Muskelversagen notwendig?

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3 Antworten

Ja... es ist prinzipiell notwendig aber man muss da differenzieren u ist nicht mal eben so leicht mit Begründung verständlich zu erklären.Ein gewisses physiol. Hintergrundwissen wird allerdings vorausgesetzt.

Von Wdh zu Wdh u. fortschreitender Ermüdung nimmt die Anzahl der rekrutierten motorischen Einheiten (m.E) u. somit auch die Fasern ( nach dem Gössenordnungsprinzip von ST-->FT) )zu ... dh die Fasern wechseln sich zunächst ab u. werden zeitversetzt rekrutiert (Prinzip der umlaufenden Rekrutierung) mit weiter voranschreitender Ermüdung u. Kraftafwand wird die Entladefrequenz/Feuerrate immer höher u. schnelle,weitere Kraftsteigerung erfolgt über die Entlade bzw Feuerrequenz.

Kommt es zu einem Abfall der Kraft (bei gleicher Last) werden mE mit hohem Schwellenwert (FT) hinzugeschaltet indem sie ihren Rekrutierungsschwellenwert herabsetzen und FT-mE auch bei niedriger Intensität u.Gewicht bis zur Erschöpfung (u.a Energiemangel) aktiv sind.Das ZNS erzeugt für hochfrequente Impulse dich sich aufummieren u. überlagern.

Bei höher von 85% der Max.Kraft sind alle Fasern aktiv, danach geht es nur noch über die Feuerfrequenz.dh eine ausreichende Spannungsdauer ist essentiell damit alle mE erschöpft sind und eine optimale Reizsetzung gewährleistet ist.ein hohes Rm alleine reicht nicht aus um eine optimale Hypertrophie auszulösen.

Damit das möglich ist, muss dieses Bewegungssignal für die die mE vom ZNS nebst Gehirn ausgehend über Rückenmark ,mE, motorische Endplatte,Muskelfasern,Sakrolemm,Tu.L Röhrensystem,Ca Freisetzung,auflösen derTroponinblockade bis über den Querbrückenzyklus usw usw.dafür sind Aktionspotentiale(AP) in den Neuronen notwendig die widerum Neurotransmitterausschüttung nach sich ziehen um AP weiterzuleiten usw.

dh Nervenzellen ermüden deswegen spielt nicht nur die lokale Ermüdung sondern auch die zentrale Ermüdung des Nervensystems die Hauptrolle, die in allen der genannten Strukturen/Bereichen auftreten kann.

Ein Muskelversagen ist somit theor. immer anzustreben allerdings in der Praxis nicht (dauerhaft) zu empfehlen u. durchführbar u. somit davon abzuraten  wg der Überlastung des ZNS und der Übertrainingsgefahr mit den verbundenen gravierenden Nachteilen.Natürlich ist die Schwelle zum Übertraining individuell und variiert.

Ein weiterer Faktor warum MV (u. darüber hinaus) nicht anzusteben ist wäre die Übung selbst.freie---> zB Kniebeugen,Kreuzheben,vorgebeugtes Rudern mit der LH dh freie komplexe Übungen u. deren Varianten die koordinativ u. vom Bewegungsablauf sehr anspruchsvoll sind sollten niemals bin zum absoluten Versagen durchgeführt werden aufgrund der Ermüdung u. Abfall der Konzentration (deswegen nur 5 bis max 8Wdh bei hohen RM) und der daraus resultierenden abgefälschten u. falschen Bewegung ( zB  einrunden des Rückens)  nebst Verletzungsgefahr bes bei hohen Gewichten,wär mit hohen Gewichten (min.ü.100 kg)) tiefe Kniebeugen durchgeführt hat weiss wovon ich rede.

Ein Muskelversagen u. damit verbunden eine metabolische Reizsetzung  sollte nicht immer angestrebt werden allerdings ist eine annähernde Erschöpfung (zB 1 Wdh davor) essentiell.

Wenn MV je nach Übung periodisch u. phasenweise praktiziert wird dann nur an Maschinen oder wo keine Zwangshaltungen entstehen dh wo die Hantel sofort fallen gelassen werden kann.zzgl spielt der Gesundheits-Trainingszustand,Regenerationsfähigkeit,Belastungstoleranz das Alter u. viel weitere Faktoren eine Rolle.

