Springt ihr beim Klettern häufig ins Seil?

3 Antworten

Ich bin auch so ein Abkletterer seufz. Ich hab mir schon manchmal gedacht, die Kraft hätt ich jetzt besser aufwärts investiert, aber irgendwie hab ich Angst vorm Stürzen.

Die Angst kannst Du mit Sturzhaltungstraining ganz gut in den Griff bekommen. Das geht folgendermassen:

  • Du kletterst in sichere Höhe, z.B. 6 Expressen. In den Bohrhaken dort würde ich noch einen Schraubkarabiner reinpfrimeln, nicht wegen der Redundanz, sonden um das Seil zu schonen.

  • Du kletterst wieder ein bisschen ab, bis du zwei gute Griffe hast. Dann läßt Du Dich, nachdem dein Sicherungspartner das Okay gegeben hat fallen. Danach kletterst Du wieder bis zu dem Ausgangspunkt.

  • Der Partner gibt beim nächsten Sturz etwas mehr Schlappseil. Wiederhole das ein paar mal, wenn Du Dich gut dabei fühlst, gibt er noch mehr aus.

  • Wenn Du dann genügend Mut hast, dann klettere mit deinem Knoten zur Expresse, und lass dich von dort fallen. Dann kommt das selbe Spiel: erhöhen der Sturzhöhe durch Seilausgabe.

  • Und dann kannst Du auch mal - ich bin sicher die Fallerei wird Dir mit der Zeit langweilig - über die Expresse hinausklettern. Das selbe Spiel.

  • Wichtig: danach wird die Sturzhöhe schrittweise wieder reduziert, bis Du wieder im Toprope ganz kurze Distanzen fällst.

Mir hat so ein Sturztraining unheimlich viel gebracht. Kann nur empfehlen das ab und zu mal zu machen.

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Das hängt natürlich von der Absicherung ab. Wenn die Haken vertrauenswürdig sind, versuche ich jede Gelegenheit zu nutzen ins Seil zu springen. Allerdings hab ich oft nach längeren Alpinkletterphasen damit meine Probleme und muss mich auch erst wieder rantasten mit anfangs kleineren Hopsern, bis dann auch die größeren Flüge wieder ohne Zögern klappen. Wichtig ist mir dabei aber, dass der Sichernde schön weich sichert. Wenn der das nicht beherrscht, dann klettere ich auch oft lieber ein Stück zurück anstatt gegen die Wand geknallt zu werden.

Na ja, je nach Gelände spring ich so oft es geht. Das ist gut für die Psyche und trainiert den Ernstfall beim Kletterer, und der Sichernde kann seine Sicherungstechnik optimieren. Das ist meiner Meinung nach ziemlich wichtig, denn wenn man sich auf den Sichernden verlassen kann und der seinen Job gut macht, klettert man gleich viel befreiter und stürzt ohne sich in die Hosen zu machen. Und wenn man an seiner Leistungsgrenze klettert muss man bereit sein zu stürzen, sonst kann man nie 100% geben. Anders sieht´s in alpinen Touren aus, wenn die Abstände groß und/oder das Material schlecht ist. Da stürze ich auch nicht gern.

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