Proteinshake nach welchem Training?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

das ist relativ egal. Der Körper hat einen gewissen Pool, eine Reserve und das Eiweiß, das beim Training abgebaut wird, kann zum großen Teil aus den dann vorliegenden einzelnen Aminosäuren neu aufgebaut werden.

Solange du nicht eine sehr knappe energetische Versorgung hast (durch z.B. eine Diät), oder die gesamte Trainingszeit nicht über mehrere Stunden dauert, kannst du den Shake auch nach der letzten sportlichen Betätigung zu dir nehmen.

Dass du mit dieser Kombination (Krafttraining mit folgend Kampfsport) für beide Sportarten nicht optimal aufgestellt bist, ist dir aber bewußt?

Staebchen 26.04.2017, 08:41

Danke schon mal für die Antwort :)

Aber was meinst du, dass ich damit nicht optimal aufgestellt bin? Das habe ich nicht so ganz verstanden :/

Könntest du mir das erklären?

0
nafetsbln 26.04.2017, 09:33
@Staebchen

beim Kraft-/Muskeltraining im Fitnessstudio wird der Körper gefordert, Energie-Speicher werden geleert und das Nervensystem belastet. Das Training sollte, um wirksam zu sein, bis kurz vor die Grenze der Belastbarkeit fordern. (Nicht über die Grenze hinaus!)

In dieser Situation anschließend ein Kampfsport-Training durchzuführen, welches ein Maximum an Körperbeherrschung und  damit muskulärer Koordination bedarf, kann nicht sinnvoll sein. Die Verletzungsgefahr ist sehr hoch. Die schnelle, beherrschte Bewegungsausführung muss bei erschöpften Muskeln zwangsläufig leiden, womit die Übungen an Wirksamkeit einbüßen. Bewegungsmuster können nicht korrekt eintrainiert werden. Ausserdem sollte nach der hohen Belastung beim Krafttraining pausiert werden, um den Körper die nötigen Reparatur- und Wiederherstellungsarbeiten durchführen zu lassen. Das wird durch das direkt folgende Training verhindert/stark verzögert.

Du bist damit für beide Sportarten weit vom Optimum entfernt. Sowohl für Kampfsport, als auch für Kraftsport sollte die Muskulatur erholt und das Nervensystem frisch sein. Wenn du beides gerne machst, verteile es auf abwechselnde Tage. Dagegen ist nichts zu sagen. Nur falls du beide Trainingseinheiten in sehr reduziertem Maße durchführst, keine Muskelerschöpfung hast und kein Tröpfchen Schweiß verlierst, dann ist das auf geringem Level und dann könnte man das machen. Das bedeutete dann aber auch, dass nach kurzer Eingewöhnungszeit keine Steigerungen mehr erwartbar sind.

1

absolut egal! ich könnte allerdings vor dem Muay Thai kein Shake nehmen.. der würde micht während des Trainings relative schnell wieder verlassen :)

schau einfach dass du auf deine 1,5 g per kg Körpergewicht Protein kommst. Oder mehr wenn du Defie machst oder benötigst

Hi,

ich denke 'mal, dass die Einnahme des Proteinshakes Dein geringeres Problem ist.

Die Sache ist doch so: Wenn Du tatsächlich Dein Krafttraining optimal gestaltest, wirst Du kaum noch zu einem Taekwondo-Training in der Lage sein - auch nach einer 20minütigen Pause nicht! Die Pause zwischen den beiden Einheiten sollten mehrere Stunden - optimal 1 Tag sein.

Selbst wenn Du Dein Krafttraining nur mit halber Kraft betreibst, ist Dein Körper erschöpft und Du kannst beim Taekwondo nicht mehr die Leistung bringen, die Du eigentlich könntest. Hinzu kommt, dass ein ermüdeter Körper verletzungsanfällig ist. 

Wenn Du Dich ausgewogen und gesund ernährst, nimmst Du mit der ganz normalen Nahrung genügend Eiweiß auf, so dass Du Dir den Proteinshake schenken kannst.

Gruß Blue

Hallo,

ich habe vor kurzem gelesen, dass es sinnvoll ist den Shake nach dem Sport zu trinken. 

