Muskelaufbau: Fitness vs Arbeitermuskeln

1 Antwort

Der Unterschied zwischen einem Training und der Arbeit liegt in der Intensität. Beim Training gehst du ja gezielt an die Muskelversagensgrenze bzw. bist bestrebt über ein hohes Gewicht dem Muskel einen Wachstumsimpuls zu geben. Bei der Arbeit ist die Intensität nur so hoch wie sie zur Verrichtung der Arbeit erforderlich ist. Die Zielsetzung ist hier eine ganz andere. Auch wenn die Arbeit auf dem Bau anstrengend ist so gehst du hier nicht an deine Kraftgrenze. Wenn du jeden Tag so trainieren willst wie die Muskelbeanspruchung auf dem Bau ist dann müßtest du mit leichtem Gewicht trainieren und das bringt dir in Punkto Muskelzuwachs nicht viel. Darüber hinaus spielt die genetische Veranlagung auch stark mit ein, denn es gibt auch Menschen die seit 30 Jahren auf dem Bau arbeiten und recht schlank und nicht gerade muskulös aussehen. Dein Onkel gehört dann halt zu denen die von der Grundmuskulatur gut aufgestellt sind.

Danke für deine Antwort. Ja stimme ich voll und ganz zu, die Intensität würde bestimmt nicht gleich aussehen, würde gar nicht gehen. Darum sagte ich dass ich zuhause eine Bauarbeiter so direkt gesagt "ersetzen" würde, in dem ich mehrmals am tag so 15-20min beispielweise bizeps machen würde..oder trizeps..oder Beine..usw.. Wie du sagtest würde ich bestimmt "leicht" trainieren, aber was heisst leicht? Ich würde ganz bestimmt auch eine Anstrengung empfinden, Muskelreiz oder ganz einfach eine Müdigkeit. Mein Ziel ist nicht ein BB zu werden und schon gar nicht ein XXL BB, sondern nur eine gewissen Substanz an Muskelmasse zu bekommen. Was würde dagegen sprechen mehrmals am Tag 15-20min etwas zu stemmen? Danke

0

Wie stark jemand Muskeln aufbaut hängt auch von der genetischen Veranlagung ab. Durch eine anstrengende Arbeit auf dem Bau baut man sicher auch muskeln auf, obwohl die Intensität nicht mit der eines Krafttrainings zu vergleichen ist, Nur deshalb kann man es ja auch jeden Tag machen. Für einen gezielten muskelaufbau macht das aber eher weniger Sinn. Denn entscheidend ist die Trainingsintensität und nicht die HÄufigkeit oder Dauer.

Danke für deine Antwort. Ja die Intensität ist sicherlich nicht die gleiche, weil auf dem Bau ja "nur" gearbeitet wird und nicht spezifisch trainiert. Ich will kein BB werden und schon gar nicht ein XXL BB, mein Ziel ist nur eine gewissen Substanz an Muskelmasse zu bekommen. Was wäre falsch daran jeden tag mehrmals zu trainieren? 15-20min pro Training? Danke

0

Google mal nach hochfrequentem Training / HFT.

Dort wird durchaus der Muskel täglich rangenommen. Es soll funktionieren.

Auch andere Erfahrungen lassen vermuten, daß Theorie, daß der Muskel im Minimum 48 Std. Erholung braucht, in Frage gestellt werden kann.

Google mal nach "The Glen Pendlay Secret"

Gab auch mal eine Studie mit Hühnern, bei welchen ein Flügel dauerhaft mit Gewichten beschwert wurde. Resultat was eine deultiche Zunahme der Muskelmasse, obwohl der Muskel keine Regenerationszeit hatte.

Wichtig ist wohl eher, das Zentrale Nervensystem nicht zu erschöpfen. D.h. nicht oder nur selten bis zum totalen Muskelversagen trainieren und die Übungen variieren.

Ich würde mich auch fragen, wie die Menschheit mit einem System, daß nach Belastung 48 Std. Pause braucht, durch die Evolution gekommen ist.

Danke für deine Antwort. Sehr interessant, ich hab das vorhin gecheckt und die Frage: braucht man tatsächlich so viel Erholung? stelle ich mir auch immer..ich denke eher dass man Erholung braucht wenn man gezieltere Muskeln aufbauen will, wie bei den BB..aber wenn man ganz normale kräftige bzw muskulöse Arme will ist ein tägliches Training in Ordnung, hoffe ich zumindest. The Glenn Pendlay Secret konnt ich leider nicht auf deutsch finden. Ja auf jedenfall werde ich mich nicht erschöpfen, das will ich gar nicht, ich will bestimmt nicht bis ans Limit trainieren täglich, das würde gar nicht gehen. Zum letzten Satz: ich stimmer dir absolut zu.

