Kann man mit einem Rockershape beim Snowboard wirklich gut Piste fahren?

2 Antworten

Ich kenne nur Ski die echt auch auf der Piste mit Rocker ganz gut gehen. Klar sind sie keine Rennski aber bei weichen Bedingungen macht es wirklich Spaß

Rocker ist nicht gleich Rocker; klingt komisch, ist aber so!

Die verschiedenen Shapformen der Hersteller führen zu völlig unterschiedlichen Fahreigenschaften der jeweiligen Rocker-Boards. Diese Undurchsichtigkeit wird noch mittels der vielen Titulierungen vergrößert!

Da sind z.B.: Zero Camber (ist eigentlich schon ein Rocker), Jib-Rocker, All Mountain-Rocker, Freestyle-Rocker, Performance Rocker, Powder Rocker etc. usw.

Für das Fahren auf der Piste sind diese Shapeformen je nach Hersteller recht gut geeignet oder komplett fehl am Platze.

Es geht also darum, die Rockerbauweise so in den Shape zu bringen, dass in Verbindug mit dem Materialmix das Board nicht nur leicht dreht sondern auch den benötigten Kantenhalt liefert.

Ich musste feststellen dass eigentlich alle Hersteller von FR- und FS-Boards diese Kombination noch nich gefunden haben. Häufig passt etwas nicht ganz so wie man es möchte. *Diese Einschätzung ist natürlich rein subjektiv und damit nicht immer zutreffend.

Für das Fahren auf der Piste bietet sich daher immer noch die klassische Camber-Bauweise an!

Ein Vorteil der Rockershapes ist jedoch, wenn der Hersteller es denn richtig baut, die Möglichkeit, Rockerboards etwas länger zu fahren als Camberboards da die Aufbiegungen an Nose und Tail beim Rocker meist deutlich länger sind. Man kann also statt eines 150cm Boards ein 160er nehmen und hat bei geringen Aufkantwinkeln trotzdem nur die kurze effektive Kante eines 150ers im Schnee; bei höherem Aufkantwinkel kommt dann jedoch die längere effektive Kante in den Schnee (Vorteil beim Carven (Laufruhe/Kantenhalt etc.)).

Da das Prinzip der Rocker-Bauweise aus dem Snowboardrennsport (PGS / SL) kommt und nicht von den Freestyle-, Freeride-Boardfirmen oder den Ski-Herstellern erfunden und entwickelt wurde sind die im RaceBereich vertretenen Firmen mit ihren Shapes (heißen dort "Decambered") vielleicht schon ein wenig weiter mit der Setup-Abstimmung.

Was mich neuerdings reizt ist die von mir schon beschriebene Anwendbarkeit bei längeren Boards: Derzeit fahre ich ein 235cm Board mit einer effektiven Kantenlänge von 225cm; die Nose greift jedoch erst ab 10° Aufkantwinkel. Somit bleibt das Brett noch "fahrbar".

Ich empfehle Dir den Besuch an einem Testevent bei dem Du die verschiedenen Shapes im Direktvergleich testen kannst...

Gruess, TBFilms

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