Kann mentales Training dabei helfen Angst zu überwinden?

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Hallo Brixx, es ist nicht ungewöhnlich, wenn Du nach einem heftigen Sturz, der womöglich zu Verletzungen geführt hat, Angstsymptome etwickelt hast. Es ist ein bischen Schade, dass das jetzt schon 2 Jahre her ist und Dir immer noch Probleme bereitet. Mit entsprechender Unterstützung hätte man das bestimmt schon lösen können. Aber es ja nie zu spät. Also, die Antwort auf Deine Frage lautet ganz klar JA! Mentales Training kann Dir helfen, die Angst zu überwinden. Allerdings würde ich Dir dringend raten, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das kann durch einen qualifizierten Mentaltrainer oder einen Sportpychologen geschehen. Ich gehe in diesem Fall mal davon aus, dass es sich nicht um Angststörung im psychopathologischen Sinne handelt. Das würden Menatltrainer und Sportpsychologen aber erkennen und Dich dann an einen entsprechenden Psychotherapheuten überweisen. Deine Angst nennt man im Fachjargon "Posttraumatisches Stress-Syndrom". Es behindert Dich für gewöhnlich nicht nur beim Rennen selbst, sondern auch beim Training. Häufig sind Schlaflosigkeit, erhöhte Ängstlichkeit, verminderte Konzentrationsfähigkeit und schlechte Erholungsfähigkeit damit verbunden. Du hast wahrscheinlich schon Probleme, wenn Du Dir die Sitution, die zum Sturz geführt hat, nur vorstellst. Bei manchen Sportlern versagt diese Vorstellungsfähigkeit sogar völlig. Um hier die richtigen Interventionen einzuleiten solltest Du mit einem Fachmann/frau darüber sprechen.Es ist halt eine sehr individuelle Sache, die professionelle Unterstützung braucht udn die Du wahrscheinlich allein nicht lösen kannst. Du bist damit aber nicht allein und solltest auch keine Hemmungen haben, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Vieleicht hilft Dir ein Beispiel: Im Rahmen der Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele in Peking hatte eine Wasserspringerin das Problem, dass sie beim zweieinhalbfachen Auerbachsalto einen "Brettkontakt" hatte. Sie hatte danach massive Probleme mit diesem Sprung und konnte ihn in der Praxis sogut wie gar nicht mehr springen. Durch den Einsatz eines Kognitions-Relaxationstrainings konnte das Problem gelöst werden. Hierzu wurde z.B. mit Hilfe eines Biofeedbackgerätes die Fähigkeit der Athletin trainiert, sich vor dem Sprung mental herunter zu regulieren. Dies war notwendig, weil die Athletin, diesen Sprung im Rahmen einer deutlich niedrigeren Aktivierung im Training automatisiert hatte und eine optimale Bewegungsausführung in genau diesem Aktivierungsbereich am besten ausgeführt werden konnte. Die Springerin lernte als erstes ein schnell wirksames Entspannungsverfahren, dass sie vor dem Sprung anwendete. Dann wurden die erste Sprünge in eine Schaumstoffgrube unter erleichterten Bedingungen trainiert. Dabei trug die Athletin eine Pulsuhr, die den Aktivierungszustand zurückmeldete. Zu Beginn des Biofeedbacktrainings sollte sich die Athletin den zweieinhalbfachen Auerbachsalto vorstellen. Dabei erhöhte sich die Herzfrequenz deutlich und war z.B. deutlich höher als beim zweieinhalbfachen Salto vorwärts. Die Herzfrequenz des Vorwärtssaltos wurde nun zur Zielfrequenz für den Auerbach-Salto festgelegt und mit einem akustischen reiz gekoppelt. Die Aufgabe der Springerin war es dann, sich den Auerbach-Salto vorzustelen und solange das Entspannungsverfahren durchzuführen, bis sie das Tonsignal hörte. Dann erst erfolgten Anlauf und Absprung. Die systematische Anwendung dieser Intervention im Rahmen von 20 Trainingseinheiten über einen Zeitraum von 5 Monaten führte dazu, dass die Athletin diesen Sprung schliesslich wieder erfolgreich in einem Wettkampf springen konnte. Was lernen wir aus diesem Beispiel: 1. Man braucht einen Profi, der einen Interventionsplan aufstellt. 2. Die Intervention muss individuell auf die Sitution ausgerichtet sein. 3. Mentales Training ist vor allem TRAINING. Es geht nicht vor heute auf morgen, sondern muss tatsächlich trainiert werden. Übrigens: Die Springen gewann bei den Olympischen Spielen in Peking die Bronze Medaille im 3m-Synchron-Wettbewerb!

Da die Blockade das du dich nicht mehr traust Vollgas zu geben rein psychischer Natur ist, ist mentales Training genau das richtige. Ich selbst bin in meiner Jugend mit meinem Motorrad in einer Rechtskurve bei mäßiger Geschwindigkeit auf einer Öllache weggerutscht. Anschließend hatte ich dann erstmal eine Rechtskurvenphobie. Hier bin ich Rechtskurven dann eher Dreieckig gefahren als geschmeidig und rund. Nach und nach habe ich mich dann wieder herangetastet und kann das Motorrad mittlerweile wieder so handeln wie es auch sein soll. Es gibt hier kein Patentrezept, da jeder Mensch anders in seiner Ängstlichkeitsempfindung ist und von der Psyche auch unterschiedlich belastbar. Primär sollte dir klar sein warum es zu dem Sturz gekommen ist, denn nur so kannst du vom Kopf her aus Fehlern etc. lernen. Darüber hinaus ist das beste so schnell wie möglich wieder auf die Bretter zu steigen um die erste Hemmschwelle abbauen zu können, was du vermutlich nach der Genesung auch gemacht hast. Da du Rennen zu fahren scheinst würde ich hier, wenn möglich auch den Physiotherapeuten, des Vereins zu Rate ziehen, denn die haben oftmals auch gute Ratschläge/Ideen was den psycholigischen Aspekt belangt. Wenn du weiterhin erfolgreich Rennen ausüben willst mußt du diesen Sturz verarbeiten und hinter dir lassen. Denn nur so kannst du optimale Leistungen bringen. Manche Sportarten haben halt das erhöhte Risiko von Stürzen. Wenn dich hierbei jeder Sturz vollkommen aus der Bahn wirft, dann darfst du die Sportart nicht mehr ausüben. Klingt hart und ist keinesfalls böse gemeint, aber leider die Realität.

Auf jeden Fall kann metales Training dabei helfen eine solche Angst zu überwinden. Wichtig ist dabei, dass du deine Sturzangst genau analysierst, und weißt worauf du achten musst. Mach dir deine Schwächen bewusst, und vor allem den Grund wodurch es zu dem Sturz gekommen ist. Am besten ist es, wenn du dich mit dieser Situation möglichst bald wieder konfrontierst. Taste dich langsam wieder an deine alte Rennweise heran, und gewinne wieder Selbstvertraunen. Alles Gute!

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