Schadet Marathonlaufen dem Stütz- und Bewegungsapparat bei Freizeitsportlern?

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7 Antworten

Ich meine, die hohen Trainingsumfänge, die nötig sind, haben nicht mehr viel mit Gesundheitssport zu tun.

Der Marathonlauf an sich ist eine Maximalbelastung, die den Körper an die Grenze der völligen Erschöpfung bringen kann.

Gesund ist das sicher nicht mehr.

Das trifft aber natürlich für jede Form von Leistungssport zu, das ist auch an der hohen Anzahl der Sportverletzungen zu sehen.

wurststurm 29.10.2009, 11:25

Ziemlich gewagte Meinung. Ich laufe gern und auch jedes Jahr einen Marathon und einige Halbmarathons aus Spass. Geschadet hat mir das nicht. Im Gegenteil, im Vergleich zu meinen Kollegen, die auch gern die Formel "Hähä, Sport ist Mord" in den Mund nehmen und stattdessen lieber am Fernseher, vor dem Rechner und im Auto sitzen bin ich ganz selten krank oder verletzt.

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sportella 29.10.2009, 11:37
@wurststurm

Es freut mich, dass Du gesundheitlich so robust bist und Spaß an Marathonläufen hast. Du hast mich falsch verstanden:

Ich rede ja nicht davon, dass vor dem Fernseher sitzen gesund wäre!

Und ich habe auch nirgends etwas gegen Laufen an sich gesagt.

Mir geht es um den Umfang und die Intensität. Ich kenne mehr ehemalige Marathonläufer, bei denen irgendetwas die Belastung nicht ausgehalten hat, als gesunde!

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0815runner 30.10.2009, 09:11

Der Begriff Maximalbelastung ist hier eher sinnlos. Ein Marathon ist eine Maximal- oder Grenzbelastung für den "normalen" Wohlstandsbürger, der durchschnittlich am Tag ca. 300 - 700 m zu Fuß zurücklegt. Für die Teilnehmer des Deutschlandlaufs, die täglich 60 - 90 km laufen, ist ein Marathon locker gelaufen eine normale Trainingseinheit. Es kommt, um eine Belastung einzuordnen, immer auf die Voraussetzungen an.

Und noch eine Statistik: noch zur Jahrhundertwende ging der durchschnittliche Industriearbeiter täglich ca. 15-18 km zu Fuß. Der Mensch der Steinzeit - der von den genetischen Voraussetzungen mit uns übereinstimmt, denn die 2000 Jahre Zivilisation haben daran nichts geändert - hatte als Jäger und Sammler einen täglichen Bewegungsradius von 25 - 30 km.

Und wie sich langfristiges Laufen von vielen km auswirkt sieht man z. B. bei Horst Preissler oder Werner Sonntag, beides hochbetagte Herren, die jeder HUNDERTE von Marathons und Ultraläufen absolviert haben und das auch noch mit fast 80 Jahren.

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hollo43 01.02.2010, 16:57

Hallo, Sportella, etwas spät, aber gerade lese ich diese Antworten. Ich stimme Dir voll zu. Die Kommentare hierzu kommen von engagierten Läufern. Mich stört am Laufen, dass man laufsüchtig ist und auch dann nicht aufhören kann, wenn man sollte. Die hier angeführten Beispiele von sehr alten Marathonläufern überzeugen mich nicht, dann könnte man auch hundertjährige Kettenraucher als Beweis für die Unschädlichkeit des Rauchens anführen. Es gibt eben gesegnete und gegnadete Genkonfigurationen.

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Das kommt letztlich auf die Intensität an mit der der Sport betrieben wird und auf die genetischen Vorraussetzungen eines jeden Einzelnen. Generell ist Laufen kein schlechter oder ungesunder Sport. Wenn die Lauftechnik und das Schuhwerk optimal sind und der Sportler systematisch und vernünftig trainiert, sehe ich da keine Bedenken. Ich kenne viele Hobbieläufer die trotz der hohen Belastung sich nicht nur bester Gesundheit sondern auch eines guten, stabilen Stützapparates und einer gesunden Gelenkstruktur erwehren. Habe ich eine Veranlagung für Gelenksverletzungen/Schwäche, dann ist Laufen natürlich Gift. Was die Belastung betrifft...wenn der Sportler unter Berücksichtigung seiner Regenerationsphase, einer guten Ernährung und eines gezielt aufgebauten Trainingsystems Sport betreibt, dann ist dies das gesündeste und Beste was er machen kann. Ich kenne Läufer die Ultradistanzen von 100 Km laufen. Das sind natürlich extreme Belastungen, jedoch werden diese Distanzen dann auch nur alle 1-2 Jahre einmal gelaufen. Versuche ich jede Woche einen Marathon zu laufen, dann ist klar das dies nicht lange gut geht, denn der Körper wäre hierbei heillos überfordert.

