Reisport: Verwendung von Kandare?

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"Ist ein auf Trense gezäumtes Pferd in den Grundgangarten und in allen ihren Gangmaßen bis zum vollen Gleichgewicht auf geraden und gebogenen Linien durchgebildet, so reift es auch heran für die Führung mit einer Zügelhand. Die Trense lässt solches Reiten mit einer Hand wohl übungshalber in der Bahn, im Gelände aber meist nur für kurze Zeit zu. Vom Ziel sicherer und fein abgestimmter Führung des Pferdes auch in unebenem Gelände oder in der Reitbahn zu Anforderungen hohen Grades ist das für die meisten Reiter noch weit entfernt. Die Hebelwirkung von Kandaren-Mundstück und Kinnkette über ihre Anzüge und Obergestelle kann zwar schon beim leichten Annehmen der Zügel die zweite Reiterhand ersetzen. Doch das setzt auch voraus, dass der Reiter weder die zuvor erreichte Losgelassenheit noch die Durchlässigkeit des Pferdes durch eigenes Ungeschick stört. Denn die weit größere Wirksamkeit des Kandarenhebels gegenüber dem Trensengebiss würde dann aus einem Instrument verfeinerter Führung schnell eine überscharfe, das heißt binnen kurzem unwirksame Waffe gegen das Pferd machen." "Zudem gibt erst die fein abgestimmte Kandare auf dem hierzu reif gewordenem Pferd dem Reiter größere Chancen, die Durchlässigkeit und damit die Schönheit des Pferdes voll zu entwickeln." Diesen Text habe ich dem Buch des Egon von Neindorff entnommen und ich denke, er sagt alles aus, was du wissen wolltest.

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