gaaanz dringend! alle die was von fusball verstehen bitte helfen!

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5 Antworten

Zum Thema Uebersicht hatte ich letzthin mal geschrieben:

Wahrnehmung & Uebersicht im Fussball Abstrakt des folgenden englischsprachigen Artikels: http://www.soccereyeq.com/SoccereyeQDevelopingGameAwareness.pdf

Sehen - Denken - Handeln

Für die die meisten, vor allem junge Spieler ist Sehen, Denken, Handeln ein sequentieller Prozess. Man fokussiert sich zuerst auf den Ball, DANN kontrolliert man ihn, DANN schaut man sich mal um, DANN überlegt man was zu tun ist und erst DANN gibt man den Ball weiter, vorausgesetzt der Gegener hat ihn dir noch nicht abgenommen. Wegen diese sequentiellen Handlungsweise verpasst der Spieler oft Chancen und verwickelt sich in unnötigen Zweikämpfe.

"To me, it seems as if some coaches decide that in order for a player to play well we define that they need to be able to do jobs A, B & C. The coach will then work on developing the player’s ability level in job A and, once he is competent enough at that, he then gets moved on to job B. Once the player is good enough at job B he gets moved on to job C, training that aspect until they can do that too – and then he is thrown into the game. However, the game does not allow the player to only ever do one job at a time, yet those are the only demands he has faced in training – and we wonder why so many players fail to perform."

Ein Elite Spieler hingegen tut alles gleichzeitig. Und zwar automatisch. Die Besten wissen sogar war sie tun werden BEVOR sie den Ball erhalten.

Sehen, Denken und Handeln sind alle drei gleichwertig. Respektive kannst du nie ein perfekter Spieler werden, wenn du in einer der drei "Disziplinen" schwach bist. Die schwächste Disziplin definiert dein Können.

Deshalb ist es umso verwunderlicher, dass wir uns oft ausschliesslich aufs Handeln (Ballannahme, Dribbeln, Passen/Schiessen) konzentrieren aber die Entwicklung des BEWUSSTE Sehens und des situativ richtigen Denkens einfach vernachlässigen.

Gerade jungen Spielern müssen wir unbedingt die Möglichkeit geben, ihre visuell kognitiven und entscheidungsrelevanten Prozesse regelmässig zu üben bis es zum automatischen Reflex wird. Einfach nur sagen "Ihr müsst schauen" reicht einfach nicht. "Nicht nach unten schauen" ist schon besser, aber noch lange nicht vollständig.

“Keep your eye on the ball” is a mantra frequently extolled at training grounds around the world. However, as far as I am concerned, it is very nearly the worst coaching phrase ever invented. Sure there is a time and place, and very specific moments, that a player should keep his eye on the ball but for the vast majority of the game they should, in fact, be keeping their eye off it!"

Analyse der 5 Schlüsselfaktoren

3 Dynamische Schlüsselfaktoren

  1. Ball: wo ist er, wer hat ihn und was können wir/sie tun damit ?
  2. Mitspieler: Wo sind sie, in welcher Formation and was machen sie ?
  3. Gegner: Wo sind sie und was machen sie ?

    2 Halbstatische Schlüsselfaktoren

  4. SpielOrt: Verteidigung, Mittelfeld oder Angriff ?

  5. Spielstand: Aufholjagt oder Zeit schinden ?

Diese insgesamt 5 Schlüsselinformationen müssen PERMANENT gescannt werden, also auch WAEHREND der Ballkontrolle - was im Endeffekt nichts anderes heisst, als dass wir unsere Multitasking-Fähigkeiten erhöhen müssen. (Anmerkung: jeder Spieler bewegt sich zu 98% eines Spiels OHNE Ball).

Der Schlüsselsatz lautet hier ABC: "Always Be Checking". Oder auf Deutsch: BBB: Ball, Bewegen, Beobachten!

Checken umfasst dabei die folgenden AAAAA Schlüsselkomponenten:

  1. ANALYSIEREN: das gesamte Spiel
  2. ANTIZIPIEREN: wie wird sich das Spiel entwickeln
  3. ADAPTIEREN: physische und psychische Vorbereitung, die nächste Aktion andenken
  4. AUSFUEHREN: die effektivste Aktion ausführen
  5. ANPASSEN: sich sofort an die veränderte Situation anpassen

Ziel dieses "Checkens" ist es, dass der Spieler jederzeit AKTIV mit oder ohne Ball am Spielgeschehen teilnimmt und sich nie "ausklinkt".

Dieses permanente Checken erfordert eine hohe Konzentration während dem ganzen Spiel. Das ist eine mentale Leistung die ermüdet. DAS muss deshalb TRAINIERT werden. Das ist nicht einfach da und wird sich auch nicht alleine entwicklen!! Konzentration und damit reflexartig richtiges Handeln auf Basis der permanent selektiven Wahrnehmung kann sich nur entwickeln, wenn sie vom Trainer verlangt und aktiv gefordert wird!

Und Wie ? Das Schlüsselprinzip für eine verbesserte Wahrnehmung ist - Multitasking. Um Multitasking zu erlernen müssen primär die einzelnen Gefässe der Wahrnehmen durch entsprechenden "Overload" so erweitert werden, dass - bildlich gesprochen – beim "Umleeren" der Informationen vom einen ins andere Gefäss weniger daneben geht.

Overload kann sowohl zeitliche (mehr in kürzerer Zeit) als quantitative (3-5 gleichzeitige Aspekte) variiert und bis auf 150% des im Spiel erforderlichen gesteigert werden.

strollingB 29.07.2012, 16:07

aha, ist ja ganz einfach. wenn ich das alles beherrsche, frag ich dich mal wieder. am besten schickst du diese weisheit auch sofort an alle bundesligatrainer. dann haben wir nächste saison mindestens 10 deutsche meister, oder noch mehr.

