Neuronale Anpassungèn nach Krafttraining

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Die „zentralen“ Effekte beziehen sich auf Effekte im „zentralen Nervensystem“. Neuronale Anpassungen nach Krafttraining sind somit Anpassungen in der Funktion der Nervenzellen (= Neuronen), also „Lernprozesse“ im Gehirn, und bedeuten, dass der Körper lernt, die durch das Training verbesserten Kraftmöglichkeiten bei der Ausführung von Bewegungen entsprechend zu berücksichtigen. Auch der Hinweis, dass die Anpassungen auf „supraspinaler“ Ebene stattfindet, weist auf die Beteiligung des Gehirns hin (supraspinal = oberhalb des Rückenmarks). Das geschieht speziell im Kleinhirn (= Cerebellum), in dem die erlernten Bewegungsprogramme gespeichert sind und ständig an wechselnde Bedingungen angepasst werden müssen.
Wenn z.B. ein Muskel eine bestimmte Zielbewegung ausführen soll, aber ein höheres Kraftpotential zur Verfügung hat als bisher, muss das Cerebellum einen geringeren Prozentsatz an Muskelfasern aktivieren (= rekrutieren, frequenzieren und synchronisieren) als vor dem Krafttraining, damit die Bewegung nicht über das Ziel hinausschießt.

Danke für die ausgiebige Antwort! Noch einmal kurz und knapp, damit ich sicher sein kann es richtig verstanden zu haben:

Würdest du mir zustimmen, wenn ich sage, dass neuronale Anpassungen nach Krafttraining im Prinzip auf Veränderungen (in jeglicher Hinsicht) der Bewegungsprogramme im Cerebellum zurückzuführen sind? Oder sind noch andere Gehirnareale maßgeblich daran beteiligt bzw. von den neuronalen Anpassungen betroffen??

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@kramorius

Das Cerebellum (noch exakter: das Neocerebellum) ist diejenige Hirnstation, die für die neuronalen Anpassungen erlernter Bewegungsprogramme an veränderte muskuläre Bedingungen durch Krafttraining hauptsächlich verantwortlich ist.
Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass sich auf der Ebene des motorischen Cortex auch Anpassungen vollziehen. Dies kann aber nicht komplexe erlernte Bewegungsprogramme betreffen, sondern lediglich Modifikationen in der motorischen Innervation.

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