Schnellkrafttraining - Durch Ansteuerung auch größere Kraft?

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1 Antwort

"Explosive Kraftentwicklung“ und „Schnellkraft“ sind hinsichtlich der operationalen Definition voneinander zu trennen. Im Hinblick auf ein Krafttraining mit dem Zielen zur Verbesserung der Explosivität und Schnellkraft sind zwei unterschiedliche biologische Ziele zu verwirklichen:
1. Verhinderung einer „Linkstransformation“ der (explosiven) Typ II-Fasern in Folge von Hypertrophietraining.
2. Schaffung eines großen Kraftstoßes zur Realisierung schnellkräftiger Bewegungen.

In Hinblick auf die Verwirklichung des 1. Zieles müssen Aktionen (a) mit höchster Kontraktionsgeschwindigkeit (und b) mit kürzester Kontraktionszeit) realisiert werden. Da a) aber nur mit geringen Widerständen möglich ist, ist die mechanische Belastung der einzelnen Muskelfasern (bzw. motorischen Einheiten, ME) eher gering bzw. nur in der Startphase jeder Einzelaktion bedeutsam. Bei häufiger Wiederholung der Aktionen ist zu erwarten, dass das motorische System bei der Rekrutierung der jeweils benötigten ME zwischen ermüdeten und „unverbrauchten“ wechselt, bis alle ME einen gewissen Ermüdungsgrad zeigen, erkennbar an einer beginnenden Abnahme der Explosivität. In diesem Fall ist die Serie sofort zu stoppen und eine ausreichende Erholungsphase einzurichten, um die Zielerreichung nicht zu gefährden.

Zur Erreichung des 2. Zieles (großer Kraftstoß = hohe Schnellkraft) ist einerseits eine kurze Kontraktionszeit (s. Ziel 1), eine hohe Maximalkraft der ME und eine hohe Rekrutierung der ME von Bedeutung. Somit müsste („reines“???) Schnellkrafttraining ein Kompositum aus a) Erhaltung der Explosivität (s. oben), b) Kraftzuwachstraining und c) Training zur neuronaler Aktivierung (= Verbesserung der Rekrutierung) darstellen. Das übliche Training mit „schnellkräftigen“ Aktionen (Sprungkrafttraining, plyometrisches Training) belastet – maximale Anstrengung vorausgesetzt – die ME auch bei geringeren bzw. mittleren Widerständen mechanisch maximal, erfordert maximale Rekrutierung und höchste Verkürzungsgeschwindigkeiten. Somit ist es in der Lage, zum Erhalt oder Steigerung der Kontraktionskraft beizutragen und die Rekrutierung der ME zu verbessern. Die Erhaltung maximaler Verkürzungsgeschwindigkeiten ist aber nur bei geringeren Widerständen (Lasten) gegeben (s.o.).

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Kommentar von Onlinecoaching
09.11.2013, 18:38

Ja, also ist dem so. Zumindest bei Schnellkrafttraining mit Körpergewicht?

In dem Artikel stand auch was von optimaler Verdickung der 2b - Fasern durch Übungen mit Zusatzlast von 30 % des Maximalgewichtes.

Ergo scheint sich das doch zu vermischen oder schnall ich da was nicht?!

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