Schadet laufen der Bandscheibe!

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Ihr mögt ja wohl alle mehr oder weniger Recht haben, aber ihr überseht einen wichtigen Punkt: Die Bandscheiben wurden in der heutigen Form zu einer Zeit von der Evolution „erfunden“, als der Mensch vorwiegend durch eine steppenähnliche Gegend lief. Das bedeutet zweierlei: 1. Es gab weder feste Wege (geschweige asphaltierte Straßen) noch die Möglichkeit, eine längere Strecke in einem gleichmäßigen Schrittrhythmus durchzulaufen. Statt dessen war ständig Unebenheiten auszuweichen und zu überspringen, ein kürzerer oder längerer Laufschritt einzufügen, sich abzuducken oder zur Seite zu wenden. 2. Es gab auch kein irgendwie geartetes Schuhwerk, das die Füße vor Steinen oder Dornen schützte und es dem Läufer ermöglichte, über längere Strecken gleichmäßig (maschinenkolbenartig) mit den Fersen auf den Boden zu stampfen. Statt dessen musste bei fast jedem Schritt der Fuß auf andere Art auf den Boden gesetzt und Unebenheiten im Fußgelenk abgefedert werden. Stellt euch vor, ihr würdet über einen unebenen, dicht bewachsenen, mit Steinen, Felsbrocken und Ästen bedeckten Waldboden laufen und vergleicht dies mit einem monotonen, über 10km führenden Lauf auf festem Weg, asphaltierter Straße oder auf einer Laufbahn, möglicher Weise sogar mit Aufsetzen der Ferse und 100-fachem gleichförmigem, stoßartigen Übertragen der Reaktionskräfte über Knie- und Hüftgelenke auf die Wirbelsäule. Irgendwann früher oder später reicht es dann den Bandscheiben! Aus diesem Grunde sollte man die von kotuschka vorgebrachten Bedenken nicht auf die leichte Schulter nehmen, sorgfältig die Dämpfungseigenschaften der Laufschuhe prüfen, den richtigen Laufstil beachten, die geeigneten Laufstrecken auswählen und vor allem die mitzuschleppende Körpermasse zu reduzieren – aber auf keinen Fall auf das beglückende Erlebnis eines erschöpfenden Laufes verzichten. Im Übrigen erinnere ich mich daran, dass vor vielen Jahren die Lang- und Mittelstreckengruppe des hiesigen Vereins (darunter ein Weltklasseläufer) sich im nahe gelegenen Fichtenwald eine 400m Rundlaufbahn freigeräumt und dort statt auf der Aschebahn trainiert hatten. Sicher mit guten Grund!

Ich kann mich nur meinen Vorrednern anschließen. Wenn Laufen so ungesund, bzw. bandscheibenschädlich wäre, dann würde es ja niemand mehr machen. Was anderes ist es, wenn man Rückenprobleme hat, das Laufen zu extrem macht, oder wenn man falsche Schuhe hat. Man sagt ja auch ganz allgemein, dass Liegen und Laufen gut für den Rücken ist, und Stehen und Sitzen eben schlecht ist.

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