Grundlagenausdauer

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3 Antworten

Grundlage ist Grundlage, wo und wie Du Dir die anaerobe Leistungsfähigkeit holst ist erstmal egal.

Erstmal...

Zu bedenken ist dabei jedoch, dass die Belastungen, speziell im wettkampfspezifischen Bereich, sich dann doch erheblich voneinander unterscheiden. Sprich - übermäßige Radeinheiten versauen Dir gern mal die Laufperformance, und vice versa.

Beim Radfahren, gerade wenn - was Sinn macht - Du viel auf der Zeitfahrmaschine in Aeroposition trainierst, werden teils komplett andere Muskelgruppen in Anspruch genommen, als beim Laufen. Das ist ja gewollt, um die Laufmuskulatur zu schonen während des Bike-Legs...

Wenn nun der Schwerpunkt erheblich auf dem Radtraining liegt, "verkümmert" die Laufmuskulatur. Die Leistung sinkt, die Belastung steigt - im Endeffekt ist es dann irgendwann nicht mehr so ausgeglichen, dass man es noch als gesund bezeichnen könnte. Vor allem, wenn Du auf der Langdistanz weitermachen willst, wird es Dir irgendwann zu langweilig einfach nur zu finishen. Spätestens dann solltest Du Dir Gedanken darum machen, Disziplin-spezifisch die Schwerpunkte anders zu setzen.

Wenn Du einen 226er problemlos nach hause läufst, ist Deine Grundlage allgemein gesehen mit Sicherheit in Ordnung. Nur noch lange Einheiten bringen Dich dann nicht mehr weiter.

Läufe um eine Stunde herum sind durchaus nicht zu kurz, aber die Häufigkeit gehört gesteigert. Eine lange Radausfahrt zwischen 3 und 5 Stunden in der Woche langt vollkommen, die restlichen Einheiten dürfen kürzer sein und mit Tempo und Kraftausdauer gespickt werden. Gerade jetzt in der Offseason ist die richtige Zeit, an der Grundlage zu arbeiten, je näher die Wettkampfsaison rückt, desto kürzer, dafür aber knackiger, dürfen die Einheiten werden.

Ich selber trainiere im Herbst/Winter eher viel im Regenerations- und GA1 Bereich, lasse aber aufgrund der Witterung hier im Norden die Einheiten nicht zu lang werden. Kraftausdauer trainiere ich im Winter fast ausschließlich mit dem Rad auf der Rolle, knackige Tempoeinheiten und Koordination beim Laufen hole ich mir auf Waldwegen über Stock und Stein, während ich auf Asphalt eher langsam und locker laufe. 2 Stunden überschreite ich dabei, weder draußen auf dem Rad, noch beim Laufen, so gut wie nie...

Grundsätzlich überträgt sich ein Ausdauertraining schon, denn du trainierst auf dem Rad ja das Herzkreislaufsystem, die Beine und auch den Fettstoffwechsel. Insofern hat das auch einen Effekt auf das Laufen. Aber: Es gibt immer auch eine sportartspezifische Ausdauer, d. h. beim Laufen ist die muskuläre Belastung eine andere. Deshalb solltest du auf jeden Fall längere Laufeinheiten von 3 h jede zweite Woche in dein Training aufnehmen.

Was auch eine wirksame Sache ist, ist 1 oder 2 mal pro Woche Koppeltraining, d.h. erst Radfahren und dann direkt danach 60-90 min laufen.

Ja und Nein..... Die Grundlagen bzgl. Herz-Lungen-Funktion etc. ja, die spezifische muskuläre Ausdauer nein, bzw. nur zum Teil.

Für größtmögliche erfolge wirst Du um sportartspezifisches Training nicht rumkommen. Auch wenn sich das eine positiv auf das andere auswirkt....

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