Sollte man nach dem Krafttraining nicht dehnen?

5 Antworten

Es ist ganz lustig, dass das Thema hier so heiß diskutiert wird! Über diese Frage streiten sich die Gelehrten nämlich schon seit einiger Zeit. Grundlage dafür ist die Tatsache, dass der Muskel durch das Dehnen nicht "verlängert" wird.(siehe wiprodos ausführungen) Zu jedem Muskel gibt es einen Gegenspieler (Bsp.: Bizeps und Trizeps), der die entgegengesetzte Bewegung ausführt. Die Verkürzung(Erhöhung der Musekelruhespannung durch Hypertrophie), die badboybike meint, resultiert aus zwei Muskeln/Gegenspielern, die sich nicht im Gleichgewicht befinden. Auch muskuläre Dysbalance genannt. Das bedeutet also, dass bei übermäßigem Training des Bizeps, um zu meinem Beispiel zurück zu kommen, eine Dysbalance zwischen dem Bizeps und dem Trizeps ausftritt. Bisher hat man darauf hin den "verkürzten" Muskel gedehnt, was wieder zu einem Gleichgewicht der Gegenspieler führen sollte. Nach neuen wissenschaftlichen Untersuchungen hat sich aber herausgestellt, dass Dehnübungen eigentlich eine Kontraktion des Muskels bewirken, also dem "dehnen" entgegenwirken! Von diesem Punkt aus betrachtet, ist Dehnen also überflüssig und zum Teil sogar kontraproduktiv! Unter dem Aspekt der Beweglichkeit jedoch, die zu den koordinativen Fähigkeiten gehört, und durch Dehnen aufrecht erhalten werden kann, sollten gewisse Dehnübungen durchgeführt werden. (Quelle: http://www.dr-gumpert.de/html/stretching.html)

Nach einem intensiven Krafttraining ist die Muskulatur verkürzt, da die Muskelfasern sich hier über die Mehrfachdurchblutung in ihrem Volumen ausgedehnt haben. Ein Ausdehnen einer Muskelfaser bei gleichbleibender Länge hat zur Folge das die Muskelfasern unter Spannung stehen. Im Verhältnis zur entspannten Muskelfaser ist sie erstmal in ihrer Länge leicht verkürzt. Das Dehnen danach dient dazu die Muskulatur wieder zu lockern und geschmeidig zu machen.

Jetzt geht es mit den Begriffen „Länge“, „Ausdehnung“, „verkürzen“ ..... aber völlig durcheinander. Hier ist es wie in kaum einem anderen Fall wichtig, genau zu überlegen, was man meint und wie man dies exakt benennen muss. Die Muskellänge (= funktionelle Länge eines Muskels) ist ein biologischer Kennwert, der die Eigenschaft des Muskels charakterisiert, in einem eher gedehnten Zustand oder in einem eher entdehnten Zustand die Maximalkraft erzeugen zu können bzw. die Situation der optimalen Filamentüberlappung zu erreichen. Im ersten Fall ist der Muskel „lang“, im zweiten Fall „kurz“ zu nennen. Dieses Merkmal eines Muskels ist von augenblicklichen Befindlichkeiten unabhängig und kann sich durch Wachstumsprozesse erst nach Wochen und Monaten ändern: Ein Muskel kann sich (sehr wohl) verkürzen oder verlängern, aber nur, wenn ihn langfristig und konstant bestehende Veränderungen der funktionalen Voraussetzungen dazu zwingen. Den augenblicklichen Zustand eines Muskels, der sich durch den gerade vorliegenden Abstand der Ursprungs- und Ansatzstelle des Muskels am Knochen ergibt und auf die elastischen Eigenschaften des Muskels zurückzuführen ist, sollte man mit Dehnungsbegriffen kennzeichnen. Ist der Abstand groß (z.B. für einen Beuger bei gestrecktem Gelenk), ist der Muskel gedehnt. Im anderen Fall ist er entdehnt. Ein Muskel kann sich (im passiven Zustand) von selbst entdehnen, er kann aber auch durch eine (aktive) Kontraktion in einen entdehnten Zustand gelangen. Auch kurzfristige Einflussfaktoren wie etwa ein „Aufquellen“ (nicht: „Ausdehnen“) des Muskels durch vermehrte Durchblutung ( nicht der „Muskelfaser“, diese wird nicht durchblutet) kann (möglicherweise; denn experimentell nachgewiesen ist das nicht) den Muskel etwas entdehnen. Aber „kürzer“ (s.o.!) wird der Muskel dadurch nicht.

Also ich hab das umgestellt, früher immer voher und nachher, jetzt eher weniger. Vor allem gut aufwärmen und langsam steigern, und nach dem Training langsam auslaufen und entspannen. Dehnen tu ich extra aber im Rahmen der Gymnastik. Leichtes Dehnen ist aber sicher zu empfehlen, wenn Du voll erschöpft bist, würde ich aber nicht extrem dehnen.

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