Ist das Ausdauertraining beim Langlaufen und Marathonläufern ähnlich?

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3 Antworten

Hi spongebob, beziehst Du Deine Frage darauf, dass in beiden Sportarten die gleichen Distanzen gelaufen werden? Ich glaube selbst dann ist das Ausdauertraining auch nicht zu vergleichen, da man ja auch hierbei unterschiedliche Intensitäten und somit auch einen unterschiedlichen Trainingsumfang hat. Die 42 Kilometer beim Langlaufen erfordern eine kürzere Intensität und somit einen kürzeren Umfang als beim Marathonlauf, weils einfach schneller geht. Grundsätzlich kann man sicher sagen, dass ein guter Marathonläufer sicher auch gut beim Langlaufen gut sein wird (und umgekehrt), da die Grundlagenausdauer auf einem vergleichsweise hohen Niveau ist.

Es gibt wesentliche Unterschiede, denn es gilt hier die Regel: Umfang vor Intensität. Der entscheidende Unterschied ist also beim viel Laufumfang pro Woche zu finden, schließlich ist die Strecke auch viermal länger.

So sollte die Distanz im Training in den zwölf Wochen vor dem Wettbewerb über jede Woche verteilt insgesamt einmal gelaufen werden. Dann sollte man im Training auch schon mal 30 Kilometer am Stück gelaufen sein, denn die Faustregel lautet: die entsprechende Distanz im Training mindestens zu drei Vierteln am Stück schaffen. Bei einem Langlauf über zehn Kilometer wären das dagegen nur sieben Kilometer.

Das Training sollte bei geringerer und vor allem gleichmäßiger Intensität erfolgen, denn während ein Langlauf bei etwa 90 Prozent der maximalen Sauerstoffaufnahmefähigkeit (VO2max) gelaufen wird, liegt dieser Wert beim Marathon etwa zehn Prozentpunkte darunter. Was wenig erscheint, ist ein großer Unterschied, da in diesen Bereichen die anaerobe Schwelle (ANS) zu finden ist, somit die Laktatbildung unter Sauerstoffschuld eine wesentliche Rolle spielt.

Gleichmäßig bedeutet, dass man beim Marathontraining eher weniger auf Fahrtspiele, sondern mehr auf Kilometer setzen sollte.

Auch bei der Systematik des Laufes selbst gibt es einen wesentlichen Unterschied. Bei einem kürzeren Langlauf gibt man anfangs Druck, um im mittleren Teil etwas rauszunehmen und am Ende noch einmal Vollgas. Beim Marathon sollte man jedoch gleichmäßig laufen, wenn man die erste Hälfte in der gleichen Zeit zurücklegt wie die zweite, hat man alles richtig gemacht. Also: nicht zu schnell loslaufen!

Auch die "Kopfarbeit" ist eine andere: während beim Langlauf nur die letzten Kilometer weh tun, beginnt die Qual beim Marathon oft schon beim berühmt-berüchtigten "Kilometer 27".

Was man auch erwähnen sollte: das Aufnehmen eines oder mehrerer Becher im Lauf sollte geübt werden, auch das Trinken. Denn was einfach aussieht, ist gar nicht so einfach. Das gilt im Übrigen auch für das Essen.

KLARSTELLUNG: im zweiten Absatz soll das heißt, dass die Marathondistanz in den zwölf Wochen vor dem Wettbewerb jede Woche über die Tage verteilt gelaufen werden sollte, also zwölf mal 42,195 km.

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Ob Du nun 10 km oder 42 km laufen willst - das spielt bei der Art des Trainings keine entscheidende Rolle.

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