Ruhetonuszunahme durch Krafttraining?

2 Antworten

Ganz allgemein und oberflächlich beantwortet stimmt deine Vermutung. Der Ruhetonus wird (neben anderen Faktoren) von den Titin-Elementen bestimmt. Da es bei Hyperplasie des Muskels zu einer Zunahme der Sarkomere kommt, nimmt auch die Anzahl der Titinfäden zu: das Ergebnis ist einer höherer Ruhetonus. Lg

Der Ruhetonus ist diejenige Spannung, die der inaktive (ruhenden, im EMG keinen Ausschlag erzeugende) Muskel auf den Knochen überträgt. Diese Spannung steigt, je stärker der Muskel gedehnt wird. Seine Ursache sind, wie speed4life richtig erklärt, die Titin-Filamente. Dieses sind lange hochelastische Moleküle (im Übrigen die Moleküle mit dem höchsten Molekulargewicht im Organismus), die sich innerhalb der Sarkomere von den Myosinfilamenten zu den Z-Scheiben ausspannen (s. Bild!). Bei einem gedehnten Sarkomer (also auch bei einem gedehnten Muskel) ziehen sie wie elastische Federn die Myosinfilamente in Richtung Z-Scheibe und entdehnen dadurch die Sarkomere und den Muskel (auch wenn der Muskel selbst völlig inaktiv ist und somit im EMG keine elektrische Aktivität angibt). Jedem Myosinfilament sind 6 Titinfilamente zu geordnet. Die Höhe der Ruhespannung ergibt sich aus der Anzahl der parallel angeordneten Titinfilamente (s. Expander mit mehreren Einzelgummis) und somit auch aus der Anzahl der parallel angeordneten Myosinfilamente.
Kommt es durch Krafttraining zu einer Hypertrophie, vermehren sich die parallel im Muskel angeordneten Myosinfilamete und – verbunden damit – der Titinfilamente, was selbstberständlich zu einer erhöhten Ruhespannung (=Ruhetonus) des Muskels führt.

 - (Muskelaufbau, Muskeln, Kraftsport)

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