Gelenkiger werden

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2 Antworten

In der Regel sollte man nach einem 4-monatigen regelgerechten Dehntraining einen Fortschritt erkennen können, insbesondere bei den Hamstrings (den hinteren Oberschenkelmuskeln, den ischiokruralen Muskeln). Denn beim Dehnen dieser Muskeln durch Hüftbeugebewegungen bei gestrecktem Kniegelenk besteht nur ein Widerstand der Muskelfasern (= muskuläre Bewegungshemmung) und - wie bei vielen anderen Gelenkbewegungen – keine weiteren zusätzlichen Hemmungsmechanismen (knöcherne Hemmung, kapsuläre Hemmung, Massenhemmung). Die Ursachen des ausbleibenden Erfolgs können viele Gründe haben, die teilweise dehntechnisch oder organisch bedingt sein können:
- Möglicherweise dehnst du zu intensiv und/oder zu explosiv, so dass die Muskeln mit Dehnreflexen reagieren und am nächsten Tag Muskelkater auftritt. Das würde auch deine Schmerzen begründen.
- Vielleicht ist in den Muskeln eine Zerrung entstanden, die in den Pausen, die du den Muskeln gönnst, nicht ausheilen kann und/oder zu Vernarbungen führt.
- „Verkürzt“ sind deine Muskeln sicher nicht. Eine „Verkürzung“ von Muskelfasern äußert sich nicht primär durch verringerte Dehnfähigkeit, sondern muss durch Funktionstests diagnostiziert werden.
- An der Oberschenkelrückseite ist die Oberschenkelfaszie in der Regel recht dünn und nachgiebig, so dass hier keine Ursachen zu suchen sind.
- Bleiben noch irgendwelche pathologischen Veränderungen. Diese kann aber nur ein Facharzt diagnostizieren.

Vorschlag: Gönne deinen Muskeln eine Erholungspause von mehreren Tagen (8 bis 10)! Beginne dann wieder mit den Dehnübungen, und dehne in den ersten Tagen nur recht sanft und vorsichtig und zwar so, dass am nächsten Tag keine Schmerzen auftreten. Steigere dann die Dehnintensität von Tag zu Tag ein wenig. Mit etwas Geduld wird es dann sicher besser mit deiner Gelenkigkeit.

Ich sag nur eines: Yoga :-)

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