Sportart dazu geeignet, das Selbstbewusstsein zu stärken, doch das gilt für Kampfsportarten in besonderem Maße.

Im Kampfsport kämpft man nicht nur gegen einen Gegner, gegen den man sich behaupten und durchsetzen muss, sondern in erster Linie gegen sich selbst. Jeden Tag, in jedem Training gibt es neue Herausforderungen, denen man sich ganz allein stellen muss, durch die man sich ganz allein durchbeißen muss.

Oft erlebt man gerade im Kampfsporttraining etwas ganz Besonderes: Nach dem Training stellt man fest, dass man etwas geschafft hat, was man zuvor für unmöglich gehalten hätte. Man erfährt, dass es keine wirklichen Grenzen gibt, dass man mehr zu leisten in der Lage ist, als man zuvor glaubte. Dieses aus harten Trainingserfahrungen geborene Wissen ist einzigartig, denn es macht innerlich stark und gibt das notwendige Selbstvertrauen, welches zuvor oft nicht vorhanden war. Dieses Wissen nimmt man zugleich mit in den Alltag

Dabei geht es weniger um die physische Stärke, die man natürlich auch durch das Training erlangt, es ist auch nicht unbedingt das Gefühl körperlicher Überlegenheit ... Nein, es ist vielmehr eine gewisse Gelassenheit, die man den Problemen des Alltags, den täglich neuen Herausforderungen und auch Gefahrensituationen gegenüber entwickelt.

Man lernt durch das Kampfsport-Training, die Probleme nicht mehr als Problem und damit als potentielle Bedrohung zu sehen, sondern sie als Herausforderung anzusehen, als eine Frage, auf die eine Antwort gefunden werden muss, als eine Aufgabe, die einer Lösung harrt.

Dass Karate eine Vielzahl effektiver Verteidigungsmöglichkeiten bietet, braucht sicherlich nicht extra erwähnt zu werden. Doch dies trägt sicher auch mit dazu bei, dass mögliche Konflikte ganz anders angegangen und gelöst werden. Kampfsportler sind jedenfalls viel seltener in körperliche Auseinandersetzungen verwickelt als dies für Nicht-Kampfsportler gilt.

Ein schwaches Selbstbewusstsein zeigt sich nicht nur in mangelnder Durchsetzungskraft oder fehlendem Entscheidungswillen, nein, es findet insbesondere auch in der Haltung der betroffenen Personen seinen Ausdruck. Die oft niedergedrückte Haltung, das zögernde Handeln, das sehr zurückhaltende, ja mitunter sogar ängstliche Verhalten schlägt sich nicht zuletzt auf die Psyche nieder und beeinflusst natürlich auch den Charakter in besonderem Maße.

Da Kinder (und das gilt für Erwachsene ebenso) mit einem schwachen Selbstbewusstsein oft Opfer sind, bietet das durch das Kampfsporttraining entwickelte Selbstbewusstsein einen gewissen Schutz.

Menschen ohne oder mit einem schwach entwickeltem Selbstbewusstsein finden sich oft deshalb in der Opferrolle wieder, weil andere eine Bestätigung ihrer eigenen Persönlichkeit suchen. Diese finden sie, wenn sie anderen entweder tatsächlich überlegen sind oder doch zumindest überlegen fühlen. Dazu suchen sie sich natürlich nicht Jemanden aus, die ihnen ebenbürtig oder gar stärker erscheint sondern eben genau jene, die schwächer sind als sie selbst, mit denen sie ein leichtes Spiel zu haben glauben.

Wer Karate (oder einen anderen Kampfsport) trainiert, wird im Laufe der Zeit eine innere Stärke entwickeln, die genau jene nach außen durchscheinende Schwäche überwindet. Diese innere Stärke ist das, was wir als Selbstbewusstsein bezeichnen, was aus der Opferrolle befreit und Handlungsfreiheit gibt, um sich selbst zu verwirklichen.

Daher ist Karate, wie alle anderen Kampfsportarten auch, in besonderen Maße dazu geeignet, das Selbstbewusstsein nicht nur zu stärken sondern überhaupt erst zu entwickeln.

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