Klettern: Bis zu welcher Körpergröße sollte man auch Oberkörper- Gurte verwenden?

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Ich glaube nicht, dass es auf die Körpergröße ankommt. Wir sind mit unseren 3 Kindern schon Klettern gegangen als sie jeweils grad richtig gehen konnten, also schon mit 1,5 Jahren. Hier ist unbedingt ein Kombigurt notwendig, weil die Kleinen so wendig sind, dass sich sich auch mal an der Wand beim Ablassen umdrehen und aus dem Hüftgurt rausrutschen würden. Von der Größe her haben wir mit unserer älteren Tochter mit ca. 8 Jahren angefangen, sie alleine im Hüftgurt klettern zu lassen, da kannte sie aber schon die Kletterabläufe und dreht sich nicht mehr um. Auch der Hüftknochen und das Kopf-Körperverhältnis ist inzwischen so, dass ein Hüftgurt auch gut hält.

Prizipiell würde ich mit Anfängern gerne einen Brustgurt hinzunehmen, auch bei Erwachsenen - Sicherheitsfrage. Oder das Klettern wird über einen Kurs beim DAV gelernt, da wird auf die Gefahr des Umdrehens hingewiesen und ist ein erfahrener Ausbilder dabei, so dass das im Kletterkurs nicht vorkommt. Deshalb verwendet der Alpenverein auch ausschließlich Hüftgurte, auch für Anfänger und Kinder. Aber für Kinder unter dem Schulalter empfehlen Bergführer auch den Kombigurt.

Wie gesagt: Es ist zusätzlich eine Frage des Übungstandes: Es kann sinnvoll sein, für Kletteranfänger mit 8 Jahren und 1,20m Körpergröße vorerst einen Brustgurt zusätzlich zu nehmen während Kinder mit viel Klettererfahrung mit 5 Jahren und 1,10 Körpergröße schon mit Sitzgurt alleine klettern könnten. auf alle Fälle sollte das Klettern nicht auf eigene Faust begonnen werden. Und bei einem Kurs oder Klettertraining vom Alpenverein haben die Übungsleiter/Trainer schon so viel Erfahrung, dass man sich auf deren Rat verlassen kann. Dort ist auch meist eine Leihausrüstung vorhanden.

Wichtig ist auch: Nie den Helm vergessen! An der Felswand zumindest!

Bei kleinen Kindern ist das Verhältnis vom Kopfgewicht zum Rest des Körpers größer, wodurch der Schwerpunkt höher rutscht. Bei "Kleinen" liegt dann der Körperschwerpunkt schon mal über dem Anseilpunkt eines Hüftgurtes. Ergebnis: die Kids hängen kopfüber. Da ist ein Brustgurt eine gute Idee! (Ich hasse das Wort "muss", hier habe ich aber kurz gezuckt). Im Zweifel einfach mal am Anseilpunkt anheben und gucken, wie die Körperposition ist...

Ob ein Brustgurt bei Erwachsenen gut ist, kann man wie so vieles trefflich diskutieren. Beim Ablassen kannst Du schlecht die Füße an die Wand setzen, was je nach Gelände schon mal doof sein kann. Aber wie im richtigen Leben gilt auch hier: informiert sein, nachdenken, eigenverantwortlich entscheiden!

Mir hat vor einiger Zeit ein Verkäufer erklärt, dass bei kleineren Kindern die Struktur der Hüftknochen noch nicht so gut ausgebildet ist und dass deswegen die Gefahr des Herausrutschens aus dem Gurt besteht (sofern das Kind bei einem Sturz dann auch noch kopfüber baumelt). Ich meine, dass man als Richtwert dazu ein Alter von 8 oder 10 Jahren angibt, bin mir aber nicht mehr ganz sicher.

Der Meinung von Lippe, dass Anfänger generell mit einem Brustgurt versehen werden sollten, schließe ich mich nicht an. Ich habe in den Münchner Kletterhallen noch keinen einzigen Kurs gesehen, wo das so gehandhabt wurde und im DAV-Lehrplan wird es auch nicht empfohlen.

Hallo, ich habe noch die "Bibel" =Alpinlehrplan zu Rate gezogen, dort wird geraten Kinder unter vier Jahren auf jeden Fall mit Kombination anzuseilen.

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