Sollte Magnesium vor oder nach sportlicher Belastung zugeführt werden?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wer glaubt, dass eine Magnesiumtablette vor dem Sport eine direkte Wirkung auf die anschließende Belastung hat, der täuscht sich. Denn bis das Magnesium vom Körper resorbiert wird, dauert es eine Weile. Das entsprechende Stichwort lautet nämlich "Bioverfügbarkeit".

Wie schnell das geht, hängt von mehreren Faktoren ab. So muss zunächst zwischen der pharmakologischen und der biologischen Verfügbarkeit unterschieden werden. Erst genannte Verfügbarkeit wird über die Urinausscheidung bestimmt, die Bioverfügbarkeit hingegen über die Resorption in den Zellen. Das ist auch der entscheidende Moment, denn nur über diese Resorption kommt es zu einer Wirkung, während das über den Urin ausgeschiedene Magnesium natürlich keine Wirkungen auf den Körper haben kann.

Während erst genannte pharmakologische Verfügbarkeit bereits nach wenigen Stunden nachgewiesen werden kann, kann die Bioverfügbarkeit erst nach einigen Wochen eintreten.

In diesem Fachartikel ist sogar von drei bis vier Wochen die Rede:

www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=889

Außerdem hängt es davon ab, in welcher Form Du das Magnesium einnimmst. Im Gegensatz zum "Supermarkt-Magnesium" MagnesiumOXID, ist MagnesiumCITRAT organisch und kann daher besser und schneller aufgenommen werden.

Somit ist es ziemlich egal, ob Du Magnesium vor oder nach dem Sport einnimmst, denn die Wirkung entfaltet sich ohnehin wesentlich später. Daher ist es wichtig, schon über die Nahrung ausreichend Magnesium zuzuführen. So ist Magnesium zum Beispiel in Vollkornprodukten, Rohkost und Nüssen enthalten. Ein besonders hoher Anteil ist in Sonnenblumenkernen, ungeschälten Reis und Haferflocken enthalten. Auch in einigen Mineralwassersorten ist viel Magnesium enthalten.

ERGÄNZUNG: Generell gilt, dass Magnesiummangel nur eine von mehreren Ursachen für Krämpfe sein kann. Auch Flüssigkeitsmangel oder Überanstrengung im Alltag/Sport können diese Probleme auslösen. Sollte die Zufuhr von Magnesium nicht helfen, dann solltest du noch einmal die Zufuhr von Flüssigkeit überprüfen, notfalls aber zum Arzt gehen, um ein gesundheitliches Problem auszuschließen.

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Sehr interessant pooky, das ist mir wieder mal einen "Daumen hoch" wert ;-)

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Hallo,

wie pooky schon sehr gut aufgeführt hat, ist Magnesium nur eine mögliche Ursache. Der "Mythos" Mg ist weit verbreitet, doch die Hauptursache bei den meisten Sportlern ist ein dysbalance des Na/K - Haushalts. Dieser ist für die Versorgung des Muskels entscheidend und wird durch erhöhte Flüssigkeitsverluste, mit den dadurch erhöhten Mineralverlusten im Schweiß ausgelöst.

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