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Warum Wahrnehmung & Uebersicht so wichtig sind

Alle fertig ausgebildeten Spieler können kicken und köpfen. Unterschiede in der Technik sind ab der U16 - von Ausnahmetalenten wie Messi abgesehen - klein.
Worin sich ausgebildete Spieler hauptsächlich unterscheiden, sind die während dem Spiel getroffenen Entscheidungen. Diese basieren weitghendst auf einer geschulten, selektiven Wahrnehmung und einer möglichst vollständigen Uebersicht über das gesamte Spielgeschehen.

Ziel der hier empfohlenen Wahrnehmungsübungen ist es, ein bessers Gefühl für den "Rhythmus" des Spieles zu entwickeln, um zum Beispiel das eigene Tempo dem Spiel anzupassen oder "Gelegenheiten" als solche wahrnehmen zu können. Wer ein Spiel zu "lesen" gelernt hat, wird sich sowohl effektiver als auch effizienter als Teil der zunehmend intelligenter spielenden Mannschaft bewegen.

Pragmatisch ausgedrückt, geht es bei der Wahrnehmung darum, Spieler dahingehend zu entwickeln, dass sie mehr sehen, schneller denken und damit einfach und schneller besser spielen. Sobald sie das beherrschen, wird sich automatisch auch alles andere verbessern.

Schon die Jüngsten sollten deshalb gezielt an die bewusst, selektive Wahrnehmung und Erlangung einer umfassenden Uebersicht herangeführt werden da sich vor allem im Alter zwischen 7 und 10 die diesbezüglich notwendigen neuronalen Muster im Hirn ausbilden. Respektive sollte bereits schon den Jüngsten ein dementsprechender Same so eingepflanzt werden, dass die Kinder selber ganz spielerisch mit den grundlegenden Konzepten der selektiven Wahrnehmung zu experimentieren beginnen.

Wichtig ist vor allem, dass das reine Techniktraining nicht völlig losgelöst, sondern immer auch im Kontext des Gesamten und dem hierzu notwendigen, präzisen Team-Vokabular erfolgt.

Klar werden die jungen Spieler, wenn sie vieles GLEICHZEITIG tun müssen (ja im Wesentlichen geht es bei der gezielten Wahrnehmung um eine Verbesserung der Multitasking-Fähigkeiten) vermehrt Fehler machen. Aber wir Trainer sollten uns dadurch keinesfalls entmutigen lassen. Fehler sind der normale und unumgängliche Bestandteil des praktischen Lernprozesse. Zudem ist jeder Spieler anders. Einige werden schon nach den ersten Uebungen Resultate zeigen, andere brauchen länger. Was wir aber unbedingt vermeiden sollten, ist eine reine Technikfixierung, oder noch schlimmer Ballfixierung, die dann plötzlich nicht mehr funktioniert, wenn dann plötzlich auch noch das Umfeld und taktische Ueberlegungen in die Aktionen miteinbezogen werden müssen.

Es gibt wohl für einen jungen Spieler nichts Frustrierenderes, wenn er als bester Dribbler der Mannschaft in der Preformation völlig ab der Rolle fällt, wenn er sich dort zwangsläufig von der falsch antrainierten Ballfixierung lösen muss, und deshalb plötzlich keine Tore mehr schiesst und schlimmer noch, entweder dauernd den Ball verliert oder weiterhin blind für den Rest der Mannschaft durch die Räume seiner Mitspieler torkelt. In diesem Moment müssen wir uns aber auch als Trainer wieder bewusst werden, dass unsere primäre Aufgabe darin besteht, die persönliche, möglichst alles umfassende Entwicklung des Kindes voranzubringen. Resultate sind sekundär, und "Zwischentiefs" bei der "Umstellung" von Einseitigkeit auf Gleichzeitigkeit zwangsläufig.

Wahrnehmungsübungen (90% aller Informationen werden im Fussball visuell wahrgenommen) sind in der Regel auch nie Hauptbestandteil eines normalen Trainings, sondern werden in der Form von Drills, dynamischen Uebungen als Ergänzung in die normalen Trainingsstunden eingebaut.

Die besten Schusstechniken sind sicherlich die von Christiano Ronaldo (Knuckleball/Flatterball) und die von David Beckham (Curveball/Schuss mit seitlichem Schnitt).

Die Schusstechnik von Christiano Ronaldo ist extrem schwer, denn um den Ball zum flattern zu bringen, darf er sich absolut nicht drehen. Das heißt, den Ball ziemlich mittig mit etwas vorgebeugtem Innenrist den Ball gerade treffen und das Bein gerade durchschwingen. Besser aber, du schaust dir ein paar Tutorials auf YouTube an, cdcr7skills beherrscht die Technik ziemlich gut, hat bereits ein Tutorial gemacht.

Die Technik von Beckham, den Ball seitlich anschneiden, sodass er Effet bekommt. Den Ball mit der Innenseite vom Fuß an der Mitte entlang "streicheln" und das Bein dann nach außen wegschwingen (je nach gewünschtem Schnitt/Kraft ein bisschen zwischen Bein hochziehen und "schießen" variieren). Aber auch hierzu würde ich dir eher ein YouTube Tutorial empfehlen, von DVDFußballtrainer (Video heißt: Effetball).

Da ist dein Trainer gefragt, der sieht was Du derzeit kannst und noch trainieren mußt. Das hier zu beantworten , ist schwierig.

Für Balltechnik und Dribbling ist Buch "FUSSBALL TRIX" ideal. Hier Link: http://www.streetspot.net/fussball-tricks

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