Gibt es den Effekt der Superkompensation wirklich?

3 Antworten

Ich finde den Begriff dafür etwas verwirrend, aber bei einem richtig aufgebaut Training (über längeren Zeitraum hinweg) funktioniert das wirklich. Das Problem dabei ist, den richtigen Zeitpunkt (so ungefähr) und die neue Trainingsbelastung zu finden - und das ändert sich von Training zu Training, weil man ja den Körper immer mehr fordern muß und die Superkompensation auch mit der Regeneration und Erholung nach den Trainingseinheiten zusammenhängt.
Hobbysportler können ihre Trainingseinheiten meist nicht so genau danach auslegen und in diesem Bereich fehlt auch die Kontrolle über die körperliche Leistungsfähigkeit und die Überwachung des Trainingserfolges. Für Spitzensportler beim Hinarbeiten zu einem wichtigen Wettkampf ist es jedoch äußerst wichtig.

Die berechtigte Kritik an der Superkompenssation ist, dass es sich nur auf die Energiebereitstellung bezieht und eigentlich auch nur auf Glucose. Weiterhin macht das Modell den Eindruck, dass die Leistung linear steigt, wenn man die Reize richtig setzt. Das stimmt natürlich nicht, das weiß jeder, dass es im Sport nicht nur aufwärts geht. Die Glucosespeicher können auch nicht unbegrenzt vermehrt werden und der Stoffwechsel auch nicht unbegrenzt verbessert werden, irgendwann ist Schluss. Und als letzter Punkt, es gibt im Körper viele verschiedenen Systeme, die alle eine unterschiedliche Regenerationszeit haben. Also wenn man das Prinzip nicht auf die Gesamtleistung, sondern nur auf die Energiebereistellung im Bereich der Glycolyse bezieht hat es sicherlich seine Richtigkeit. Das mit dem Laktatschwellenwert stimmt übrigens nicht unbedingt.

Ja, es gibt darüber wissenschaftliche Studien. Allerdings ist das für Amateure schwer zu praktizieren, da man dazu den Laktatschwellenwert messen muss, und das kann man selber nicht so einfach, aber Profis trainieren auf dieser Basis.

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