Zwischen den Trainings höchstens 2-3 Schluck. Alles andere belastet die Verdauung, was dich Leistung im Kampftraining kostet. Idealrweise trainiert man hungrig!

whoami 26.04.2017, 16:28

Mach dir mal wegen der Kondition, die die anderen angesprochen haben, keine Gedanken. Gerade wenn du direkt im Anschluß an das Krafttraining noch kampfsport trainierst, wird deine Kondition sich enorm verbessern. Wenn ich mit über 50 noch 1,5h Krafttraining mache und 1h später 3h Krav Maga trainieren kann, davon 1,5h Kondition bis zur Kotzgrenze, dann kannst du das in deinem Alter erst recht! Der Mensch ist viel leistungsfähiger als man denkt. Wie sonst könnten Shaolinmönche 7 Tage die Woche täglich bis zu 10h trainieren?

1
nafetsbln 26.04.2017, 23:25
@whoami

Hi whoami,

ich sehe es so: machen kann man vieles, auch 10h trainieren. Wenn das dann im individuellen Toleranzbereich liegen sollte, warum nicht? Ich hatte nur die Fragestellung aufgeworfen, ob es im Sinne der ausgeübten Sportarten förderlich ist, diese beiden Trainingseinheiten nacheinander durchzuführen und es aus gutem Gewissen verneint. Wenn der Luxus besteht, das an aufeinander folgenden Tagen auszuüben, dann würde ich mir den gönnen.

Wenn eine allg. Kondition als Trainingspriorität steht, dann kann man natürlich genau diese und auch in zeitlich ausgedehntem Rahmen, wie von dir geschildert, trainieren. Will der Fragesteller aber in den beiden Sportarten das Optimum für sich herausholen (Muskel- und Kraftaufbau im "Fitnesstraining" und Technik und Geschwindigkeit im Kampfsport), dann behindern sich diese in der Zielsetzung, sofern kurz nacheinander ausgeführt. Die Wirkmechanismen habe ich oben kurz angerissen. Auch in der Praxis bestätigt es der Umkehrschluss: wäre ein dem Muskeltraining folgendes Kampfsporttraining dem Muskelwachstum förderlich, hätte sich das längst im BB- oder Kraftsportbereich etabliert, in denen schon so ziemlich alles ausprobiert wurde. Kampfsportler kenne ich nicht so viele, aber auch hier würde ich die gleiche Überlegung für logisch halten.

0
whoami 27.04.2017, 18:27
@nafetsbln

ProfiBB als Referenz heran zu ziehen ist nicht sehr sinnvoll, denn ProfiBBler sind die allerletzten "Sportler", die sich um Gesundheit kümmern. Denen geht es alleine um Aussehen. Gesundheit und Kondition interessiert da keinen.

0
nafetsbln 28.04.2017, 00:19
@whoami

Ich hatte die Frage von Profi oder nicht-Profi nicht aufgeworfen, aber selbst damit würde ein Schuh draus:

der wohl größte Unterschied zwischen Profis, von denen wohl mehr oder weniger alle Steroide nehmen, und Nicht-Profis, ist die beschleunigte Regeneration durch diese Hilfsmittel. Wenn also ein mehr an Training nicht kontraproduktiv wirken würde, dann bei den Profis. Aber selbst die machen das nicht. Da es dem Muskelaufbau nicht förderlich ist. Von den Nicht-Profis stoffen leider auch viele, was die Grenzziehung zwischen Profi und Nicht-Profi auch nicht sinnvoll macht. Und das Ziel Muskelaufbau ist auch nicht nur Profis vorbehalten.

Ob es dem Technikzugewinn und der Geschwindigkeit, sowie der Koordination beim Kampfsport zuträglich ist, explizit davor ein erschöpfendes Muskeltraining durchzuführen, möchte ich allerdings auch in Frage stellen. Ich vermute, dass dem nicht so ist.

0
whoami 28.04.2017, 04:48
@whoami

Ich habe ja nun mit vielen Profisportlern aus allen Sportarten zu tun und kann bestätigen, dass alle durch die Bank tägluch mehrere Stunden trainieren. Durch die Bank. Leistung kommt nicht, wie viele annehmen, durch ein Stündchen Training und 23h Regeneration (was nichts anderes ist als sich die eigene Faulheit schön zu reden), sondern von viel Training. Sehr viel Training. Da wird Kraft trainiert, Kondition, sporartspezifisches Training... 2 Beispiele: 

1 - Kampfsporttrainer: unter 6h geht da nichts. Täglich! Dass die Schnelligkeit leiden würde kann man getrost als Märchen abtun, denn ich habe in meinem Leben keinen gesehen, der so schnell ist - und der Typ ist muskulös!