Wie ist es so bei dir mit dem Training?

0
@Eunos

Beim "Glen Pendlay Secret" geht es darum, daß der US-Trainer Glen Pendlay Footballspieler und Gewichtheber hochfrequent täglich (die besten Athleten trainierten sogar 2 x täglich) trainieren ließ, mit vornehmlich explosiven Gewichthberübungen. Schweres Kreuzheben und schwere Kniebeugen, kamen "nur" 2 x die Woche dran.

Das besondere war, daß durchaus jeden Tag die selben Muskeln belastet wurden, aber eben vornehmlich mit Übungen, bei wechen die exzentische Phase entfiel - das ist das langsame unter Last herblassen des Gewichts. D.h. wie das die Gewichtheber machen: hochreißen und fallen lasen.

Daraufhin bekamen einige Athleten ein "Problem": Sie bauten plötzlich viel fettfreie Muskelmasse auf - und wuchsen z.T. aus ihrer Gewichtsklasse.

("His athletes are building too much muscle, too fast.")

Pendlays Schlußfolgerung war, daß, wenn man überwiegend konzentrisch trainiert, durchaus täglich die selben Muskeln "rangenommen" werden können, da durch Entfall der "nervenaufreibenden" langsamen, kontrollierten Herablassens, das Zentrale Nervensystem deutlich weniger erschöpft wird.

Jetzt könnte man sagen: Amis stoffen ohnehin. Pendlay geht in dem Text allerdings auch darauf ein und meint, daß cleane Athleten besser mit täglichem, hochfrequentem Training zurechtkommen - sofern sie gewisse Dinge beachten - als mit dem bei Bodybuildern populäreren 1x wöchentlichen HIT-Training, bis zum totalen Muskelversagen.

0

Die Arbeit auf dem Bau ist ja nicht so intensiv wie 3 Sätze mit maximalem Hypertrophiegewicht.... Und fast bei jedem Arbeitsgang werden viele Muskeln gleichzeitig benutzt. Wenn irgendwas schwer ist, hebt man halt mit Schwung und aus den Knien, usw.

Die Bauarbeiter kriegen deshalb dicke Muskeln, weil sich die Muskulatur halt auch an extensivere Belastungen mit Querschnittsvergrößerung anpasst. Man vermutet da Zusammenhänge mit der Übersäuerung. Guck Dir die Beine von Fußballern an - die sind nicht deshalb so dick, weil die Beintraining machen.

Ein isoliertes Training mit Hypertrophiegewicht würdest Du keine 12 Stunden durchhalten. Die Intensität ist einfach zig mal höher.....

Danke für deine Antwort. Ja auf jedenfall ist die Arbeit auf dem Bau nicht gleich Intensiv, da wird ja nicht spezifisch trainiert, sondern eben wie gesagt "nur" gearbeitet. Meine Anstregung ist eher nur eine mehr oder weniger gute Masse zu bekommen, ich will kein BB werden und schon gar nicht ein XXL BB. Was ich gerne möchte ist dass man eine gewisse Substanz an Muskelmasse sieht. Die Intensität würde ganz bestimmt nicht streng aussehen sondern zu meinen Fähigkeiten passend, grob gesabt: bis ich kann. Und ich denke das würde am Tag auch mehrmals der Fall sein..beispielweise 3-4 mal am Tag 15-20min..wieso nicht? Was wäre da falsch wenn man so etwas durchziehen würde? Eben wie gesagt "ohne" Regenerationszeit? Ist es tatsächlich so das man wenig Muskelmasse bekommen würde? Danke

0
@Eunos

Nein, Du würdest in ein Übertraining geraten, wenn Du täglich bis zur Auslastung trainierst. Ich kenne die These, dass Muskeln im Grunde gar keine Pause brauchen, weil alles nur nervös bedingt ist. Halte ich aber für falsch. Es finden Auf- und Abbauprozesse statt, die einfach Zeit brauchen.....

0
@Bolzplatz

Hallo, ja ich würde auf jedenfall nicht bis zur Auslastung trainieren, sondern eher bis "ich kann", damit meine ich bis ich ein Reiz empfinde oder eine schwache Müdigkeit.

0

Was möchtest Du wissen?