Muss eine luxierte Schulter immer operativ behandelt werden?

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Ich hatte selbst vor drei Monaten beim Handball-spielen eine Luxation erlitten. Da sie aber nur "spontan" war, d.h. sie hat sich selbst wieder eingerenkt, ist bei mir nur eine konservative Behandlung notwendig. Das wiederum heißt KEINE operative Behandlung.

Es ist nicht zwangsläufig notwendig, wird aber meist empfohlen, vor allem, wenn der Patient weiterhin viel Sport machen will. Die Gefahr, dass die Schulter wieder ausgerenkt wird, ist ohne OP viel größer. Und je öfter das passiert, umso instabiler wird die Schulter. So wurde es meiner Schwester letztes Jahr erklärt. Da die konservative Bahndlung auch viel Zeit in Anspruch nimmt, hat sie sich dann für die OP entschieden. Eine Garantie, dass damit nicht mehr passiert, gibt es aber auch nicht.

Die Frage muss man differenziert beantworten. Grob gesagt gibt es zwei Gruppen von Schulterluxationen die TUBS und die AMBRIs. Die traumatische (typischer Unfallmechanismus, unidirektionale Instabilität und Bankart-Läsion (Abriss der unteren Gelenklippe)) sollte man immer operieren lassen. Die AMBRIS (ohne richtiges Trauma, als nur beim Hemdausziehen oder so, mit multidirektionaler Instabilität ohen Bankart-Läsion) proitieren nicht von OPs, sondern sollten primär muskulär stabilisiert werden.

Das hängt davon ab, wie sehr die Bänder in Mitleidenschaft gezogen wurden. Wenn da alles so richtig ausgeleiert ist, kanns Dir schon passieren, dass dir die Schulter rausspringt, wenn Du niest (das ist einem Kumpel von mir mal passiert). Da ist es dann schon besser das operieren zu lassen.

Unser Dozent pflegte stets zu sagen:

"Eine Schulterluxation muss innerhalb von 2 Stunden unter Narkose operativ wieder eingerenkt werden, ansonsten gibt's eine habituelle Luxation!"

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