Schadet Toprope-Klettern der Vorstiegs-Psyche?

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Ich denke es kommt darauf an wie Toprope gesichert wird , wenn das Seil die ganze Zeit komplett straff und man im Prinzip hochgezogen wird, gewöhnt man sich daran immer fest drinnen zu sitzen und Schwierigkeiten zu schaffen, die man im Vorstieg noch nicht drauf hätte.

Wenn das Topropeseil jedoch nicht als Unterstützung verwendet wird, hilft es sicher Bewegungsabläufe ohne zusätzliches einhängen etc. in Ruhe üben zu können bzw. schwere Routen auszuprobieren, die man sich im Vorstieg aufgrund des höheren Kraftaufwandes nicht zutraut.

Wenn ich einen neuen Schwierigkeitsgrad versuche zu erreichen, gehe ich die Routen immer im Toprope, da ich mich nur aufs klettern konzentrieren muss und ich nicht weit falle.

An und für sich sinkt meine Vorstiegsmoral durch das Toprope nicht, da ich zum warm werden fast immer Routen die unter meinem Maxium liegen im Vorstieg gehe und erst wenn ich den neuen Grad "beherrsche" versuche ich mich an Routen in diesem Grad im Vorstieg.

Wenn ich aber längere Zeit nicht im Vorstieg gehe, merke ich schon, dass ich gehemmter bin, deswegen gehe ich zum warm werden immer welche.

Hallo...war lange in einer Münsteraner-Kletterhalle unterwegs...da wird nur mit Toprobe geklettert und dennoch hatten die Leute überhaut keine Probleme, als es dann in den Vorstieg ging...im Gegenteil...man kann durch Toprobe sehr viel schneller die besten Haltungen und Bewegungsabläufe erlernen...die Erfarhung haben zumindest ich und auch viele andere dort gemacht...(auch im Austausch mit Leuten aus anderen Kletterhallen kam heraus, dass "unsere" Leute sehr viel schneller und sicherer im Vorstieg waren...)... Grüße und viel Erfolg :)

Toprope ist eine sehr gute Möglichkeit, um in angstfreier Atmosphäre neue Techniken zu lernen, die dann im nächsten Schritt im Vorstieg eingeschliffen werden (und anschließend sukzessive in schwererem Gelände). Von dem her würde ich Toprope als wichtige Stufe im Lernprozess sehen.

Wenn Du allerdings nie oder nur selten im Vorstieg kletterst (und vielleicht noch dazu kein regelmäßiges Sturztraining machst) dann kann sich Sturzsangst entwickeln. Von dem her gut selbst beobachten und immer wieder in überhängenden sturzfreundlichen Routen schauen ob man evtl. Hemmungen bekommen hat!

Toprope ist, genau aus dem angefragten Grund - der dann nicht mehr begründbaren Angst vor größeren Stürzen - kein "echtes" Vorsteigen. Und "Toprope straff", hat so gut wie gar nichts mehr mit Vorsteigen zu tun. Außer der evtl. Suche nach Griffen und Tritten ist es eher unfaires Nachsteigen...

Prinzipiell:Je länger Du toprope gesichert vorsteigst, desto schwerer wird es Dir später (psychisch) fallen im Vorstieg über den aktuellen Sicherungspunkt hinaus zu klettern.

Aufs toprope gesicherte trainieren verzichten würde ich deshalb aber auch als Anfänger trotzdem nicht...

Je länger Du kletterst, um so geringer werden die diesbezüglichen Anpassungsschwierigkeiten.

Ich glaube es kommt auf die Kombination an. Wenn Du eine ganze Saison lang keinen Vorstieg machst, ist der Schaden gewiss da! Toprope klettern finde ich aber auch eine gute Möglichkeit sich an eine schwierige Route ranzutasten bevor man sie vorsteigt.

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