Ist ein Kilo weniger am Rad wirklich besser als ein Kilo weniger Körpergewicht?

4 Antworten

Ich denke das ist aus zwei Gründen so:
1. ein neues Rad lässt die Motivation generell steigen wodurch man von haus aus besser drauf ist und sich besser fühlt
2. ein leichteres Rad ist Handlicher und lässt sich dadurch auch leichter bewegen, d.h. man hat (bei gleichem Kraftaufwand) den Eindruck mit dem neuen Rad schneller vorwärts zu kommen
Meiner Ansicht nach ist das hauptsächlich Kopfsache, aber wei das beim Menschen eben so ist spielt der Kopf eine sehr große Rolle! Und ist man im Kopf frei und motiviert, so stimmt in den meisten Fällen auch die Leistung auf dem Rad!

Ich kann pooky nur zum Teil zustimmen, zumindest was die Beschleunigung angeht. Der der Mensch auf dem Rad sitzt, ist das Mensch-Rad-System als Ganzes zu sehen. Man beschleunigt ja nicht nur das Rad, sondern sich auch mit (ist ja Sinn und Zweck der Übung).

Grundsätzlich ist es natürlich wichtig wo das Kilo gespart wird. Wurde bereits angesprochen... Also alles was rotiert wird und schwer ist, brauch viel Energie. Da sind wir uns einig. Bei seitlichen Fliehkräften sieht es schon anders aus. Da kommt die Trägheit der Masse ins Spiel. Versucht mal im Stand das Rad stabil zu halten (freihandig zu stehen). Das gleich versucht ihr dann während ihr 30km/h fahrt. Was ist leichter? Liegt auf der Hand... Wenn einmal die Masse in eine Richtung beschleunigt wird, will es auch weiter in die Richtung fahren (ausser wir lenken - da wird dann dir Kraft aufgebracht... aber da wir uns gegen diese Kraft legen, ist sie auch nicht erwähnenswert).

Die Kräfte sind schon mal "weg". Meines Meinung nach, ist es nicht das Kilo das man am Rad spart an sich ausschlaggebend. Die Faktoren die es mit sich zieht spielen eine viel größere Rolle. Das Rad wird nicht nur leichter, sondern auch steifer! Es geht also weniger Energie verloren und wird direkt in Vortrieb umgesetzt. Wenn ich die Auswahl zwischen zwei Rädern hätte, dann würde ich das ein Kilo schwerer Rad nehmen, dass aber steifer ist als das leichtere.

Die Steifigkeit ist natürlich auch von den Einzelkomponenten abhängig, also vom Gesamtsystem. Laufräder machen da auch sehr große Unterschiede. Manche sind "weich" andere sind sehr "hart" und direkt.

Grundsätzlich würde ich natürlich auch sagen, dass es immer Vorteile hat den eigenen Körper zu trimmen. Wenn man ein paar Kilo zuviel drauf hat, hat man eine schlechte Grundfitness.... -> bessere Grundfitness führt meist zu weniger Kilos und zu besserer Leistung des Gesamtsystems (inkl. Rad)

Dein Einwand gegen Pookys Beschleunigungargument findet meine Zustimmung.

Was Du aber zur Steifigkeit schreibst, will ich so nicht stehen lassen. Ein leichteres Rad ist keinesfalls automatisch steifer - es kann sowohl steifer als auch weicher sein. Das kommt ganz darauf an. Dass es schwieriger ist, freihaendig zu stehen liegt auch nicht daran, dass das Rad irgendetwas wiegt. Das waere mit einem Null-Kilo-Rad genauso schwierig. Ein fahrendes Rad wird stabilisiert, weil wenn es zu einer Seite umzufallen droht aufgrund von Gabelvorbiegung und Vorlauf automatisch eine abfangende Lenkbewegung erfolgt. Das hat also mit den Gewichten von rotierender oder nicht-rotierender Masse auch nichts zu tun.

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Dem Sinne nach sind die physikalischen Erklärungen über die Verteilung der Kilos beim Fahrer oder Fahrrad, bzw. bei „geradlinigen“ Beschleunigungen oder Drehbeschleunigungen ja richtig. In jedem Fall spielt hier die Trägheit bzw. das Trägheitsmoment der Massen eine Rolle. „Seitliche Fliehkräfte“ sind dann beim Kurvenfahren (= Fahren auf einer Kreisbahn) von Bedeutung. Deshalb muss man sich dabei ja auch „in die Kurve legen“, damit die Fliehkräfte den Radler und das Rad nicht zur Außenseite der Kurve umkippen lassen. Hier scheint es im Übrigen durchaus von Bedeutung, wie die Massen verteilt sind. Ein schwereres Fahrrad hat nämlich eine tiefere Schwerpunktlage des Systems Radler+Rad und damit eine höhere Standfestigkeit zur Folge. Würden sich zudem die Massen vorwiegend in den Rädern befinden, würde dies aufgrund der Raumkonstanz der Drehimpulsachsen eine besondere Stabilität beim Geradeausfahren ergeben. Insgesamt ist somit ein leichteres Fahrrad aus mehreren Gründen in der Geradeausfahrt weniger stabil. Hier muss man hinsichtlich Gewichtsersparnis und Stabilität einen Kompromiss finden. Beim Freihändigfahren spielen jedoch „seitliche Fliehkräfte“ eine untergeordnete Rolle. Hier kommt ein Phänomen zur Wirkung, das der Physiker „Präzession“ nennt. Dieses Phänomen beschreibt die Tatsache, dass ein rotierender Körper einer zusätzlich einwirkenden Drehkraft nicht folgt, sondern ihr senkrecht ausweicht. Darüber kann man sich leicht ein Bild machen, wenn man versucht, einen sich drehenden Kinderkreisel mit einem Finger umzukippen. Will somit beim freihändig Fahren die Schwerkraft ein rotierendes Vorderrad nach links umkippen, kippt es nicht einfach nach links, sondern schlägt zusammen mit dem Lenker um die Achse des Steuerrohres nach links um. Damit dies nicht zu einem Sturz des Radlers nach links führen kann, ist das Fahrrad speziell konstruiert: Der Berührungspunkt des Vorderrades mit dem Boden liegt in Fahrtrichtung hinter demjenigen Punkt, auf den die Achse des Steuerrohres weist. Diesen Abstand nennt man „Nachlauf“. Dieser ist in Verbindung mit der Neigung der Steuerrohrachse dafür verantwortlich, dass das Umschlage des Vorderrades mit dem Lenker beim freihändig Fahren durch einen Gegendruck des Bodens gedämpft wird. Das Vorderrad mit dem Lenker dreht sich zwar etwas nach links, was eine Linkskurve einleitet, kann aber nicht ganz nach links umschlagen, wie dies bei den Radballrädern der Fall sein würde. Statt dessen erlaubt der Nachlauf, dass man jetzt das Gewicht sogar zur Gegenseite verlagern kann, um eine Rechtskurve einzuleiten. Da nun beim freihändig Stehen (also im Stand) die Rotation des Vorderrades fehlt, gibt es keine Präzession (nicht zu verwechseln mit „Präzision“) und man kann das Fahrrad nicht ausbalancieren, sondern kippt bei der geringsten Seitlage um.

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