Muskeltonus/ passive Muskelspannung - was ist das?

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Als Muskeltonus bezeichnet man die mechanische Spannung, die ein Muskel zwischen den beiden Knochenstellen (Ursprung und Ansatz), an denen der Muskel angewachsen ist, erzeugt. Die passive Spannung bzw. Ruhespannung ist dabei diejenige Spannung, die der ruhende, nicht aktive Muskel erzeugt. Diese ist nicht in allen Gelenkwinkelstellungen gleich groß, sondern steigt mit dem Dehnungsgrad des Muskels. So ist beispielsweise die Ruhespannung des Bizeps bei passiv gebeugtem Ellenbogengelenk extrem niedrig, bei gestrecktem Ellenbogengelenk aber wesentlich größer, weil im ersten Fall der Bizeps entdehnt, im zweiten Fall aber gedehnt ist. Deshalb nennt man diese Spannung auch Ruhe-Dehnungsspannung. Ursache der Ruhespannung ist einerseits der Innendruck, der in allen Körperzellen (also auch in den Muskelfasern) herrscht und dazu tendiert, die Zellen abzurunden, in den Muskelfasern speziell aber die Titinfilamente. Das sind lange Eiweiß-Riesenmoleküle, die wie Spiralfedern wirken, in den Sarkomeren (vereinfacht dargestellt) von den Z-Scheiben zu den Myosinfilamenten ziehen und nach einer Dehnung der Muskelfaser (und somit auch der Sarkomere) die Myosinfilamente wieder in Richtung Z-Scheibe ziehen und somit die Muskelfaser und damit den ganzen Muskel entdehnen bis auf die „Ruhelänge“. Alle Erklärungsversuche mit Hilfe von afferenten und efferenten Nerven kannst du vergessen. Das sind Erklärungsversuche aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als man die Titinfilamente noch nicht kannte (entdeckt erst um 1980). Die Erläuterungen zum symphatischen und parasymphatischen autonome Nervensystem haben hier im Zusammenhang mit der Ruhespannung des Skelettmuskels überhaupt nichts zu suchen.

Danke!

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@Kyra72

Schon wieder ein Buch, das ich in die Tonne kloppen kann :-/

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Hi,

als „Muskeltonus“ bezeichnet man den Spannungszustand von Muskeln und Muskelgruppen. Er entsteht durch das abwechselnde Zusammenziehen (Kontraktionen) verschiedener Muskeln.

Auch wenn man völlig entspannt ist, also z.B. im Schlaf, besitzt jeder Muskel noch eine gewisse Grundspannung, nämlich den Ruhetonus. Dieser Spannungszustand wird jedoch nicht durch den Muskel/die Muskelgruppe bestimmt, sondern durch sogenannte afferente/sensible und efferente/motorische Fasern. Die afferenten Nervenfasern leiten die Reize von den Muskeln an das Zentrale Nervensystem weiter. Die efferenten gehen den umgekehrte Weg: die Reize werden vom Zentralen Nervensystem zur Muskulatur gesandt.

Auch in Ruhe müssen die Muskeln eine gewisse Grundspannung haben, um unser Skelett auch im Liegen zu stützen und damit und wir in „Stress-Situationen“ schnell regieren können.

Gruß BLue

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