Mein Sohn, 12 D Jugend, ist ein guter Spieler aber mit Defiziten im Sozialverhalten auf dem Feld. Wie kann ich da entgegenwirken?

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1 Antwort

Zunächst einmal: Hut ab für die ehrliche und kritische Analyse. Das ist leider nicht selbstverständlich, viele Eltern sehen sich als verlängerter Arm ihres Sohnes, jubeln alles hoch und verdrängen die Probleme.

Ich finde auch, ein Eingreifen ist geboten. Auf den Trainer kann man hier nicht zählen, der sieht nur das Resultat. Als Elternteil muss man aber die Entwicklung des Kindes im Blick haben und die ist viel wichtiger als irgendein Tor. Das ist letztlich viel wichtiger für das spätere Leben und selbst wenn er weiter Fussball spielt ist Sozialverhalten bei der Karriere eine extrem wichtige Komponente.

Wie vorgehen? Dass er sein Fehlverhalten selbst einsieht macht die Sache einfacher. Weil die Vorkommnisse nur beim Spiel passieren würde ich hier ansetzen und mit ihm vorher eine Abmachung treffen; Was ist ok, was ist nicht ok. Hier würde ich dann wirklich ins Detail gehen; vielleicht eine Eskalationsmatrix aufstellen; leichtes Meckern bei Schiedsrichterentscheiden - 1 Punkt, Mit dem Schiri direkt reden - 2 Punkte, harte Auseinandersetzung mit dem Schiri oder gar eine Karte - 3 Punkte etc. Ab x Punkten gilt ein Spiel Sperre. Nach jedem Spiel gibt es eine Auswertung, bei der vor allem die positiven Aspekte erwähnt werden dürfen: weniger Fouls, kein Meckern etc. Vielleicht gibt es auch Pluspunkte bei besonderem Fairplay (eigene Fehler zugeben, gegnerischen Spielern helfen etc.) Dein Sohn muss die Beherrschung oder auch Disziplinierung letzlich genauso lernen wie Ecken schiessen. Lernt er dies ist das womöglich wertvoller als jeder Fussballskill.

Ein Glück, hat er mit dir, Jutta, eine Mutter, die hier mit Geduld dran bleibt und das nachholt, was der Trainer versäumt.


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