2 - Profikletterer: 6-8h Training mit 1 Tag Pause alle 14 Tage. Da wird Kondition trainiert, Kraft, Boldern, Klettern, gedehnt bis zum Abwinken, Rad gefahren, gelaufen - alles an einem Tag. Und der Kerl klettert an der Weltspitze!

Was ich sagen will: lernen sollten wir von denen, die mit Sport ihr Geld verdienen . Denn die würden den Teufel tun und sich kaputttrainieren, oder so viel trainieren, wenn es kontraproduktiv wäre. Dopen tut da keiner (außer den BBlern), denn sie werden laufend getestet. 

Meine eigene Meinung ist da wohl eher unwichtig, weil ich den Sport nur hobbymäßig mache. Aber seit ich mein Trainingspensum erhöht habe, stieg auch die Leistung. 1,5-2h Kraft, 180km MTB/Woche (ca 12h), Kampfsport 2x/Woche, Boxen und Kettlebelltraining täglich im Wechsel - und das bei über 50 Jahren...

0
nafetsbln 28.04.2017, 09:45
@whoami

dann habe ich dich richtig verstanden, dass du Menschen, die

1. Hypertrophie und Kraftzuwachs anstreben, ein direkt ans Training folgendes Kampfsporttraining als eine richtige Methode zur Erreichung ihrer Ziele vorschlägst und

2. ein optimales Ergebnis für ihr Kampfsporttraining haben möchen, ein voriges erschöpfendes Hypertrophietraining als das Mittel der Wahl empfiehlst.

Das ist mir aus der sportlichen Praxis ebenso unbekannt, wie ich nichts dergleichen aus geschriebenen Trainingsempfehlungen oder Studien kenne.

Zu deinen Beispielen: Kampfsporttrainer - frag ihn, ob er vor dem Training Hypertrophietraining macht. Bekanntermaßen werden Kraft und Schnelligkeit trainiert, aber nicht ein auf Hypertrophie gerichtetes Training (und falls es Ausnahmen gibt: direkt vor dem Kampfsporttraining?) Kletterer: macht der vor seinem Klettern erschöpfende Bizepscurls?

Dass wir von Profis lernen sollen, ist ein guter Tipp, der sich allerdings da erschöpft, wo wir Amateure weder die gleiche Zeit haben (wer bitte kann denn 6-8h täglich trainieren, seinem Beruf nachgehen und ggfs. Familie berücksichtigen?), noch die gleiche Möglichkeit zur Regeneration. Ausserdem haben Profis einen langen Weg hinter sich, um da hin zu kommen, jeder Amateur, der das imitiert, schiesst sich ins Aus.

Und dass Menschen viel Sport machen können, da stimme ich dir völlig zu, die Leistungsfähigkeit auch mit der Beanspruchung wächst, ebenfalls (s. Profis), aber auch hier gibt es gute Kombinationen und weniger gute. Während z.B. heutzutage jeder Radprofi auch Kniebeugen trainiert, tut er dies nicht direkt vor dem Fahrtraining, wie er ebenso nicht direkt nach der Tour sich ans Knie beugen begibt: das ist kontraproduktiv für beide Bereiche, ebenso wie die Methode mit Hypertrophietraining und anschliessendem Kampfsporttraining. Man kann das machen, solange man 1. sich dabei nicht verletzt und 2. nicht ein Optimum an Aufwand und Ertrag dabei erwartet. Die Kombinationen müssen spezifisch aufeinander abgestimmt werden. Ein erschöpfter Muskel ist in seiner Koordination reduziert, eine Steilvorlage für Verletzungen bei anspruchsvollen dynamischen Bewegungen.

0
whoami 28.04.2017, 10:37
@nafetsbln

Zu 1 und 2: ja! Denn Kamfsport ist Ausdauertraining zum größten Teil. Ausdauer verbessert die Herzleistung/Kondition, was dem Kraftsport zugute kommt. Das kann man alles an einem Tag machen, sonst hat der Tag nicht genug Stunden, um sich in jeder Sportdisziplin zu verbessern. 

Zum Rest Nachmittag, denn meine Pause ist leider vorbei. :)

0
whoami 28.04.2017, 10:40
@whoami

So sachliche Diskussionen finde ich richtig gut!

0
nafetsbln 28.04.2017, 11:45
@whoami

ich muss einen Satz von mir präzisieren: natürlich machen Kampfsportler auch Hypertrophietraining.

0

Was möchtest Du wissen?