Ist der Spitzensport ein Abbild unserer Leistungsgesellschaft?

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4 Antworten

Leistungsdruck hat es schon immer gegeben. Ob im Sport oder im Privat/Beruflichen Bereich. Hier gab es immer schon das Messen der Kräfte ( psychisch sowie wie pysisch ) unter den Menschen. Der Fortschritt der Technologie und auch der Medizin führt dazu das die sportliche Leistung sich im Laufe der letzten Jahrzente stetig nach oben hin verbessert hat. Korruption sowie Doping hat es auch immer gegeben. Wenn auch in einem anderen Stil. Heute ist gerade im Dopingbereich die Sache unheimlich strukturiert, so das hier ganze medizinische Abteilungen und teilweise auch Funtionäre in diese Vogänge involviert sind. Dies ist schon erschreckend und zeigt uns natürlich auf, das der Leistungsdruck in einigen Bereichen immer größer wird.

Das ist kein neues Phänomen, so lange man denken kann, gab es Spitzensport. Im antiken Griechenland waren das zum Beispiel die Ringer, später im römischen Reich waren die Gladiatoren die Superstars. Leistungsfördernde Stimulanzen wurden so weit vorhanden schon immer genommen und betrogen wurde auch schon immer.

Deshalb denke ich nicht, dass das etwas mit Leistungsgesellschaft und Spitzensport zu tun hat, auch im Breitensport will jeder gewinnen und es gibt Betrug und Doping, wenn vielleicht auch nicht in dem Maße. Es liegt, denke ich, einfach in der Natur des Menschen, erfolgreich sein zu wollen. Wer sich nicht darum bemüht, bleibt auf der Strecke.

hollo43 10.02.2010, 12:32

Pistensau, ich stimme Dir zu. Aber bedenke auch, dass die Erscheinungsformen heute andere sind als damals. Durch entwickeltere Medizin, andere Medien usw. hat alles eine andere Dimension bekommen. In Militärdiktaturen, in Sozialistischen Diktaturen, im Kapitalismus in seinen verschiedenen Spielarten, gibt es jeweils andere Ausformungen.

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Pistensau1980 10.02.2010, 12:50
@hollo43

Es gibt inzwischen mehr Möglichkeiten, ja, aber an der Sache selbst hat sich nichts geändert. Es gab schon immer Leistungssport, genau wie es auch immer eine Leistungsgesellschaft gab. Die Einnahme von leistungssteigernden Mitteln gab es auch schon lange, bevor es das Wort Doping (bezeichnet eigentlich das Verbot) überhaupt gab. Inzwischen gibt es eine größere Bandbreite und verbotene Substanzen, aber auch früher wurde, teilweise ohne Rücksicht auf die Gesundheit, legal "gedopt".

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hollo43 10.02.2010, 17:45
@Pistensau1980

Liebe Pistensau, ich will ja nicht rechthaberisch sein, aber wenn man nur die rein körperliche Seite sehen will, sieht man halt nur die rein körperbezogenen Aspekte und bewertet das Andere weniger. Auf diese Aspekte zielte aber m.E. die Frage. Wettbewerb wird in jeder Gesellschaft z.T. vollig ander praktiziert. Denke an Doping ohne Wissen der Athleten im Ostblock, frühzeitige Selektion auch dort. Starke Koppelung von Werbung und Sport in den sog. Marktwirtschaften usw. Das hat alles Folgen für den Sport und die Sportler. Z.B., wie sind die fürs Alter abgesichert, welche Existenzrisiken tragen sie für das Leben nach der aktiven Phase. Ja selbst die Leistungsdichte im Spitzenbereich kann und wird durch die Gesellschaft gut erkennbar beeinflusst. Das gilt für Sportförderung in Staaten mit zentraler Lenkung wie aber auch, in anderer Weise für das US-amerikanische Modell des Collegesports. Selbst in Europa haben wir verschiedene Modelle, teilweise noch nach verschiedenen Disziplinen differenziert. Auch mit entsprechenden Auswirkungen auf die Leistungsniveaus und das Leben der Sportler in der aktiven und der sportlich passiven Lebensphase.

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Aber sicher!

Es wird betrogen, wo immer man glaubt, damit unerkannt durchzukommen (Doping), es wird bestochen (Schiedsrichter), Lücken in den Regeln werden gnadenlos ausgenutzt (besonders in eher "technischen" Diziplinen), es geht um sehr viel Geld, sodass der Anreiz zu Regelverstössen aller Art sehr verlockend ist.

Und da Spitzensportler ein recht hohes Sozialprestige haben, und das oft schon in sehr jugendlichem Alter, sind sie leider häufig auch sehr blasiert, glauben, sich alles herausnehmen zu können und kommen mit ihrem Leben nach dem (oft frühen) Ende ihrer Karriere mit ihrem Leben häufig erkennbar nicht mehr sonderlich zurecht.

americandude 26.02.2010, 09:43

Super Antworten!!!! Wirklich! :-) War echt interessant sie zu lesen...

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hi americandude, Sport insgesamt orientiert sich immer an den je herrschenden gesellschaftlichen Verhältnissen. Es wäre ja auch merkwürdig, wenn gerade der Sportbereich sozusagen eine gesellschaftliche Insel darstellte. Ich habe im Moment keine sportsoziologischen Links zur Hand, die Deine Frage in den Mittelpunkt stellen. Ich bin aber absolut überzeugt, dass es dazu massig Literatur gibt. Schau mal in diesen Wiki-Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Sportsoziologie mit weiterführende Links. Übrigens, Doping bei Managern und in der Schule wird ja in letzter Zeit immer mehr auch in den Medien erörtert. Und dann habe ich mal gelesen, dass Doping im Freizeitsport eine größere Rolle spielt, als bei den kontrollierten Spitzenleuten. Und das ist allein schon wegen der Zahl der direkt betroffenen Menschen, ein ernstes Problem.

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