Joggen mit Heuschnupfen

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Pollen sind deshalb so gefährlich, weil die Pollenkonzentration keineswegs jeden Tag gleich hoch ist. An sonnigen, windigen Tagen kann sie 10-20 mal so hoch sein wie an einem durchschnittlichen Tag, wenn dies mit der lokalen Vegetationsperiode übereinstimmt. Solche Spitzen-Tage kommen nur einmal alle ca. 2 Jahre vor (u.a. weil Birken alle 2 Jahre ein "Mastjahr" haben). Wenn man das Pech hat, an einem solchen Tag z.B. an einem Roggenfeld oder einem Birkenwäldchen vorbeizulaufen, kann sich die Allergie innerhalb von 5 Minuten von harmlos zu schwer und Beinahe-Asthma verschärfen, und zwar bleibend.

Ich jogge seit 25 Jahren, und das ist mir bisher zweimal passiert (Roggen und Birke). Jedesmal hat mir eine Desensibilisierung geholfen, aber die Zeit dazwischen war nicht so toll (Bronchialhusten, brennende Augen etc. TROTZ Antihistaminika).

Also: wer trotz Heuschnupfen joggt, sollte wissen, worauf er sich einläßt.

Wenn man sich den Pollen zu sehr aussetzt, sind verstärkte Allergie und schließlich chronisches Asthma die Folge. Beim Joggen atmet man stärker ein als normal, also ist die Gefahr sehr viel größer als bei normalem Verhalten. Antihistaminika helfen da nur begrenzt.

Man sollte zumindest wissen, welche Zeiten und Orte besonders gefährlich sind, und diese meiden. Birkenpollen sind sehr aggressiv, also sollte man Birkenwälder im Mai vermeiden. Dasselbe trifft auf Roggenfelder im Juni bei Sonnenschein und Wind zu.

Wenn man schon eine starke Allergie hat, hilft eine Desensibilisierung.

Die besonders Leidensfähigen (ich zum Beispiel) joggen mit Pollenschutzmasken (Ohropax 2495). Man sollte es nicht glauben, aber das klappt sehr gut. Man muss nur all die Leute ignorieren, die einen anstarren (kleine Kinder sind besonders irritierend).

Es gibt recht verträgliche Alternativen aus der Homöopathie. Ich nehme seit einiger Zeit ein Produkt namens Hewallergia; zwar muss schon vor der Pollenzeit damit anfangen, ich habe aber null Nebenwirkung trotz verhältnismäßig hoher Wirkung. Gibt es in der Apotheke.

Vielleicht klinge ich ja zu negativ. Trotz Allergie habe ich vor nicht allzulanger Zeit beim Köln Marathon gefinished (4:47, naja). Laufen macht halt süchtig.

Wenn Atemschutzmasken nichts für dich sind, dann versuch es doch mit Spinning. In meiner Nähe ist ein Fitnessstudio mit Klimaanlage, also pollenfrei.

Als Pollen Allergiker und Radsportler habe ich ebenfalls das Problem. Da ich auf Grund des Schichtdienstes meine Trainingszeiten auch in die frühen Morgenstunden legen kann, habe ich von der Belastungsempfindung her ein recht Beschwerdefreies Training. Da Ausdauersport die Lungenfunktion stärkt raten viele Ärzte Allergikern an Sport zu treiben. Je nach Allergiestufe sollte hier natürlich das Training der Pollenintensität angepaßt werden und notfalls ein Asthamspray mitgeführt werden. Allergiker die unter Belastungsasthma leiden sollten natürlich nach Rücksprache mit dem Arzt ihren Sport betreiben und gerade auf die Belastungsstufe achten.

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