Sprühöl oder normales Fahrradöl für Fahrradketten, etc.?

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Sprühöle, vor allem auf Silikonbasis, sind deshalb schlecht für die Kette, weil sie eine wesentlich geringere Druckfestigkeit als Kettenfett haben.

Das hat nichts mit bestimmten Befindlichkeiten von bestimmten Radfahrergruppen zu tun, sondern einfach mit dem technischen Hintergrund.

Durch die Antrittskraft wird die Kette gestrafft, in den einzelnen Gliedern entsteht dabei an den aufliegenden Flächen Druck (Das kann man übrigens leicht nachvollziehen, indem man an die beiden Zeigefinger ineinanderhakt und dann zieht. An der Kontaktfläche drücken die beiden Finger aneinander).

Kettenfett hat die Eigenschaft, auch unter den üblichen Belastungen einen durchgängigen Schmierfilm auf den Flächen zu bieten, so bleibt die Reibung auf einem Minimum. Das trifft im Übrigen auch auf spezielle Öle mit Teflonpartikeln zu. Hier sorgen diese Partikel für einen durchgängigen Film, die Flüssigkeit dient nur als Lösungsmittel.

Silkon- und sonstige Sprühöle hingegen bieten das nicht, der Film kann unter dem Druck reißen und dann reibt Metall auf Metall. Die Folge ist klar: vorzeitiger Verschleiß.

Silikon-Schmiermittel eignet sich hervorragend für Kontaktpunkte von Metallen, die nicht so stark belastet werden oder bei Kunststoffen, jedoch nicht bei Fahrradketten.

Übrigens sollte man Ketten entgegen der landläufigen Meinung auch nicht mit Kettenreiniger behandelt werden. Denn diese Mittel spülen das Fett innerhalb der Kettenglieder heraus, leider auch aus den Stellen, wo das nachträglich bei der Pflege aufgebrachte Kettenfett nicht hingelangen kann.

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