Also ich bin der Meinung, dass es zum einen auf die Konstitution und den Körperbau der Person ankommt. Es gibt Marathonläufer, die im Leben hunderte solcher Läufe hinter sich gebracht haben und keine Verschleiß Erscheinungen haben und welche, die Gelenkprobleme haben ohne je viel gelaufen zu sein. Letztlich sind Knorpelschäden auch ein wenig Veranlagung, denn der Knorpel ist auch eine Art Bindegewebe und wenn man schwaches Bindegewebe hat, dann ist das genetisch bedingt. Ich halte allerdings nichts von diesen "In drei Monaten zum Marathon" Programmen für Laufeinsteiger. Denn die Muskulatur ist zwar schnell soweit aber Bänder, Sehnen und der gesamte Bewegungsapparat benötigen länger um sich auf eine solche Belastung einzustellen.

Ohne adäquates Ausgleichtraining kann es zu Abnutzungserscheinungen am Bewegungsapparat kommen. Natürlich!Ein Marathon ist immer eine hohe Belastung. Ein Problem sind immer diese Wochenendläufer die sich faktisch überfordern und vom Belastungsprofil eigentlich nicht für einen Marathon geeignte sind . Es kommt noch hinzu das bei ca. jedem 100ten teilnhemer eines Marathons Herzprobleme und Herzfehler vorliegen die meist nicht von ärztlocher Seite abgeklärt sind. Daher auch immer wieder Todesfälle bei Marathons!

Auch ich gehöre zu jener Spezies des Freizeitsportlers aber ich kann von mir nicht behaupten dass mir der Marathonlauf geschadet hätte. Natürlich muss auf ein gezieltes Training der vernachlässigten Muskulatur (Rücken,....) geachtet werden. Ansonsten würde ich vorsichtig behaupten daß es nicht schadet Marathon zu laufen. Jedoch ist nicht jeder Körperbau gleich, und nicht jeder für eine derartige Belastung gebaut. Kann mir z.B. nicht vorstellen bei einem Air Race in einem Cockpit zu sitzen und so einen Jet zu steuern, bei was weiß ich wieviel G! Jedem SEIN Sport. Grüße von Chris aus Thalheim

Bin vor vier Tagen gerade meinen ersten Marathon gelaufen, dies nach mehrjährigem, regelmässigem Lauftraining u. Wettkämpfe bis halbmarathon. Bis 30km wars kein Problem, aber die letzten 8km waren es wirklich Schmerzen in den Beinen, vor allem Hüftgelenk. Ich meine: die Vorbereitung auf einen Marathon ist gesund, aber der Marathon selber ist für die meisten eine überlastung also ungesund. Entscheidend ist sicher, dass die Regeneration strikte eingehalten wird, dann ist es wahrscheinlich kein Problem für den Körper. Ich kenne aber viele Läufer die es nicht so genau nehmen mit der Regeneration und dann kann Marathon ungesund werden.

Ein Marathonlauf ist sicher nicht unbedingt das Gesündeste. ABER: mit vernünftiger Vorbereitung und entsprechendem Training - und hier reden wir von mindestens einem Jahr Vorbereitung und jahrelanger Lauferfahrung - ist es kein Problem, die Distanz zu absolvieren. Der körper ist darauf vorbereitet.

Schlimm sind nur diese HauRuckProgramme "Marathon in 3 Monaten" oder ähnliches. Da wird dem Körper im Wettkampf eine Belastung zugemutet, für die er nicht vorbereitet ist.

Ein Wort zum Thema Abnutzung: Da Knorpel in den Gelenken genau wie die Bandscheiben nicht durchblutet werden sondern Nährstoffe nur durch Osmose - ausgelöst durch Bewegung - aufnehmen können, wird schnell klar, warum so viele, die ein schonendes Leben als Coachpotato führen, mit 60 eine neue Hüfte brauchen, während die Lebenslangläufer mit 70 gerade planen, welche Marathons sie als nächstes angehen werden.

Joousy 07.11.2009, 01:44

Hab aber auch schon Fälle gehört, wo übertriebenes Laufen(Marathon, ultras..) Leute mit 50 neues Hüftgel. brauchen...

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0815runner 23.11.2009, 10:15
@Joousy

Man wird wohl nicht klären können, ob die Hüfte nötig wurde, weil jemand viel gelaufen ist, oder obwohl er viel gelaufen ist. Man kann nie ausschließen, dass jemand unvernünftig ist und sich selbst Schaden zufügt. Die Vielzahl älterer Marathon- und Ultraläufer, die über viele Jahre ein hohes Laufpensum absolviert haben und dabei gesund geblieben sind, spricht eher dagegen, dass viel Laufen die Hüfte bzw. andere Gelenke schädigt.

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Joousy 28.11.2009, 00:20
@0815runner

Was ich persönlich an den Läufen sehe, stimmt das was du sagst. Ich denk, ab einer gewissen Intensität, mit welcher man einen Sport treibt, muss auch eine gewisse Trainingsintelligenz da sein. Wenn man auf den Körper hören kann, und auch mal ein Training / Wettkampf auslassen kann, ist es völlig gesund. Leute die 5 marathons und mehr pro Jahr laufen, find ich nicht 'gesund'. Leute, die jeden Tag keinen Sport und noch viel Alk sufen machen find ich 10mal ungesünder!!!!

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