Knieschmerzen seit 5 Monaten und keiner findet etwas!?

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3 Antworten

es fällt schwer, sich nach deiner Schilderung ein gutes Bild machen zu können. Du hast stechend ziehende Schmerzen bei Belastung und ohne Belastung, kannst nach 15 Minuten Joggen nicht weiter machen wegen Schmerzen. Also nehmen die Schmerzen zu, denn die ersten Minuten geht es noch...? Anfänglich konntest du nicht laufen, später geht es nun, aber mit Schmerzen...?

Insgesamt gibt es anscheinend eine Besserung. Du musst wissen, dass alles mit Bändern und Sehnen sehr lange dauert. Eine Zerrung bedeutet, dass einzelne Fasern gerissen sind, andere überdehnt wurden. Bis das komplett ausheilt, dauert sehr lange. Der Körper schützt die heilenden Strukturen vor Überlastung durch Schmerzempfinden.

Hierbei können dann weitere Probleme entstehen:

- es kann sich, wie wursturm schon sagt, ein "eingebildeter" Schmerz entwickeln. Das ist das sog. Schmerzgedächtnis: der Schmerz wurde erlernt, um das Gelenk zu schonen und jetzt gibt das Gehirn das Schmerzempfinden nicht mehr freiwillig her. Um das wieder los zu werden, musst du die schmerzenden Bewegung sehr langsam immer wieder durchgehen, anfänglich ohne Belastung, dann mit steigender. Das Gehirn lernt neu. Oder (s. wurststurm:) Akupunktur.

- es können sich in der akuten Entzündungsphase neue Nerven und Blutgefäße bilden, die in das Narbengewebe einsprießen und dort später Schmerzen vorgeben, die unter den normalen früheren Nerven nicht gemeldet worden wären. Diese Blutgefäße (und mit ihnen begleitend die Nervenfasern) kann man sklerosieren, also zerstören. Das kann mit Polidocanol geschehen. Frag mal den Arzt.

- es ist sicher so, dass deine Verletzungen noch nicht ausgeheilt sind. Das Knie ist noch "wackelig", die Bänder sind also noch nicht wieder so fest, wie sie sein sollen. Du kannst anfänglich joggen und musst "erst" nach 15 Minuten aufhören. Eine Weile macht das Gewebe also noch mit, bis wieder der Alarmschmerz kommt. Das ist ein gutes Zeichen. Das ist anfänglich nicht möglich gewesen.

Gehe also nicht(!) Joggen, sondern fahre Rad oder gehe z.B. in einem Sportstudio auf einen Stepper. Mache langsame Körpergewichts-Kniebeugen (nicht ganz runter). Leichte Dehnübungen. Betreibe alles in der Intensität, die keinen Schmerz erzeugt, der am nächsten Tag noch da ist. Mache das jeden Tag! Atme intensiv, mache Kälteanwendung. Mache etwas morgens und etwas abends, je häufiger umso besser, vermeide langes Sitzen. Das alles soll die Regeneration beschleunigen helfen. Bänder erlangen auch nur unter Belastung die volle Regeneration, sonst heilen sie, aber nicht richtig. Du belastest also so oft wie möglich, aber nur so schwer wie tolerierbar: dabei hilft dir dein Schmerzempfinden.


Ich gehe davon aus, dass du bislang deinem Knie zu schwere Übungen zumutest. Du willst verständlicherweise sehr schnell wieder fit sein. Aber wie gesagt, es braucht sehr viel Zeit. Ich kann mir noch 6 Monate langsamster Steigerungen vorstellen, bis du wieder voll fit bist. Es hängt wesentlich von deiner Mitarbeit ab, nur Physio reicht nicht, du musst zu hause weitermachen. An ein Handball-Training ist momentan nicht zu denken.

Die Schmerzen an anderen Körperstellen sind verursacht durch die Ausgleichsbemühungen des Körper; du veränderst deine Bewegungen und Haltung und das überlastet die Strukturen. Es ist eine der Hauptaufgaben der
Physiotherapie, diese Bewegungsveränderungen zu vermeiden.

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Hört sich ein bißchen so an, als würdest du von deinen Therapeuten erwarten, daß sie das Problem einfach so von dir wegnehmen. Weil du schreibst nichts, was du selbst gemacht hast, um das Problem in den Griff zu bekommen. Ein Therapeut kann dir aber bloß Hilfestellung geben und dir den Weg zeigen.

Ich würde statt zu einem Physiotherapeuten (nix gegen Physios, bin selber einer) mal zu einem Osteopathen gehen. Die sind es gewohnt, so eine Problematik wirklich ganz, unter Einbeziehung aller Körperstrukturen, zu betrachten, nicht nur den Knie/Hüfte/Becken-Ausschnitt.

Zum anderen musst du deinen Körper durch neue bessere Bewegungsabläufe neu "konfigurieren". Ich würde dazu Trainingstherapie empfehlen, gezielter Aufbau von Rücken-, Bauch- und Hüftmuskulatur, aber nicht zu speziell, eigentlich solltest du alles auftrainieren, von oben bis unten. Und vor allem dabei selbst ein Gefühl dafür bekommen, was in die richtige Richtung geht und was eher eine Belastung ist.

Es gibt da wahrscheinlich keinen eindeutigen Weg, aber es gibt einen und den musst du letztlich selbst suchen. Viel Glück.

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3 Dinge, die mir dazu einfallen, 1. vielleicht hat jemand ähnliche Probleme oder Erfahrungen, das kannst du vergessen bzw. auf sowas würde ich mich nicht einlassen, schon gar nicht im Internet. Verletzungen sind immer individuell, was man gerade an deiner kpmolizierten Geschichte sieht. 2. Seit letztem Physio habe ich auch ein ziehen in der Leiste und mein
Muskulatur im Rücken und im anderen beim ist sehr angespannt
- das sind typische Symptome der Folge einer Fehl- oder Vermeidungshaltung. Der Patient vermeidet die Belastung des Knies und belastet dadurch z.B. die Hüfte der anderen Seite, was wiederum zu einer kompletten Verschiebung der Muskulaturbeanspruchung im Rücken führt. Das heisst - du musst zuerst dein erstes Problem lösen, dann löst sich auch dieses von selbst. 3. Sollte man auch an andere Möglichkeiten denken wie eingebildete Schmerzen. Klingt erstmal krass, ist aber ein sehr häufig auftretendes Phänomen; der Patient hat sich schon so an die Schmerzen gewöhnt, dass er welche spürt auch wenn die Schmerzquelle eliminiert wurde. Meiner Erfahrung nach hilft hier am besten Akupunktur, mindestens 12 Sessions. Ab der Hälfte geht der Schmerz oft zurück.

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