Hier bietet sich das Cluster-Training an um das ZNS zu entlasten und mit einem ausr.RM u. möglichst lange Spannungszustände hervorzurufen.
Also auch hier ist wieder mal eine Pauschalisierung nicht angebracht sondern es kommt darauf an Wer es macht Wann,Wieoft und Wie er es macht.

Gruss S.

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musculus 15.11.2016, 18:20

Super,vielen Dank!

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Ich kann aus eigener Erfahrung sagen dass ein Training bis zum absoluten Muskelversagen die allerbesten Ergebnisse erzielt.

Allerdings ist das ganze nicht so einfach umsetzbar und es entstehen durch diese Trainingsmethode eventuell auch Nachteile.

Ich mache Kraftsport/Bodybuilding, wie man es auch nennen mag, schon seit meinem 16 Lebensjahr(bin mittlerweile mitte 30). Allerdings immer mit längeren pausen und Aussetzern zwischendrin. In diesen Jahren habe ich eigentlich alles schonmal ausprobiert was es so an verschiedenen Methoden gibt.

Beim HIT Training(High Intensity Training) trainiert man den Muskel nach dem Prinzip des Muskelversagens. Diese Trainingsart habe ich mal 5 Monate durchgezogen. Wie bereits erwähnt hatte ich damals meine besten Kraft und Muskelzuwächse verzeichnen können, allerdings in Verbindung mit meiner ebenfalls striktesten Diät bisher. Ein kleines Beispiel für den extremen Kraftzuwachs war meine Ausgangslage 194cm groß, und 98 kg(zum Startzeitpunkt wenig trainiert). Um mich auf HIT vorzubereiten hatte ich zum Startzeitzpunkt eine 6 Wöchige Low Carb Diät in Verbindung mit Intervallausdauer und Volumenkrafttraining gemacht. Dann folgte das HIT Training mit einem Diätplan zum Masseaufbau den ich im Grunde genommen fast 1 zu 1 von der Homepage von Andreas Frey übernommen habe mit meinem Kalorienbedarf ersetzt. 

Mein Fazit danach war dass ich wie nie zuvor Kraft und Ausdauer aufbauen konnte, mit einem Training das so hart wie nie zuvor war. Nach den 5 Monaten hatte ich 112 kg auf der Waage mit meiner Meinung nach sehr guten Muskelzuwächsen.

Negativ war dass ich danach so ausgebrannt war, dass ich 14 Tage pausieren musste bis ich mit einem anderen Trainingsplan weiter machen konnte. Und ebenfalls negativ für mich sind einige körperliche Anzeichen die mich dies nicht mehr wiederholen lassen werden. So habe ich seit dieser Zeit des öfteren Schmerzen im Knie und in den Handgelenken. Es ist in jedem Fall Vorsicht geboten! 

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Ein Muskelversagen setzt dann ein, wenn biologische Ressourcen, die für die Produktion von Muskelkraft erforderlich sind, erschöpft sind. Welche Ressourcen dafür in Frage kommen können, kannst du hier nachlesen:

https://www.sportlerfrage.net/frage/was-bedeutet-muskelerschoepfung

Bei einem Muskelaufbautraining sollte dieser Zustand aus folgenden Gründen nicht zu früh  auftreten: Das Nervensystem aktiviert (besser: rekrutiert) für eine Muskelkontraktion nie alle Muskelfasern (besser: motorischen Einheiten), die sich in einem Muskel befinden, gleichzeitig, sondern spart sich immer einen Prozentsatz auf für eine folgende Kontraktion. Um bei einem Satz eines Aufbautrainings also möglichst allen Muskelfasern wenigsten einmal einen wachstumsfördernden Belastungsreiz zu vermitteln, sollte man deshalb stets mehrere Kontraktionen unmittelbar hintereinander durchführen. Die Empfehlungen reichen von 6 bis 12 Wiederholungen. Würden vor Erreichen dieser Wiederholungsanzahl die biologischen Ressourcen schon erschöpft sein und somit der Muskel seinen Dienst versagen, könnte man nicht sicher sein, ob alle Muskelfasern den zum Wachstum nötigen Reiz mitbekommen haben.

Also: Wenn Muskelversagen, dann erst am Ende der geplanten Serie von  Einzelkontraktionen! Eine hinreichend lange Pause zum Auffüllen der verbrauchten Ressourcen ist auf jeden Fall erforderlich.

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musculus 15.11.2016, 18:18

Sehr hilfreich,vielen Dank.

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